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Neue Gewaltwelle: Hooligans auf dem Vormarsch

Die Hooligan-Gewalt in Europa wird immer schlimmer. Nach dem Tod eines Polizisten in Italien und den schlimmen Vorfällen von Leipzig zeichnet sich ein neuer Trend ab: der grenzüberschreitende Spaß an der Gewalt.

"Hooligan-Tourismus" - ein Wort, das den Sicherheitskräften in ganz Europa neuerdings große Sorgen bereitet. Im Blickpunkt stehen wie so häufig "Fans" aus Holland. Jüngstes Beispiel: Drei Monate nach den unrühmlichen Zwischenfällen beim Uefa-Cup-Spiel von Feyenoord Rotterdam beim AS Nancy sorgten am Wochenende im Abstiegsduell der französischen Ligue 1 zwischen dem CS Sedan und Paris St. Germain (2:0) erneut 80 niederländische Hooligans für Krawalle. Nach Angaben der Sportzeitung "L’Équipe" handelte es sich um Fans des niederländischen Erstligisten FC Utrecht, die bereits am Samstagnachmittag in der Innenstadt der grenznahen Ardennenstadt Pariser Anhänger provoziert hatten. Die Hools aus Utrecht reisten also extra aus Holland an - um die befreundeten Randalierer aus Sedan zu unterstützen.

Tränengas auf dem Spielfeld

30 Minuten vor Anpfiff der Partie gingen die Niederländer auf der Tribüne auf rund 500 mitgereiste Fans aus der Hauptstadt los. Da der Sicherheitsdienst des gastgebenden Vereins zunächst nicht eingriff und die Polizei ebenfalls zögerte, waren die Gäste auf ihre mitgereisten Sicherheitskräfte angewiesen, von denen eine Person mit einer schweren Rückenverletzung ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Sedan und Utrecht sind durch den 2005 verstorbenen Spieler David di Tommaso auf tragische Art miteinander verbunden. Der Franzose war 2004 von Sedan in die Niederlande gewechselt.

Beim Aufeinandertreffen der Erzrivalen AS St. Etienne und Meister Olympique Lyon (1:3) kam es ebenfalls zu Krawallen. Die Polizei musste Tränengas einsetzen und der Schiedsrichter die Partie für rund 20 Minuten unterbrechen, weil sich das Tränengas auf dem Spielfeld breit gemacht hatte.

Dynamo-Fans schlagen Mitreisenden bewusstlos

Auch in Österreich wüteten beim Wiener Derby zwischen Austria und Rapid am Wochenende Hooligans. Österreichs Innenminister Günther Platter will nach den Ausschreitungen während des Derbys hart durchgreifen und gewaltbereiten Fans Stadionverbot erteilen. Bei der Randale im Franz-Horr-Stadion wurden vier Menschen verletzt, zwölf Chaoten wurden festgenommen. Während des Derbys flogen bengalische Feuer auf das Spielfeld, Sitzbänke wurden herausgerissen und Einsatzkräfte attackiert. Das Spiel musste für 20 Minuten unterbrochen werden.

In Deutschland sorgten mal wieder die Anhänger von Dynamo Dresden für schlechte Schlagzeilen. In einem Regionalzug zwischen Gießen und Köln nach der Partie ihres Teams bei Foruna Düsseldorf verprügelten sie am Samstag zwei Mitreisende in Höhe des Bahnhofs Kirchen (Kreis Altenkirchen). Wie die Polizei am Sonntag berichtete, schlugen die betrunkenen Fußball-Rowdys einen 23 Jahre alten Mann bewusstlos, der mit einer Gehirnerschütterung ins Krankenhaus kam. Ein 24-Jähriger wurde leicht verletzt. Mit seiner Hilfe wurden ein 25-Jähriger und ein 41-Jähriger als Täter identifiziert, die sich nun wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten müssen.

kbe mit DPA

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