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Psycho-Probleme bei Fußballern Depressionen zwingen Fenin zur Auszeit


In der Vorwoche war Energie-Cottbus-Profi Martin Fenin mit einer Hirnblutung ins Krankenhaus gebracht worden. Jetzt bittet er um eine Auszeit: Er gesteht öffentlich ein, seine psychischen Probleme nicht mehr allein in der Griff zu bekommen.

Wieder geht ein Fußball-Profi wegen psychischer Probleme an die Öffentlichkeit: Martin Fenin vom Zweitligisten FC Energie Cottbus hat sich in ärztliche Behandlung begeben und ließ seine Entscheidung über den Verein veröffentlichen: "Ich bin endlich zu der Erkenntnis gekommen, dass ich mein Krankheitsbild nicht mehr allein in den Griff bekomme."

Der Stürmer, der in der Vorwoche mit einer Hirnblutung ins Krankenhaus gebracht worden war, leide seit Monaten an einem "Gefühl der Resignation" und "Einsamkeit mit Depressionsschüben". "Die vorübergehende Flucht in Medikamente und Suchtmittel verschlimmerten diesen Zustand und gipfelte nun in der alarmierenden Diagnose", schrieb Fenin weiter.

"Martin hatte Glück im Unglück"

Der Tscheche habe nach Gesprächen mit Ärzten, Eltern und Beratern um eine "Auszeit" gebeten, teilte Cottbus mit. Diesem Wunsch werden die Lausitzer nachkommen. "Es spricht für seinen Mut, mit dieser Selbstreflektion so offen umzugehen", sagte Trainer Claus Dieter Wollitz. "Martin hatte Glück im Unglück, das sollte ihm Mut machen für die bevorstehenden Wochen und Monate. Die werden hart für ihn." Sichtlich betroffen meinte der Trainer: "Er hat ein Ziel vor Augen, will es vor allem sich beweisen. Dabei werden wir ihn als Mannschaft und Verein so gut es geht begleiten."

Damit hat erneut ein Protagonist im deutschen Fußball psychische Probleme eingeräumt. Zuletzt hatten sich Schalke-Trainer Ralf Rangnick und Hannovers Ersatz-Torhüter Markus Miller wegen mentaler Erschöpfung in Behandlung begeben. Nach dem Suizid von Robert Enke im Herbst 2009 hatte DFB-Präsident Theo Zwanziger eine Enttabuisierung von Krankheiten wie Depression gefordert.

Grund für Hirnblutung unklar

Fenin war erst vor wenigen Wochen aus Frankfurt zum FC Energie gewechselt. Der Stürmer galt bei der Eintracht als großes Talent und feierte beim 3:0 bei Hertha BSC mit einem Dreierpack ein furioses Debüt - die hohen Erwartungen konnte er aber nicht erfüllen. In der Main-Metropole fiel Fenin eher als Partygänger auf. Ein erhoffter Wechsel in der vergangenen Saison zum FC Nürnberg kam nicht zustande. Erst am letzten Transfertag im August nahmen die Cottbuser den Stürmer unter Vertrag.

Fenin war am vergangenen Samstagmorgen ins Carl Thiem-Klinikum von Cottbus gebracht worden, wo eine Hirnblutung diagnostiziert wurde. Der Grund dafür ist unklar, Fenin erinnere sich laut Clubsprecher Lars Töffling nicht an die betreffenden Stunden. Seine Eltern waren noch am Samstag nach Cottbus gereist. Am Montag hatte auch Trainer Wollitz seinen Schützling in der Klinik besucht. Wann Fenin das Krankenhaus verlassen darf, soll sich diese Woche entscheiden.

fw/DPA DPA

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