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Spitzenspiel in der 3. Fußball-Liga N-Wort? Magdeburger Profis erheben heftige Rassismus-Vorwürfe – 1. FC Saarbrücken wehrt sich

Giftiges Duell in der 3. Liga: Der Magdeburger Minos Gouras (l.) beharkt sich mit Saarbrückens Leon Bell Bell
Giftiges Duell in der 3. Liga: Der Magdeburger Minos Gouras (l.) beharkt sich mit Saarbrückens Leon Bell Bell
© Imago Images
Zwei Profis des 1. FC Magdeburg haben nach der Partie gegen den 1. FC Saarbrücken schwere Vorwürfe erhoben. Spieler des Gegners hätten sie mehrfach rassistisch beleidigt. Die Saarbrücker weisen die Anschuldigungen mit Nachdruck zurück.

Es ging hitzig zu im Spiel am Mittwochabend zwischen dem 1. FC Saarbrücken und dem 1. FC Magdeburg in der 3. Liga. Ein Spitzenspiel, der Tabellenfünfte gegen den Tabellenführer. Die stärkeren Saarbrücker gewannen, allerdings durch einen unberechtigten Strafstoß, mit 2:1 und stürzten Magdeburg von der Tabellenspitze. Soweit alles normal. Doch nach dem Spiel erhoben zwei Magdeburger Profis schwere Vorwürfe gegen den Gegner, der sie mehrfach rassistisch beleidigt haben soll.

"Er hat Amara (Condé, Anm. d. Red.), Sisi (Sirlord Conteh) und mich rassistisch beleidigt. Das kann man nicht dulden. Klar sind Emotionen drin, aber rassistisch beleidigt zu werden, ist richtig asozial," wütete Magdeburg-Profi Atik gegenüber der "Bild"-Zeitung. Gemeint war Innenverteidiger Dennis Erdmann.

Mehrere Saarbrücker Profis sollen das N-Wort gesagt haben

Auch andere Spiele der Saarbrücker sollen mehrfach rassistische Beleidigungen ausgesprochen haben. Der Magdeburger Amara Condé sagte: "Ich möchte niemanden bewusst angreifen, aber das geht so gar nicht. Das meiste ging gegen unseren Mitspieler Sirlord Conteh. Das war der Wahnsinn, da kamen Sprüche wie 'Sag deinen Eltern, die sollen wieder zurückpaddeln'. Das N-Wort hast du permanent gehört und immer war eine dreckige Lache dabei."

Die Magdeburger wollen während des Spiels Schiedsrichter Robert Kampka über die Beleidigungen informiert haben, der habe aber nichts mitbekommen, wie er nach Spielschluss sagte. Der DFB teilte mit, dass er die Anschuldigungen im Kontrollausschuss prüfen werde.

Erdmann selbst bestreitet die Vorwürfe: "Ich habe lediglich gesagt, halte die Klappe und spiele weiter Fußball. Der Schiedsrichter stand dabei direkt daneben."

Der 1. FC Saarbrücken wehrt sich

Der Pressesprecher des 1. FC Saarbrücken, Peter Müller, stellte sich hinter Erdmann und die Mannschaft. Auf Anfrage des stern wies er die Anschuldigungen strikt zurück: "Wir finden das bodenlos, unterirdisch. Das sind Ausreden, der Gegner soll nach der Niederlage diskreditiert werden. Es gab keine einzige rassistische Beleidigung. Das ist übles Nachtreten." Dass es verbal zur Sache ging, bestreitet Müller nicht, aber eben im "Rahmen des Üblichen".

Müller verwies auf Magdeburg-Trainer Christian Titz. An dem sollten sich die Magdeburger Profis "ein Beispiel nehmen". Der habe ganz offen und ehrlich von einem "gebrauchten Tag" seiner Mannschaft geredet. Der 1. FC Magdeburg gab keine Stellungnahme ab.

Quellen:"Bild", "Mitteldeutsche Zeitung"

tis

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