Nationalmannschaft Schwere Herzen und fitte Spieler


Zwei Tage hat Nationaltrainer Jürgen Klinsmann seine Spieler bei einem Fitnesstest auf Beweglichkeit und Koordination getestet. Am Ende waren nicht alle zufrieden.

Schweren Herzens mussten Sebastian Deisler und zwölf weitere WM-Kandidaten die Koffer packen, denn nach Ende des Fitnesstests gewährt Jürgen Klinsmann nur 19 Spielern eine letzte Bewährungschance für den Confederations Cup. Fest eingeplant für den Confed-Cup ist dagegen Robert Huth. Der 20-jährige hatte zuletzt auch ein Angebot vom FC Bayern München bekommen, es aber abgelehnt. Er fühle sich geehrt vom Interesse der Bayern, wolle aber lieber weiter beim FC Chelsea bleiben und sich dort durchsetzen, um auch seine WM-Chance zu wahren, so der Wahl-Engländer.

Erste Ergebnisse durchweg positiv

Mit neun speziellen Übungen zur Beweglichkeit und Koordination hatte der Trainer die Fitness seiner Spieler in der Leichtathletik-Halle von Calbach getestet. Am Ende sah sich die sportliche Leitung der Nationalelf in ihrem Kurs bestätigt. Die ersten Ergebnissen des zweitägigen Fitness-Checks fielen durchweg positiv aus. Selbst beim ungeliebten Laktattest seien "fast alle Spieler" durchgelaufen, resümiert Klinsmanns Assistent Joachim Löw. "Sie sind bis ans absolute Limit gegangen. Wir haben den Eindruck, dass da schon Verbesserungen erzielt worden sind", lobt er seine Spieler.

Auch US-Experte Mark Verstegen, der die Übungen am zweiten Tag leitete, bescheinigte den 31 Akteuren eine positive Entwicklung: "Die Spieler haben Fortschritte gezeigt. Man hat auch einen Unterschied gesehen zwischen den neuen Spielern und denjenigen, die schon im vergangenen September dabei waren." Der Chef von "Athletes Performance", der die DFB-Elf auch bei der WM 2006 mit betreuen will, warb nochmals ausdrücklich für seine Methoden: "Der professionelle Athlet ist wie ein Formel-1-Auto. Nach 100.000 km kann der Motor nach einer weiteren Meile kaputt sein oder er fährt nochmals 100.000."

Klinsmann plant Taktik gegen Slowenien

Nach dem Test richtete der Bundestrainer alle Konzentration auf das Länderspiel am Ostersamstag in Slowenien. "Nach vorn gerichtet, agierend, auf Tempo basierend", so will Klinsmann sein Team auch im neunten Länderspiel unter seiner Regie sehen. "Wir haben nicht mehr so viel Zeit, deswegen müssen wir versuchen, in jedem Länderspiel Fortschritte zu machen. In unserer Spielweise, in unserer Art, wie wir das Spiel bestimmen", schätzt auch Teammanager Oliver Bierhoff die Bedeutung der Partie gegen Slowenien ein. Joachim Löw sieht mit der Länderspiel-Premiere gegen Slowenien, immerhin WM- Teilnehmer von 2002, die zweite Phase der WM-Vorbereitung eröffnet. "Dabei wollen wir die Mannschaft als Titelanwärter positionieren. Es zählt jeder Tag für uns."

Allerdings fährt die Nationalmannschaft ohne ihre Stammkfäfte Christian Wörns und Fabian Ernst nach Slowenien. Während Wörns und Ernst eine Pause gewährt wird, soll Deisler noch Sicherheit beim FC Bayern finden. Auch der angeschlagene Schalker Gerald Asamoah fehlt in Slowenien. Dafür sollen der Bremer Frank Baumann im zentralen defensiven Mittelfeld und Werder-Kollege Christian Schulz auf der linken Defensiv-Seite im "Petrol Arena" von Beginn an die Gelegenheit bekommen, sich für ein Mitwirken beim Confed-Cup im Juni zu empfehlen. Zudem warten Tim Borowski (Bremen), der Kölner Lukas Podolski sowie der Gladbacher Rückkehrer Oliver Neuville auf eine letzte Chance. "Wir werden aber nicht zu viele Rotationen vornehmen, wir wollen gewinnen", sagte Löw.

Die voraussichtliche Aufstellung:

Kahn - Hinkel, Friedrich, Huth, Schulz - Baumann - Schneider, Ballack, Schweinsteiger - Kuranyi, Klose.

DPA DPA

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