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International Nächste Pleite für Inter - 0 -3 gegen Bologna


Die Fans zum Pfeifen gebracht, einen kleinen Jungen dem Spott seiner Mitschüler preisgegeben und die Champions League-Plätze in immer weitere Ferne entschwinden lassen – Inter kassierte gegen Bologna die zweite Heimpleite in Folge und lässt Trainer Claudio Ranieri zittern.

"Wenn ihr heute nicht gewinnt, werde ich in der Schule wieder eine Woche nur geärgert“, stand auf dem Transparent, das ein kleiner Inter-Fan vor der Partie auf der Tribüne geschwenkt hatte. Doch der Hilferuf des kleinen Jungen wurde von seinen großen Idolen nicht erhört.

Inter kassierte gegen Bologna mit 0:3 die nächste bittere Klatsche, nach dem 0:1 gegen Novara schon die zweite in Folge zu Hause. Ein Doppelschlag von Marco di Vaio (38./39.) und Robert Aquafresco lassen die Hoffnungen der Nerazzurri auf die Teilnahme an der Champions League im nächsten Jahr immer weiter schwinden.

Inter-Boss Massimo Moratti hatte zwar noch kurz vor dem Spiel im italienischen TV auf die Situation von Claudio Ranieri angesprochen, erklärt: "Wenn er verliert, heißt das nicht, dass wir reagieren. Aber der Fußball ist eine schwierige Sache, wir stehen alle ständig unter Beobachtung.“ Doch angesichts der Zahl der Stresszigaretten, die der Präsident auf der Tribüne rauchte, dürfte die Luft für Ranieri trotzdem langsam dünner werden.

Inter glücklos im Abschluss

Unter großer Beobachtung stand Inter nach nur einem Punkt aus den letzten fünf vorangegangen Spielen auch. Man merkte ihnen den Willen vor heimischer Kulisse Wiedergutmachung zu leisten an. Sie zeigten die nötige Aggressivität und suchten konsequent den Weg nach vorne. Doch da Bologna die Räume geschickt verengte, taten sie sich trotz Feldüberlegenheit aus dem Spiel heraus schwer, zu Abschlüssen zu kommen.

Gefährlich wurden sie daher bis auf eine Chance von Diego Forlan aus dem Spiel heraus, die Bologna-Keeper Jean Francois Gillet per Fußabwehr vereitelte, eigentlich nur nach Distanzschüssen – ein Schuss von Wesley Sneijder wurde jedoch zur Beute des Torhüters – oder Standards. Die dickste Möglichkeit Inters zur Führung vereitelte Gillet jedoch, als er mit starkem Reflex einen Maicon-Kopfball von der Linie kratzen konnte.

Di Vaio der große Held

Vorne agierte Inter glücklos, in der Abwehr wie so oft in den letzten Wochen kopflos, so dass der erste nennenswerte Angriff der Gäste gleich zum 0:1 führte. Gaston Ramirez hatte den Ball aus dem Strafraum zurück auf Diego Perez gelegt, der mit einem angetäuschten Schuss die Inter-Abwehr narrte, den völlig freistehenden Di Vaio bediente, der Julio Cesar mit links ohne Mühe überwand. Nur eine Minute erhöhte der Bologna-Torjäger sogar auf 0:2. Di Vaio profitierte von der missglückten Ballkontrolle Andrea Rannochias und vollstreckte erneut eiskalt.

Bologna suchte trotz Führung den Weg nach vorne, Inter zeigte hinten große Unsicherheiten und blieb im Spiel nach vorne erschreckend harmlos. Forlan scheiterte mit schwachem Abschluss freistehend an Gillet, der in den von Inter wieder etwas druckvoller geführten letzten 20 Minuten auch noch Kopfbälle von Ranocchia und Lucio ohne große Mühe entschärfte. Robert Aquafresca (85.) konnte so einen Angriff sogar noch zum 0:3 abschließen

In dieser Form dürfte Olympique Marseille Trainer Didier Deschamps, der sich das Spiel im San Siro angeschaut hatte, vor dem anstehenden Champions League-Duell nicht sonderlich bange werden.

Malte Asmus

sportal.de sportal

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