Isar-Donnergrollen Watschen für Bayern-Schlaffis


Miese Leistung und faule Ausreden: Jetzt reicht es den Bayern-Bossen. Uli Hoeneß und Co. haben sich die Mannschaft vorgeknöpft. Und Trainer Felix Magath gerät zunehmend in die Schusslinie.
Von Klaus Bellstedt

Wenn sich die selbst ernannte "Abteilung Attacke" bei den Bayern über die Medien zu Wort meldet, dann ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass beim Rekordmeister etwas im Argen liegt.

Die schlaffe Vorstellung bei der 1:2-Niederlage der Münchener in Bielefeld hat die Herrn Hoeneß, Rummenigge und Beckenbauer verstimmt. Mehr noch, sie hat sie ärgerlich gemacht. Neu daran ist, dass auch Trainer Felix Magath bei den Verantwortlichen in die Kritik gerät. "Wir müssen die Zügel anziehen", forderte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge auf der Club-Homepage den Coach zu einer härteren Gangart im Umgang mit den Spielern auf und verlangt in den nächsten Spielen eine deutliche Leistungssteigerung der Mannschaft: "Ich kann jedem nur raten, ab sofort Vollgas zu geben. Wir kommen jetzt in eine entscheidende Phase der Meisterschaft."

Auch Beckenbauer grantelt

Magath hatte sich nach der Blamage auf der Alm mit einer stumpfen Ausrede für die Leistung seiner Männer entschuldigt - und wurde dafür von den Bayern-Bossen ordentlich abgewatscht: "Ich habe ihm gesagt, dass ich ihm davon abrate, in der Zukunft die Mannschaft zu schützen, weil man ihr damit ein Alibi liefert. Die Mannschaft muss wissen, dass sie jetzt gefordert ist und zwar in extremem Maße. Sie muss jetzt zeigen, welche Qualität sie hat", polterte Rummenigge bereits am Dienstag in einem Interview mit der Münchener "tz".

Uli Hoeneß legte am Mittwoch in der Bild-Zeitung nach: "Ich habe mich sehr geärgert. Die Niederlage in Bielefeld muss ein einmaliger Ausrutscher bleiben. Die Zeit der Ausreden ist vorbei", sagte der Manager in der Bild-Zeitung. Etwas moderater äußerte sich der Präsident der Bayern: "Es wird schwieriger als in den letzten Jahren", gab sich Franz Beckenbauer auf die Frage nach den Meisterschaftschancen der Münchner am Dienstagabend gegenüber dem DSF ungewohnt bescheiden: "Zumindest hoffe ich, dass wir in dem kleinen Kreis der Meisterschaftsanwärter auch dabei sind."

Zum Siegen verdammt

Aber auch der Kaiser forderte insgesamt mehr Engagement von der Mannschaft ein: "Manchmal hapert es einfach ein bisschen an der Laufbereitschaft und wenn nicht alles in Bewegung ist, dann stockt es natürlich. Da kommen die Spieler unter Druck und schlagen die Bälle irgendwo in der Gegend herum, anstatt sich am Spielbetrieb zu beteiligen." Am Wochenende empfängt der Rekordmeister in der Allianz-Arena die forschen Aufsteiger von Alemannia Aachen. Und die Bayern sind zum Siegen verdammt.


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