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Internationale Transfers: Millionen-Poker um Superstars

Ronaldo zu Real Madrid? Lampard zu Inter Mailand? Kaká zu Chelsea? Im millionenschweren Poker um die Elitekicker wollen sich Europas Top-Clubs nicht über den Verhandlungstisch ziehen lassen. Tatsache ist: Der Markt wird noch richtig in Bewegung kommen.

"Der FC Chelsea hat Inter heute Morgen informiert, dass er in keine Gespräche über einen Transfer von Frank Lampard einsteigen wird", teilte der Verein kurz und knapp vor der Präsentation des neuen Chelsea-Trainers Luiz Felipe Scolari mit. "Frank Lampard hat mir gesagt: 'Ja, ich will in Chelsea bleiben", bestätigte der Coach anschließend.

Ausgerechnet Scolaris Vor-Vorgänger an der Stamford- Bridge, José Mourinho, will den 30 Jahre alten Lampard haben, der neben dem deutschen Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack das Mittelfeld-Herzstück bei den "Blues" bildet. Das letzte Wort ist im Fall Lampard nicht gesprochen. Das englische Fußball-Magazin "World Soccer" schreibt in seiner Online-Ausgabe, dass Inter den Londonern trotz der Absage ein neues Angebot vorlegen wird - und das wird über den rund acht Millionen Euro liegen, die Inter bisher geboten hat. Tatsache ist: Der Kader von Chelsea ist mit 32 Spielern zu groß. Scolari machte deutlich, dass er mit höchstens 25 Spielern in die Saison gehen wird. Lampard, dessen Vertrag im nächsten Jahr ausläuft, verdient bei Chelsea 105.000 Pfund pro Woche. Für seine vorzeitige Vertragsverlängerung hatte er eine Anhebung auf 135.000 Pfund pro Woche gefordert - so viel wie Mannschaftskapitän John Terry. Außerdem verlangte er eine Laufzeit von fünf Jahren. Chelsea wollte ihm nur vier Jahre gewähren. Ausgang ungewiss.

Ebenfalls unklar ist der Verbleib von Didier Drogba bei Chelsea. Der Ivorer hat nach dem Rauswurf von Trainer Mourinho immer mit seinem Weggang kokettiert. Drogba und auch Deco, jüngst vom FC Barcelona nach Chelsea gewechselt, zählt zu den Spieler, "zu denen ich nie Nein sagen könnte", sagte Mourinho jüngst. Er würde es lieben, wieder mit ihnen zusammenzuarbeiten, meinte der Portugiese. Im möglichen Bieter-Wettbewerb um den Ivorer Drogba könnte Meister Inter aber ausgerechnet im Stadtrivalen einen Konkurrenten bekommen. Doch auch Drogba will Scolari gar nicht ziehen lassen. "Er ist zu 100, nein, zu 200 Prozent Teil meiner Pläne", sagte Scolari.

Milan will Kaká halten

Die Verantwortlichen des AC Mailand bemühen sich indes selbst darum, das Buhlen um ihren Brasilianer Kaká gleich im Keim zu ersticken. "Ich kann bestätigen, dass Chelsea sein Interesse an Kaka erklärt hat", sagte AC-Vizepräsident Adriano Galliani dem Sender Sky Sport Italia. Eine 100-Millionen-Offerte, wie von britischen Medien kolportiert, konnten die Lombarden nicht bestätigen. "Ich habe den Verantwortlichen des FC Chelsea mitgeteilt, dass wir nicht interessiert sind, ihn (Kaká) zu verkaufen und ich habe alles gestoppt, bevor sie ein Angebot machen konnten."

100 Millionen Euro - diese Summe geistert auch immer wieder im Zusammenhang mit Cristiano Ronaldo durch die Gazetten. Der spanische Meister Real Madrid will den 23-Jährigen für seine "galaktische" Mannschaft. Der englische Meister Manchester United rechnet aber mit Ronaldo. Auch wenn er vorerst auf Eis gelegt ist. Eine Einschätzung, wann Ronaldo wieder völlig fit sein würde, werde man nach einer Untersuchung durch einen Spezialisten in einem Monat haben, teilte "ManU" auf seiner Homepage mit.

Liverpool hat Interesse an Villa

Der portugiesische Nationalspieler war vor wenigen Tagen in Amsterdam am rechten Knöchel operiert worden. Weiter angeheizt werden dürften die Spekulationen um einen Weggang Ronaldos, sollte Carlos Queiroz, dem ein Angebot über rund 1,9 Millionen Euro pro Jahr vorliegen soll, die Auswahl Portugals übernehmen. Der Portugiese ist bisher noch Assistenztrainer - bei Manchester United.

Auch der Torschützenkönig der Europameisterschaft, David Villa vom FC Valencia, ist in das Visier eines Premier Clubs geraten. Nach dem Weggang des englischen Nationalspielers Peter Crouch zum FC Portsmouth bekundete Liverpools Trainer Rafael Benitez großes Interesse am Spanier. Villa würde seinem Nationalmannschaftskollegen Fernando Torres folgen. Dann könnten die "Reds" mit dem Sturm des Europameisters angreifen. Eine verlockende Perspektive.

DPA/tis / DPA

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