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Internationaler Fußball: Spanier schimpfen auf Özil und Khedira

Real Madrid läuft seiner Form hinterher: Beim krassen Außenseiter UD Levantes kam das Starensemble nur zu einem torlosen Remis. Daraufhin ging die spanische Presse mit Mesut Özil und Sami Khedira hart ins Gericht.

Real Madrid, der reichste Fußballverein der Welt, kam beim Aufsteiger UD Levante, dem ärmsten Club der spanischen Liga, nur zu einem torlosen Remis. Die Madrider Presse machte nach dem enttäuschenden 0:0 die deutschen Real-Profis Mesut Özil und Sami Khedira als Schwachstellen aus. Der Ex-Bremer und der frühere Stuttgarter mussten sich vorhalten lassen, nicht genügend für den Spielaufbau getan zu haben.

Real (11 Punkte) musste die erst am Dienstag eroberte Tabellenführung in der Primera División wieder an den FC Valencia (13) abtreten, der bei Sporting Gijón 2:0 gewann. Titelverteidiger FC Barcelona (12) zog mit einem 3:1-Sieg bei Athletic Bilbao ebenfalls an den "Königlichen" vorbei. Neben dem Athletic-Verteidiger Fernando Amorebieta wurde auch Barças Nationalstürmer David Villa vom Platz gestellt.

Heftige Schelte für Real


Real musste sich nach der niveauarmen Nullnummer derbe Medienschelte gefallen lassen. Besonders hart ging die Sportzeitung "As" mit Khedira ins Gericht. "Der Deutsche war praktisch von der Bildfläche verschwunden. Sein Beitrag zum Spielaufbau war gleich null", meinte das Blatt und stufte Khedira als schlechtesten Spieler auf dem Platz ein.

Özil wurde vorgeworfen, als Spielmacher kleine Verantwortung übernommen zu haben und ebenfalls in der Versenkung verschwunden zu sein. "Er zeigt zunehmend Anzeichen von Unbeständigkeit, vor allem in den Auswärtsspielen", hielt das Sportblatt "Marca" dem Ex-Bremer vor, der nach 62 Minuten ausgewechselt wurde. "Er muss diese Durststrecken unbedingt überwinden, denn Real braucht ihn dringend."

Mourinho: Schwäche im Abschluss


Real-Trainer José Mourinho räumte ein: "Unsere Schwäche im Abschluss macht mir Sorge." Das Starensemble um Ronaldo erzielte in fünf Punktspielen nur sechs Treffer. Vor einem Jahr waren es 16. Dennoch wurde Trainer Manuel Pellegrini zum Saisonende entlassen.

In der italienischen Serie A hat Inter Mailand die Generalprobe vor der Champions-League-Partie gegen Werder Bremen vermasselt. Der Triple-Gewinner verlor mit 0:1 beim Vize-Meister AS Rom und musste damit seine erste Saisonniederlage einstecken. Titelrivale AC Mailand (8 Punkte) nutzte die Pleite, siegte zu Hause mit 1:0 gegen den FC Genua und kam damit bis auf zwei Punkte an Triple-Sieger Inter (10) heran.

Dicke Luft bei Inter


Inter herrscht deswegen dicke Luft: "Wenn die anderen nicht laufen, gehe ich vom Platz", schimpfte Chivu über die seine Meinung nach zu faulen Teamkollegen. Trainer Rafael Benitez haderte nach der ersten Pleite der Saison vor allem mit der Chanceauswertung seines Star-Ensembles: "Wir haben 15 Torschüsse abgegeben, aber keinen Treffer erzielte", bemängelte der Spanier.

Größter Nutznießer der Inter-Pleite war neben den Römern der AC Mailand. Neuzugang Zlatan Ibrahimovic schoss Milan gegen den FC Genua mit Ex-Bayer Luca Toni in der 49. Minute zum Sieg, der die Truppe von Club-Chef Silvio Berlusconi offenbar beflügelte. "Wenn wir unseren Job machen, werden wir Meister", kündigte der schwedische Nationalstürmer an. Auch Trainer Massimiliano Allegri zeigte sich voller Selbstbewusstsein: "Jetzt sind wir Inters schärfster Titelkonkurrent", meinte der Milan-Coach.

Chelseas Siegesserie gestoppt


Der Lauf von Englands Fußballmeister FC Chelsea ist in der Premier League gestoppt worden. Nach fünf Siegen in Serie unterlagen die "Blues" am Samstag Manchester City mit 0:1, wozu der deutsche Nationalspieler Jerome Boateng seinen kleinen Teil beitrug. Der von seiner Knieverletzung genesene frühere Hamburger wurde zwei Minuten vor Schluss erstmals eingewechselt und mithalf, die von Stürmerstar Carlos Tevez erzielte Führung über die Zeit zu retten. "Captain Fantastic", lobte das Boulevardblatt "News of the World" am Sonntag den Argentinier.

Die "Blues" aus London blieben aber Tabellenführer, während auch der Tabellenzweite FC Arsenal überraschend zu Hause gegen West Bromwich Albion strauchelte und 2:3 verlor. "Wir haben bekommen, was wir verdient haben", sagte Arsenal-Trainer Arsène Wenger verbittert. "Unerklärlich, wie schwach wir waren. Ich habe meine Mannschaft nicht wiedererkannt. Es ist mir ein Rätsel."

Auch Werder Bremens Champions-League-Konkurrent Tottenham Hotspur verlor 0:1 gegen West Ham United. Die "Hammers" des weiterhin verletzt fehlenden Thomas Hitzlsperger feierten damit den ersten Saisonsieg. Der FC Liverpool kam derweil gegen den FC Sunderland nur zu einem 2:2.

Liverpool, das im Ligapokal am viertklassigen Northampton Town gescheitert war, brachte das 2:2 gegen Sunderland kaum weiter. Die Führung von Dirk Kuyt (5.) drehte Sunderland zunächst dank eines Doppelschlags von Stürmer Darren Bent (25./Handelfmeter/48). "Reds"- Kapitän Steven Gerrard verhinderte per Kopf die Niederlage (64.) und solidarisierte sich nach dem Abpfiff mit demonstrierenden Fans, die lautstark den Abschied der amerikanischen Liverpool-Eigner Tom Hicks und George Gillett forderten.

DPA/tis / DPA

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