Reaktion FIFA will auch nicht in München feiern


Nach der Absage der WM-Eröffnungsgala in Berlin hat München jetzt eine "Ersatzfeier" in der bayerischen Landeshauptstadt ins Gespräch gebracht. Aber die FIFA lehnte dieses Angebot ab.

Nach dem Aus für die Berliner Gala hat sich München als Austragungsort für die geplante Eröffnungsshow angeboten. Die bayerische Landeshauptstadt "ist selbstverständlich bereit", entweder durch eine Ausweitung der Münchner Eröffnungsfeier oder durch ein gesondertes Fest im Olympiastadion behilflich zu sein, sagte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) am Freitag. Unterstützung erhielt Ude indirekt durch Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU): Er vertraue darauf, dass WM-Kunstchef André Heller die Eröffnungsfeier in München und die Schlussfeier in Berlin "zu einem vollen Erfolg für das weltoffene Gastgeberland Deutschland machen wird". Doch der Weltverband FIFA lehnte das Münchner Angebot ab. "Die Gala ist ersatzlos gestrichen", sagte FIFA-Kommunikationsdirektor Markus Siegler der "Stuttgarter Zeitung". Er könne "definitiv ausschließen", dass das Spektakel an einem anderen Ort stattfindet.

Der Weltverband FIFA hatte am Freitag überraschend mitgeteilt, dass die Eröffnungsgala am 7. Juni im Berliner Olympiastadion wegen möglicher Rasenprobleme ausfallen muss. "Diese späte Absage ist der FIFA nicht leicht gefallen", sagte Präsident Joseph Blatter. Mit der 90-minütigen Show unter dem WM-Motto "Die Welt zu Gast bei Freunden" sollte erstmals eine Endrunde mit einer Gala und nicht mit einem Spiel beginnen. Neben 132 Fußball-Weltmeistern, unter ihnen Sportlegenden wie Diego Maradona und Pelé, sollten auch Peter Gabriel und Brian Eno, die Starsopranistin Jessye Norman, die HipHop-Band Black Eyed Peas und der Rai-Sänger Cheb Khaled auftreten.

Berlin versus München

"Die Stadt München hat von Anfang an das Münchner Olympiastadion als Schauplatz einer Eröffnungsgala angeboten", erinnerte Ude. Damit hätten zahlreiche Vorteile wie etwa die Existenz von zwei Großarenen sowie die Vermeidung logistischer Strapazen zwischen den beiden geplanten Eröffnungsveranstaltungen genutzt werden können. "Leider haben diese Hinweise bei FIFA und Bundesregierung kein Gehör gefunden", kritisierte Ude.

Die WM-Gala hatte bereits bei den Planungen für Diskussionen und für heftige Verstimmungen zwischen Berlin und München gesorgt. Die Bundeshauptstadt setzte sich schließlich gegen die Isar-Metropole durch, wo am 9. Juni mit der Partie Deutschland gegen Costa Rica die WM angepfiffen wird. In Berlin waren wegen der Gala am Spielort Olympiastadion immer mehr Zweifel aufgekommen, so war auch das erste Spiel zwischen Brasilien und Kroatien um einen Tag auf den 13. Juni verschoben worden. Dieser Zeitraum schien der FIFA aber immer noch zu knapp. Der Bühnenabbau und die Verlegung eines neuen Rasens seien "nicht ohne erhebliche Risiken möglich", hieß es.

Konsequenzen unklar

Regisseur Christian Stückl, der die Auftaktfeier vor dem Eröffnungsspiel in München inszeniert, wollte sich laut Pressestelle des Münchner Volkstheaters noch nicht zu möglichen Auswirkungen auf die rund 20-minütige Show mit 2000 Mitwirkenden am 9. Juni äußern. "Wir wissen nur das, was in der Presse steht, und ich weiß nicht, ob das eine Auswirkung auf uns hat", sagte sein Assistent Frederik Mayet. Stückl ist Intendant des Münchner Volkstheaters und Leiter der weltberühmten Oberammergauer Passionsspiele.

DPA DPA

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