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29. Spieltag: Toni-Festspiele gehen weiter

Der FC Bayern lässt sich auf dem Weg zur Meisterschaft anscheinend nicht mehr stoppen. Auch die schwere Auswärtshürde in Frankfurt nahm die Hitzfeld-Truppe locker. Matchwinner: Luca Toni. In desolater Verfassung präsentiert sich derzeit Borussia Dortmund. Für eine Überraschung sorgte Arminia Bielefeld.

Im Stile eines Champions hat Bayern München mit einer 1B-Auswahl drei Punkte auf dem Weg zum Titel eingefahren und eine erfolgreiche Generalprobe für das DFB-Pokalfinale am Samstag gegen Borussia Dortmund gefeiert. Der Spitzenreiter kam am 29. Spieltag der Fußball-Bundesliga dank einer deutlichen Steigerung nach der Pause zu einem 3:1 (0:1)-Sieg bei Eintracht Frankfurt und behauptete den Zehn-Punkte-Vorsprung auf Verfolger Werder Bremen. Vor 51 500 Zuschauern in der ausverkauften Commerzbank-Arena brachte Benjamin Köhler die Eintracht in der 29. Minute in Führung, die Daniel van Buyten (60.) ausglich. Luca Toni (74./85.) stellte mit einem Doppelpack den Sieg sicher.

Allerdings ließen die Bayern 45 Minuten lang jegliche Spielfreude vermissen. Dies lag auch daran, dass Bayern-Coach Ottmar Hitzfeld drei Tage vor dem Endspiel gegen den BVB wie erwartet die Rotationsmaschine angeworfen hatte und mit Martin Demichelis, Lukas Podolski und Philipp Lahm gleich drei Stammspielern zunächst eine Pause gönnte. Zudem fehlten der gesperrte Ze Roberto sowie die angeschlagenen Oliver Kahn, Marcell Jansen, Mark van Bommel und Miroslav Klose. Dafür konnte Mittelfeldstar Franck Ribery von Beginn an mitwirken.

Den besseren Start in die Partie erwischten jedoch die Hausherren. Schon nach drei Minuten hatte Ioannis Amanatidis die Führung auf dem Fuß, als er den Ball an Kahn-Vertreter Michael Rensing vorbei spitzelte, Lucio den Ball aber noch von der Linie schlagen konnte. Die Münchner, die in der Anfangsphase unkonzentriert wirkten, fanden im ersten Durchgang nie ihren Rhythmus. Lediglich bei einem Schuss von Toni Kroos an das Außennetz (16.) und einem Versuch von Toni (18.), der an Eintracht-Torwart Markus Pröll scheiterte, versprühten die ansonsten enttäuschenden Gäste etwas Gefahr.

Die spielerisch ebenfalls biederen Frankfurter agierten clever aus einer sicheren Abwehr heraus und wurden für ihren Einsatz nach einer knappen halben Stunde belohnt. Der stark agierende Rechtsverteidiger Patrick Ochs flankte an den langen Pfosten, wo Köhler per Kopf keine Mühe hatte, zum 1:0 zu vollenden. Wer nun eine Reaktion der Bayern erwartet hatte, sah sich getäuscht. Pomadig und ohne Inspiration spulte der Rekordmeister sein Pensum herunter und wäre dafür Sekunden vor der Pause fast ein zweites Mal bestraft worden. Martin Fenin umkurvte Rensing, passte von der Grundlinie auf den frei stehenden Amanatidis zurück, doch der Eintracht-Kapitän setzte den Ball aus fünf Metern weit am leeren Tor vorbei.

Erst nach dem Wechsel wachten die Bayern, bei denen Podolski als zweiter Stürmer an die Seite von Toni rückte, auf.

Ribery (49.) und Christian Lell (54.) vergaben erste Möglichkeiten zum Ausgleich, den dann van Buyten per Kopf nach einem Eckball von Bastian Schweinsteiger besorgte. 60 Sekunden zuvor hatten die Gäste allerdings Glück, als Rensing einen Schuss von Geburtstagskind Fenin (21) per Fuß an die Latte lenkte, von wo der Ball ins Feld zurück sprang. Ein Tor von Amanatidis (65.) fand wegen Abseits keine Anerkennung. So entschied wieder einmal Toni die Partie.

Der VfB Stuttgart hat seine Ambitionen auf einen Champions-League-Platz eindrucksvoll untermauert und den 1. FC Nürnberg noch tiefer in den Tabellenkeller der Fußball-Bundesliga gestürzt. Weiterhin ohne Top-Torjäger Mario Gomez, aber wieder mit dem eigentlichen Stammtorwart Raphael Schäfer überzeugte der Noch- Meister gegen den Noch-Pokalsieger beim souveränen 3:0 (3:0) auf der ganzen Linie. Vor 45 000 Zuschauern im Daimler-Stadion stellten Cacau mit seinem achten Saisontor (3. Minute), Antonio da Silva (13.) und Fernando Meira (31.) am Mittwochabend den fünften Heimsieg der Schwaben in Serie schon vor der Pause sicher. Fünf Tage nach dem Regen-Abbruchspiel gegen Wolfsburg gab es die nächste kalte Dusche für den Tabellen-Letzten: Der "Club" ist in größter Not!

Borussia Dortmund fährt in desolater Verfassung zum Pokalfinale am Samstag nach Berlin.

Drei Tage nach der peinlichen 0:5-Schlappe beim Endspielgegner FC Bayern München ging die Mannschaft von Trainer Thomas Doll in der Fußball-Bundesliga beim 1:3 (0:2) im Heimspiel gegen Hannover 96 erneut sang- und klanglos unter. Trotz einer auf fünf Positionen veränderten Elf boten die Dortmunder am Mittwochabend abermals eine erschreckend schwache Vorstellung und hatten keine Chance gegen die Niedersachsen.

Der abstiegsbedrohte MSV Duisburg hat im Duell der Aufsteiger mit dem 0:1 (0:0) gegen den Karlsruher SC den Ruf als heimschwächste Mannschaft der Fußball-Bundesliga bestätigt. Auch der Psychotrick mit den gelben Auswärtstrikots half den nur zweimal in der MSV-Arena in dieser Saison erfolgreichen Duisburgern vor 20 255 Zuschauern nichts. Die Gäste aus Baden beendeten durch das Tor von Tamas Hajnal (81. Minute) eine Negativserie von sechs Spielen ohne Sieg.

Verfluchte Alm: Bayer 04 Leverkusen hat seinen Auswärtskomplex gegen Arminia Bielefeld erneut nicht ablegen können und muss nun sogar um eine Uefa-Pokalteilnahme bangen.

Die seit 1999 gegen die Werkself vor heimischer Kulisse ungeschlagenen Ostwestfalen nährten dagegen mit dem zweiten Sieg in der Rückrunde der Fußball- Bundesliga ihre Hoffnungen auf den Klassenverbleib. Vor 19 400 Zuschauern in der Bielefelder Schüco-Arena erzielte Manndecker Andre Mijatovic am Mittwoch per Kopf in der 51. Minute den Treffer zum vielumjubelten 1:0 (0:0)-Sieg. In der Tabelle rutschte Bayer, das die vierte Niederlage in den vergangenen fünf Ligaspielen kassierte, hinter den deutschen Meister VfB Stuttgart auf den sechsten Rang ab.

DPA/kbe

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