HOME

"Das war immer fragil": BVB-Boss Watzke tritt gegen Ex-Coach Peter Bosz nach

Hans-Joachim Watzke hat sich kritisch zu dem just gefeuerten Trainer Peter Bosz geäußert. Der BVB-Boss sprach von einem "unsicheren Gefühl" und nannte die Verpflichtung des Holländers "vielleicht" falsch.

Peter Bosz und BVB-Boss Hans-Joachim Watzke

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke (r.) äußerte sich nun kritisch über seinen Ex-Trainer Peter Bosz

Nur wenige Tage nach dem Rauswurf von Peter Bosz beim BVB hat Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke einige Spitzen gegen den Ex-Coach abgesetzt. In der von den "Ruhrnachrichten" organisierten Gesprächsrunde "19:09 - der schwarzgelbe Talk" kritisierte er auch die erfolgreiche Anfangsphase unter Bosz (19 von möglichen 21 Punkten in den ersten sieben Spielen) und ließ durchblicken, dass viele Spieler nicht zufrieden mit dem Holländer waren. "Auch während wir die ganze Zeit gewonnen haben, hattest du nie so das Gefühl wie zum Beispiel unter Klopp damals", sagte Watzke. "Wenn wir da 1:0 in Führung waren, hast du dich zurückgelehnt und gesagt 'Hier passiert heute nicht mehr viel'." Unter Bosz hingegen sei das "immer ein bisschen fragiler" gewesen.

Der BVB-Boss lobte auch den neuen Trainer Peter Stöger und kritisierte dabei indirekt dessen Vorgänger. Stöger habe "einen anderen Spielstil", "einen sehr guten Zugang zu Menschen" und es in "den wenigen Tagen geschafft, der Mannschaft Sicherheit einzuhauchen". In der zweiten Halbzeit gegen Mainz habe Watzke "seit langer Zeit" wieder das Gefühl gehabt, "dass in der zweiten Halbzeit nichts anbrennen kann". 

Watzke ließ zudem auch deutlich durchblicken, dass nicht alle in der Mannschaft mit dem niederländischen Coach zufrieden waren. "Der ein oder andere - oder vielleicht auch ein paar Spieler mehr - war nicht so von diesem extremen Vorwärtsverteidigen begeistert. Das hat dazu geführt, dass man das dann auch nicht mit der letzten Inbrunst gemacht hat", sagte Watzke.

BVB-Boss Watzke: Kontakt zu Stöger seit Sommer

Erstmals erläuterte Watzke auch wie der Kontakt zu Stöger zustande gekommen sei. Demnach hätten die beiden bereits im Sommer "ein mehrstündiges, sehr gutes Gespräch" gehabt. Dabei sei allerdings klargeworden, das der Coach "noch nicht fertig mit Köln" gewesen sei. Anschließend habe er aber immer den Kontakt gehalten, weil Stöger "auch ein sehr angenehmer Zeitgenosse sei". So habe er ihn nach verlorenen Spielen von Köln "immer mal wieder angerufen". Er selbst wisse, dass nach solchen Spielen wenige anrufen und solch ein Anruf bedeute dann auch etwas. Da habe Stöger dann "auch nicht lange überlegt, als wir gefragt haben".

Der BVB-Geschäftsfüher wehrte sich in der fast zweistündigen Gesprächsrunde auch gegen die Kritik an ihm und Sportdirektor Michael Zorc. "Wir haben mit Jürgen Klopp die richtige Trainerentscheidung getroffen, wir haben mit Thomas Tuchel die richtige Trainerentscheidung getroffen (...) und dann haben wir jetzt vielleicht ein Mal daneben gelegen - und dann löst das so einen Shitstrom aus?", beschwerte sich Watzke.

Thomas Tuchel


fin / fin
Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity