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Liga-Pokal: Magath will den ersten Titel

Erstmals tritt der FC Bayern München mit seinem neuen Trainer Felix Magath in einem offiziellen Spiel an. Gegen Leverkusen geht es um den Einzug in das Finale des Liga-Pokals.

Jetzt wird’s ernst: Der FC Bayern München muss nach den durchwachsenen Auftritten gegen den TSV 1860 und gegen Manchester United erstmals Farbe bekennen. Im Liga-Pokal will der deutsche Fußball-Rekordmeister mit der "Wiedergutmachung" für die letztjährige titellose Saison beginnen. "Der Liga-Pokal ist das erste interessante Spiel. Wir wollen ins Finale kommen und das auch gewinnen. Wir wollen den ersten Titel holen", sagte Felix Magath, der auf den ersten Erfolg als Bayern-Coach hofft, vor der Halbfinal-Partie am Mittwochabend ARD in Wattenscheid gegen Bayer Leverkusen.

"Ich bin schon lange heiß auf Titel, weil ich ja noch keine gewonnen habe. Aber auch die Spieler, die schon Titel haben, sind richtig heiß", versicherte der neue Münchner Trainer. Auch der Kapitän ließ keinen Zweifel an seinem wieder entflammten Ehrgeiz aufkommen. "Ich bin wieder hungrig auf Titel geworden. Das Wichtigste bei mir ist, hungrig zu sein, das ist entscheidend", betonte Oliver Kahn.

Noch nicht alle an Bord

Die Bayern, die am Dienstag das fünftägige Trainingslager in Bonn antraten, sind durch eine teilweise sehr eingeschränkte Vorbereitung gehandicapt. Die Nationalspieler stiegen nach der Europameisterschaft und dem Urlaub zu unterschiedlichen Zeiten ins Training ein. Erst in der Vorwoche kehrten etwa Kahn, Michael Ballack und Roy Makaay an ihren Arbeitsplatz in München zurück. Dazu kam die Belastung durch die USA-Reise, von der die Münchner erst am Montag zurückkamen.

"Wir werden mit der bestmöglichen Mannschaft auflaufen", kündigte Magath an. Verzichten muss er gegen Leverkusen auf die Rekonvaleszenten Lucio, Bastian Schweinsteiger (Knie-Operationen), Claudio Pizarro (Schädel-Operation) und Willy Sagnol (Armbruch). Jedoch können die Bayern rechtzeitig zum Bundesliga-Start am 7. August gegen den Hamburger SV auf das Comeback des zwölf Millionen Euro teuren Neuzugangs Lucio hoffen. Der brasilianische Weltmeister, der bislang nur ein individuelles Aufbautraining absolvieren konnte, reiste am Dienstag mit ins Trainingslager.

"Ich verlange Professionalität"

Von nun an dürfen sich die Bayern-Stars auf knallharten Konkurrenzkampf gefasst machen. Auch Nationalspielern könne ein Platz auf der Tribüne drohen, kündigte Magath in einem Interview der Münchner "Abendzeitung" an. "Ich verlange Professionalität. Da gehört dazu, dass man solche Entscheidungen akzeptiert. Wem das nicht passt, der soll kommen - dann werden wir eine Lösung finden. Vielleicht wird unser Kader in der Winterpause kleiner", erklärte der Trainer.

Den Liga-Pokal mag Magath offensichtlich. "Ich schätze diesen Wettbewerb sehr. Er hat über die Jahre einen immer größeren Stellenwert erfahren", lobte er. "Die Spiele sind ein exzellenter Test, kurz vor dem Start der Bundesliga-Saison gegen die Bundesliga- Konkurrenten letztmalig die eigene Form zu überprüfen." Nach Ansicht des Bayern-Trainers ist der Wettbewerb "erstklassig konzipiert". Die Veranstaltung sei auf hohem Niveau, "bei dem der Verein auch noch sehr gutes Geld hinzuverdienen kann", so Magath. Insgesamt ist der Liga-Pokal mit 3,7 Millionen Euro dotiert. Die sechs beteiligten Clubs erzielten je 256 000 Euro Startgeld, der Sieger des Finales am 2. August in Mainz nimmt insgesamt 1,28 Millionen Euro ein.

Dieter Hausmann / DPA / DPA

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