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Miroslav Klose: "Einfach mal Drecksau sein"

Miroslav Klose, der Mann der leisen Töne geht verbal in die Offensive und schlägt laute Töne an. Werder Bremens Torjäger will sich in der WM-Saison noch spektakulärer in Szene setzen, als er das ohnehin schon getan hat.

"Vielleicht muss ich vor dem Tor etwas mehr Drecksau sein, das könnte mir helfen", verkündete der 27 Jahre alte Nationalstürmer auf seiner Website. Die 15 Treffer aus der Vorsaison wolle er in der gerade gestarteten Bundesliga noch steigern. Den Anfang dazu hat Klose bereits gemacht.

Fitter denn je

Mit zwei Toren zum Auftakt gegen Arminia Bielefeld hat sich der kopfballstarke Angreifer mit seinem Sturmpartner Ivan Klasnic schon mal an die Spitze der Fußball-Bundesliga geschossen. Das war nach dem wegen einer Knieoperation verpassten Confederations Cup Balsam. "Der Verzicht war bitter. Aber wir haben uns mit den Ärzten beraten und die Operation durchgezogen. Jetzt bin ich umso fitter", berichtete der gebürtige Pole, der vor einem Jahr vom 1. FC Kaiserslautern an die Weser gewechselt war.

Klose hat die Luftveränderung nie bereut, auch wenn er unter anderem verletzungsbedingt einige Zeit brauchte, um in der neuen Umgebung so richtig heimisch zu werden. Das Vertrauen des Bremer Umfeldes und wohl auch die Geburt seiner Zwillinge im Januar haben ihm dabei geholfen. Sie geben ihm nun auch die Zuversicht, sich in der Nationalmannschaft überzeugend zurückzumelden und für die WM 2006 im eigenen Land zu empfehlen. In diesem Jahr reichte es bislang nur zu einem Einsatz beim 1:0 am 26. März in Slowenien. Nächste Woche beim Klassiker in Rotterdam gegen die Niederlande soll der nächste und damit 47. insgesamt im Nationaltrikot folgen.

Drecksau, aber kein Egoist

Doch Klose wäre nicht Klose, wenn er bei allem Ehrgeiz die ihm anhaftende Bescheidenheit ablegen würde. "Ich bin wegen der Rehabilitation eben weiter als manch’ anderer zu diesem Zeitpunkt", meinte er nach dem gelungenen Saisonauftakt. Und ein Egoist wird er auch in Zukunft nicht sein. "Meine Mitspieler will ich nicht vernachlässigen", versprach er glaubwürdig.

Davon zeugte auch schon seine Reaktion nach dem 5:2 gegen die Arminia. "Ob es Ivan ist, Nelson Valdez, Aaron Hunt oder Mohamed Zidan: Wir haben fünf gute Stürmer. Jeder hat sein eigenes Potenzial. Im Moment spielen wir zwei. Aber jeder kann den anderen ergänzen", konstatierte er.

Werder-Trainer Thomas Schaaf hatte von seinem Vorzeige-Stürmer auch nichts anderes erwartet. Obwohl große Worte auch seine Sache nicht sind, ließ er aber dennoch ein dickes Lob an seinen "K&K-Sturm" vom Stapel: "Miro und Ivan haben eine Marke gesetzt, und die sehr eindrucksvoll. Wenn sie so weitermachen, werden wir noch viel Freude an ihnen haben."

Gert Glaner/DPA / DPA

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