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International: Milan wirft Kloses Lazio aus der Coppa Italia

In einer hochklassigen Partie mit Salto und Boxeinlage behielt Milan gegen Lazio in der Coppa die Oberhand und gewann verdient mit 3:1. Bei Mailand begann Merkel, Klose wurde später bei den Römern eingewechselt.

AC Mailand steht im Halbfinale des italienischen Pokals. In einer hochklassigen Partie setzten sich die Rossoneri mit 3:1 (2:1) gegen Lazio Rom durch. Die frühe Führung durch Cissé drehten Robinho, Clarence Seedorf und Zlatan Ibrahimovic. Die Römer hatten Glück, dass sie die Partie mit elf Mann beenden durften und nicht schon früher höher zurücklagen.

Milan probierte es mit einer 4-3-1-2-Taktik, während Lazio ein 3-4-1-2 favorisierte. Bei den Gästen saß Miro Klose nur auf der Bank, Djibril Cissé und Tommaso Rocchi standen in der Startelf. Trotzdem war ein Deutscher auf dem Platz: Alexander Merkel begann bei den Rossoneri, die auf die verletzten Kevin-Prince Boateng, Gennaro Gattuso und Alberto Aquilani verzichten mussten, im rechten Mittelfeld, Clarence Seedorf war hinter den Spitzen Robinho und Stephan El Shaawary postiert.

Ein anderer Stürmer beherrschte aber die Gazetten in Mailand: Carlos Tevez. Während sich Inter laut Vorstandsmitglied Marco Tronchetti Provera aus dem Poker um den Argentinier zurückgezogen hat ("Wir sind nicht länger an Tevez interessiert“, so Tronchetti laut mirrorfootball.co.uk), hat Lokalrivale AC noch ein letztes Angebot bis Freitag abgegeben.

Man City soll 25 Millionen Pfund verlangen, Milan bot bisher nur 20 Millionen. Tevez selbst sagte am Montag nach einem Treffen zwischen ihm und Verantwortlichen beider Clubs in Rio: "Ich hoffe auf Milan." Sollten sich beide Parteien nicht einigen steht schon ein Ersatz parat: Catanias Maxi López, ehemals bei Barca aktiv, hält sich schon seit Montag in Mailand auf und war gegen Lazio im Stadion.

Früher Schlagabtausch

Bereits nach 70 Sekunden bot sich die erste Gelegenheit für die Hausherren. Robinho kam relativ frei am 16er an den Ball, sein Schuß war aber zu harmlos und leichte Beute für Gäste-Keeper Federico Marchetti. Dafür klingelte es wenig später auf der anderen Seite. Nach einer Flanke von Álvaro González kam Cissé am Elfmeterpunkt völlig frei an den Ball und schloss per Direktabnahme zum 0:1 ab (5.). Er feierte seinen Treffer in bester Klose-Manier mit einem Salto. 

Nur zehn Minuten später der Ausgleich. Nach einer Flanke von Ignazio Abate landete Merkels Kopfball bei Robinho, der die Kugel volley in die Maschen jagte. Und drei Minuten später hatte Milan die Partie gedreht. El Shaarawy leitete den Ball per Hacke auf Seedorf weiter, der Kapitän ließ Andrè Dias im Strafraum aussteigen und drosch die Kugel aus 16 Metern unter die Latte (18.). 

Lazio zeigte sich nicht geschockt und hatte wenig später die Chance zum Ausgleich. Nach einer Flanke kam González frei zum Kopfball, aber Marco Amelia konnte den Ball gerade noch von der Linie kratzen. Riesentat vom Keeper in der 22. Spielminute, der danach auch noch gegen Cissé auf dem Posten war. Fast im Gegenzug traf Robinho fast zum 3:1. Der Brasilianer umkurvte Marchetti, konnte das Spielgerät dann aber aus spitzem Winkel nicht mehr im leeren Tor unterbringen und traf nur das Außennetz (24.).

Danach beruhigte sich die Partie etwas, beide Mannschaften spielten aber weiter nach vorne und konnten sich gute Möglichkeiten herausarbeiten, ohne das es jedoch richtig gefährlich für die Torhüter wurde. Die beste Chance hatte Lazio-Kapitän Hernanes, aber dessen Freistoß parierte erneut Amelia. Nach einer klasse ersten Hälfte ging Milan mit einer knappen, aber verdienten Führung in die Kabine.

Klitschkos lassen grüßen!

Die zweite Halbzeit begann wie die erste mit einer frühen Milan-Chance. El Shaarawy kam im Laufduell mit Abdoulay Konko im Strafraum zu Fall. Obwohl es einen leichten Kontakt gab, war es richtig vom Unparteiischen weiter spielen zu lassen (47.). Eine Minute später war der 19-Jährige wieder in Richtung Tor unterwegs konnte dieses Mal aber von Marius Stankevicius abgelaufen werden. 

In der 62. Minute dann Riesenglück für Lazio. Nach einer Ecke schlug Dias den ihm enteilenden Mark van Bommel einfach nieder. Die Klitschkos hätten nicht besser treffen können. Zum Pech für Milan hatte das Schiedsrichtergespann die Pomodori auf den Augen, es hätte eigentlich Dunkelrot und Elfmeter geben müssen! Nach dieser Aktion kam dann Klose für den insgesamt blassen Rocchi. Dafür muss wenig später der angeschlagene Merkel vom Platz, für ihn kam Zlatan Ibrahimovic in die Partie (69.). 

Dann auch mal wieder etwas Gefahr für das Milan-Tor. Cissé zog aus gut 25 Metern ab, aber Amelia konnte den Ball gerade noch über die Latte lenken, die anschließende Ecke brachte nichts ein (73.). Lazio versuchte nun gegen Ende der Partie noch einmal Druck aufzubauen, Milan lauerte auf Konter. Und einer hätte fast die Entscheidung gebracht. El Shaarawy war völlig frei durch, wurde im Abschluss aber gerade noch von zwei Verteidigern bedrängt, so dass er das Leder knapp neben das Tor setzte (79.).

Wie man es besser macht, zeigte dann Ibrahimovic. Der für Seedorf gekommene Urby Emanuelson dribbelte sich rechts hinten durch seine Gegenspieler und spielte dann den Ball in den Lauf von Ibra. Der war nicht im Abseits und vor dem Tor eiskalt: 3:1 für Milan in der 83., die Entscheidung in der Partie. Lazio probierte zwar weiter nach vorne zu spielen, richtig gefährlich wurden die Römer aber nicht mehr. Klose gefiel noch mit einem Abschluss in der Nachspielzeit, mehr war von ihm aber nicht zu sehen.

Milan trifft nun im Halbfinale der Coppa Italia auf Juventus, das den anderen römischen Verein ausgeschaltet hatte. In Italien geht es mit einer englischen Woche weiter und da hat Lazio bereits am 1. Februar die Chance zur Revanche gegen AC, dann Zuhause im Stadio Olimpico.

Daniel Bruckbauer

sportal.de / sportal

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