HOME

Nach Vertragsverlängerung: Hitzfelds Heißhunger auf Titel

Überraschend schnell hat Ottmar Hitzfeld dem heftigen Werben der Bayern-Führung nachgegegen und seinen Vertrag als Trainer der Bayern bis 2008 verlängert. Bei der Verpflichtung von neuen Stars will der Meister-Club jetzt aus dem Vollem schöpfen.

Die wichtigste Personalie wurde zwischen Vorspeise und Hauptgericht entschieden - und nach der überraschend schnellen Vertragsverlängerung mit Ottmar Hitzfeld will der deutsche Fußball- Rekordmeister Bayern München nun wieder seinen Heißhunger auf Titel stillen. Nur 43 Tage nach seiner Rückkehr hat der "General" beim zu alter Stärke zurückgekehrten Branchenriesen wieder dauerhaft das Kommando übernommen und wird mindestens bis zum Ende der Saison 2007/08 bleiben.

"In den letzten Wochen ist in mir etwas gewachsen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich hier so wohl fühle", gestand Hitzfeld am Donnerstag - einen Tag nachdem bei feinem Mittagsmahl mit Manager Uli Hoeneß die Fortsetzung der Zusammenarbeit besiegelt wurde.

Als Feuerwehrmann zurückgekehrt

Als Nachfolger des entlassenen Felix Magath war Hitzfeld vor sechs Wochen als Feuerwehrmann zu den Bayern zurückgekehrt, mit denen er schon zwischen 1998 und 2004 Weltpokal- und Champions-League-Sieg sowie vier Meistertitel und zwei DFB-Pokal-Erfolge feierte. Die Handschrift des Erfolgscoachs zeigte sich auch nach kurzer Zeit schon deutlich, wenngleich sich Hitzfeld anfänglich selbst nicht sicher war. "Das war für mich ein Experiment", sagte der 58-Jährige und konnte mit dem "Labor FC Bayern" positive Ergebnisse vorweisen.

In der Bundesliga machte das Team Boden gut, in der Champions League gelang der Viertelfinal-Einzug gegen Real Madrid - und spätestens seit diesem Erfolg wurde das Werben um eine Weiterbeschäftigung immer heftiger. Hatte Hitzfeld bei seiner Rückkehr eine Fortsetzung über das Saisonende noch ausgeschlossen, ließ er sich in den vergangenen Wochen immer wieder ein Hintertürchen offen, und auch für die Zukunft legte er sich nicht langfristig fest.

"Nicht in die alte Mühle geraten"

"Ich möchte sehen, ob die Arbeit fruchtet, und wenn ich nicht in die alte Mühle gerate, ist eine längere Zusammenarbeit möglich", äußerte sich Hitzfeld, der damals bei seinem Abschied aus München ausgelaugt war und nicht wieder eine solche Zeit erleben möchte. "Die Entscheidung, den Vertrag 'nur' für ein Jahr zu verlängern, haben wir gemeinsam getroffen", ergänzte Hoeneß. "Ein Jahr heißt nicht, dass daraus nicht auch eine längere Ehe werden kann."

Mit Zufriedenheit konnte der Manager am Donnerstag an der Säbener Straße die Vertragsverlängerung mit dem Wunschtrainer verkünden. Während Hitzfeld von seinem Schritt "selbst überrascht" war, war sich der Manager seiner Sache angeblich immer sicher. "Es war für mich eine ziemlich klare Angelegenheit, dass Ottmar bleibt", betonte der Bayern-Macher auch ein Stück weit erleichtert. "Ungewissheit ist eine schlechte Basis für Erfolg." Das Signal ist klar: Nach der geklärten Personalie Hitzfeld können sich alle voll und ganz auf die Aufholjagd in der Bundesliga konzentrieren, in der die Münchner nur Vierter sind. Zudem träumen Hoeneß & Co. auch vom erfolgreichen Abschneiden in der Champions League, wo der AC Mailand nächster Gegner ist.

Neue Stars sollen kommen

Neben Hitzfeld macht auch Co-Trainer Michael Henke weiter. Mit dem Erfolgsduo wollen die Bayern nicht nur ihre sportlichen Ziele erreichen, sondern auch möglichst schnell die Personalplanungen für die neue Saison vorantreiben. "Seine Entscheidung, die Trainertätigkeit fortzusetzen, gibt uns allen nun auch die Möglichkeit, die Planungen für die kommende Saison direkt mit dem verantwortlichen Trainer abzustimmen", betonte Hoeneß.

In Jose Ernesto Sosa, Jan Schlaudraff sowie Hamit Altintop hat der Manager bislang drei Zugänge für die neue Saison auf der Gehaltsliste, mit Vorstandskollege Karl-Heinz Rummenigge will er am liebsten einige Stars in die bayerische Landeshauptstadt locken. "Wir sind aber wild entschlossen, dass es nicht nur bei den Dreien bleibt, sondern dass wir noch den einen oder anderen Transfer machen mit der Prämisse, hohe Qualität zum FC Bayern zu holen", betonte Rummenigge in einem Interview mit der Internetseite des Vereins www.fcb.de Man sei bereit, "hohe Summen zu investieren".

Hans Berghammer und Christian Kunz/DPA / DPA

Wissenscommunity