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KIRCH-PLEITE: Bundesregierung plant keine Bürgschaften für Fußball-Clubs

Die Bundesregierung wird den Bundesliga-Vereinen vorerst keine Bürgschaft anbieten. Nach Aussage des bayrischen Ministerpräsidenten Stoiber können die Clubs mit den Kirch-Millionen fest rechnen.

Trotz der drohenden Insolvenz der Kirch-Gruppe plant die Bundesregierung derzeit nicht, den Bundesliga-Vereinen Bürgschaften anbieten. Dafür sehe man keine Notwendigkeit, sagte Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye am Freitag in Berlin. Er verwies auf die Aussage von Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU), dass die Kirch-Gruppe ihre Zahlungen für die laufende Saison einhalten will. Damit habe sich eine Hilfe der Bundesregierung erledigt.

Heye wies zugleich Kritik an den Bürgschaftsüberlegungen zurück. »Es ist absurd zu glauben, dass die Bundesregierung die Gehälter von Fußballmillionären absichern will«. In erster Linie seien die Vereine selbst in der Pflicht, betonte Heye. Sie müssten nach Lösungen suchen, Kosten drosseln, sparsam wirtschaften und etwa Gehälter senken. »Die Vereine haben hier eine Pflicht, die großen wie die kleinen.«

Heye verteidigte aber Überlegungen von Bundeskanzler Gerhard Schröder, den Fußball-Clubs notfalls mit Bürgschaften aus der Klemme zu helfen. Die Überlegungen des Kanzlers hätten den kleinen Vereinen gegolten. Der Bundeskanzler gehe davon aus, dass die großen Clubs ihre Probleme selbst lösen könnten.

Auch Fußballvereine seien Wirtschaftsbetriebe, sagte Heye. Als solche hätten sie das Recht, die öffentliche Hand um Bürgschaften zu bitten. Darüber entscheide ein interministerieller Bürgschaftsausschuss. Bisher gebe es aber keine Anforderung. Bei den Bürgschaften gehe es nicht um Geldgeschenke an die Clubs. Vielmehr müssten sie die Kredite und gegebenenfalls auch die Bürgschaften zurückzahlen.

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