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International: Real und Barca trennen sich im Hinspiel 2 -2

Im ersten Clásico dieser Saison zeigte sich Real Madrid sehr offensiv und spielbestimmend. Barcelona hatte kaum Torchancen, nutzte die wenigen aber eiskalt. Am Ende kamen die Königlichen nicht über ein 2:2 hinaus, trotz des frühen Tores von Mesut Özil, der ein hervoragendes Spiel ablieferte.

Wer erinnert sich nicht gerne an die Clásico-Wochen der vergangenen Saison. Ganze viermal innerhalb kürzester Zeit trafen die Superlative des Weltfußballs aufeinander. Und die neue Saison startet in Spanien, wie die alte zu Ende ging - mit dem Spiel Real Madrid gegen den FC Barcelona.

Das letzte Match hatte im Halbfinal-Rückspiel der Champions League 1:1 geendet, damit wollten sich die beiden Mannschaften im Hinspiel des spanischen Supercups aber nicht zufrieden geben. Am Ende war Real zwar die bessere Mannschaft, doch dank der fast perfekten Effizienz konnte sich Barca ein 2:2 sichern.

Xavi und Piqué auf der Bank

Insgesamt treffen die Teams zum fünften Mal in diesem Wettbewerb aufeinander und Barca hatte sich bisher noch nie im Supercup durchsetzen können. Und auch die Vorbereitung lässt nichts Gutes erhoffen: Real konnte aus sieben bestrittenen Partien sieben Siege einfahren (27:5 Tore). Die Katalanen kamen dagegen in sechs Spielen nur auf zwei Siege. Von den 27 bisher ausgetragenen spanischen Supercups kommen die beiden Erzrivalen zusammen auf 17 Siege (9x Barcelona, 8x Real Madrid).

Im Hinspiel setzte Pep Guardiola zunächst seine Stammkräfte Xavi (wegen Trainingsrückstand) und Gerald Piqué auf die Bank. Die Neuzugang Alexis Sánchez und Eigengewächs Thiago Alcántara durften zu Beginn ran. In der Innenverteidigung spielte Eric Abidal auf der Position von Piqué. Thiago spielte für Xavi neben Iniesta.
Josè Mourinho setzte auf seine gewohnte Startelf - mit Mesut Özil und Sami Khedira. Die Neuverpflichtungen Fábio Coentrao, Raphael Varane und José María Callejón nahmen zunächst auf der Bank platz. Zudem lief Karim Benzema im Sturm auf, was nach der Vorbereitung kaum verwunderlich war.

Real besser, Barca führt

Real war von Beginn an die bessere Mannschaft und konnte durch Benzema in der 9. Minute zum ersten Mal gefährlich werden, doch den Aufsetzer parierte Victor Valdés. Kurze Zeit später klingelte es im Kasten der Blaugrana: Wiederum war es Benzema der sich gegen zwei Gegenspieler behauptete und den mitgelaufene Özil geschickt anspielte. Der deutsche Nationalspieler blieb cool und schob den Ball lässig ins Tor zur 1:0-Führung (13.).

Barca kam bis dato nicht ins Spiel und offenbarte große Defitzite im Spielaufbau. Gerade das Zusammenspiel zwischen Abwehr und Sturm war ungewohnt schlecht. Die Königlichen hingegen störten ihre Gegner schon früh und setzten nach Ballverlusten gut nach. Große Chancen erspielten sich beide Teams aber nicht, bis David Villa plötzlich auf der linken Seite von Messi angespielt wurde. Villa nahm den Ball mit, zog in Lahm-Manier in die Mitte und schlenzte den Ball direkt am verdutzten Ramos vorbei in den Winkel.

Anschließend erhöhte Real wieder den Druck. Wieder war es der stark spielende Benzema, der nur einen Tick zu lange zögerte und dadurch Mascherano die Chance gab, sich in den wuchtigen Schuss zu werfen. Kurz vor dem Pausenpfiff brachte Lionel Messi den FC Barcelona sogar mit 2:1 in Front. In der 45. Minute, als die Spieler mit den Gedanken wohl schon in der Kabine waren, setzte sich Messi gegen Khedira und Pepe durch und stand dann frei vor Iker Casillas - der Rest war Formsache. Ähnlich wie das 1:1 kam auch dieses Tor wie aus dem Nichts.

Alsonso setzt frühen Schlusspunkt

Die zweite Halbzeit fing sehr verhalten an. Barcelona stand nicht mehr so tief, konnte aber das Spiel auch nicht an sich reißen. In der 53. Minute gab es dann das nächste Highlight in einem guten Clásico: Nach einer Ecke bekam Barca den Ball nicht aus dem eigenen Sechzehner raus. Pepe, der mitten im Gewühle den Ball hielt, legte auf Xabi Alonso zurück, der wiederum unhaltbar für Valdés das 2:2 erzielte.

Anschließend war Schluss für Sami Khedira. Der Deutsche sah beim 1:2 nicht gut aus, lieferte ansonsten eine ordentliche Partie ab. Auch Guardiola wechselte durch und schickte seine eigentlichen Stammkräfte Pique und Xavi auf's Feld. Die nächste Gelegenheit hatte wieder Real Madrid. Ein Freistoß von Cristiano Ronaldo segelte knapp am rechten Torwinkel vorbei. Direkt im Anschluss kam Özil zu einem Seitfallzieher, den Victor Valdés parieren konnte.

Das "Weiße Balett" hatte in der Mitte der zweiten Spielhälfte wieder eine sehr starke Phase, in der Barca erneut kaum aus der eigenen Hälfte kam. Hervorzuheben waren in den meisten Szenen Karim Benzema, der viel Torgefahr ausstrahlte, und Mesut Özil, der an nahezu jedem Spielzug beteiligt war. Nach der kurzen Real-Offensive, flachte das Spiel mehr und mehr ab. Barca kam in der 79. Minute nochmal zu einem Freistoß in aussichtsreicher Position, den hämmerte Weltfußballer Messi aber über das Tor. In den restlichen Minuten setzte keine Mannschaft mehr Akzente, so blieb es beim 2:2.

Etwas glücklich für den FC Barcelona, denn die gewohnte Sicherheit in punkto Ballbesitz konnten die Blaugrana nicht ausstrahlen. Real hingegen zeigte eine starke Leistung, war über weite Strecken überlegen und spielbestimmend, am Ende zählen jedoch die Tore. So darf man gespannt sein auf das Rückspiel. Im Camp Nou wird sich entscheiden wer den ersten Titel der spanischen Saison 2011/2012 gewinnt - Real Madrid oder der FC Barcelona...

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