Nationalelf DFB unter Schuh-Zwang


Nach der WM-Euphorie streiten sich die deutschen Nationalspieler mit dem DFB ums liebe Geld. Die Spieler fordern freie Schuhwahl, der DFB hat die Kickerfüße aber an Adidas verkauft.

Die deutschen Nationalspieler haben die Führung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) unter Druck gesetzt und im Schuh- Streit um verschiedene Hersteller und Vertragspartner auch Konsequenzen für das Länderspiel gegen Schweden nicht ausgeschlossen. In einem Gespräch mit DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder und Teammanager Oliver Bierhoff forderte der Mannschaftsrat ab sofort freie Schuhwahl und eine Klärung bis zum Anpfiff (20.45 Uhr) am Mittwoch in Gelsenkirchen. Laut "Bild"-Zeitung haben die Profis sogar mit einem Boykott gedroht.

"Ich hoffe, wir finden eine Lösung", sagte Bierhoff, der allerdings auf einige Gespräche verwies, die dazu nötig seien. Die Verhandlungen mit den Partnern wie adidas und Deutsche Fußball-Liga (DFL) sollen nun intensiv geführt werden. Dies wurde auch von Ausrüster adidas bestätigt. "Wir werden uns zeitnah mit unserem Partner zusammensetzen", sagte Unternehmens-Sprecher Oliver Brüggen. Weitere Auskünfte werde man derzeit aber nicht geben.

DFB-Präsident Theo Zwanziger hat unterdessen einen Appell an die deutschen Fußball-Nationalspieler gerichtet. "Wir dürfen uns von diesem Thema nicht die WM-Stimmung kaputt machen lassen", sagte Zwanziger. Der Verbands-Chef bestätigte, dass bei Gesprächen zwischen DFB-Generalsekretär Horst R. Schmidt und Vertragspartner adidas in Frankfurt/Main nach einer schnellen Lösung für das Schweden-Spiel am Mittwoch in Gelsenkirchen gesucht werde.

Löw will sich nicht äußern

Zu den Akteuren, die bei ihren Vereinen nicht mit den Schuhen des offiziellen DFB-Ausrüsters spielen, zählen unter anderen WM- Torschützenkönig Miroslav Klose, sein Bremer Kollege Torsten Frings und Torwart Jens Lehmann, die bei Adidas-Konkurrent Nike unter Vertrag stehen. Alle drei gehören auch zum Mannschaftsrat, der die Forderungen vorgebracht hatte.

Er sei zuversichtlich "dass wir bis morgen eine Lösung hinbekommen", sagte Bierhoff, gab aber auch zu: "Es ist eine schwierige Situation, vor allem für den Trainer." Bundestrainer Joachim Löw selbst wollte sich zu dem Konflikt nicht detailliert äußern: "Das ist Angelegenheit des DFB und von Manager Oliver Bierhoff." Bierhoff betonte, dass es kein Ultimatum der Mannschaft gegeben habe. Der DFB hatte erst im vergangenen Jahr seinen Vertrag mit Adidas um fünf Jahre bis 2010 verlängert.

Diskussionen um die Schuhwahl hat es in den vergangenen Jahren immer wieder gegeben. Deutschland gehört zu den wenigen Fußball- Ländern bei denen die Nationalspieler einem Schuhzwang unterliegen. Deshalb müssen die Profis teilweise Einbußen bei ihren gut dotierten Einzelverträgen hinnehmen.

DPA DPA

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