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Reaktionen zum Fifa-Skandal: "Die Fifa zerbricht - das ist das Beste, was passieren kann"

Die Festnahme hochrangiger Fifa-Funktionäre wegen des Verdachts der Korruption erschüttert die Fußballwelt. Frühere Spieler und Funktionäre reagieren vehement. Die Rede ist von einem "riesigen Sumpf".

Es dürfte einer der schwärzesten Tage in der Fifa-Historie sein. Festnahmen und Ermittlungen der Justizbehörden in den USA und der Schweiz wegen des Verdachts massiver Korruptiuonsvergehen erschüttern den Verband und die gesamte Fußballwelt. Offiziell verkauft die Fifa das Geschehen als "positives Ereignis" zur Schaffung juristischer Klarheit. Fifa-Boss Sepp Blatter, der nicht unter den Beschuldigten ist, fühlt sich offiziell nicht angegriffen. Der Imageschaden für den Weltfußballverband kurz vor dem Kongress ist immens - wie die Reaktionen belegen.

Die

Europäische Fußball-Union UEFA

hat "erstaunt und traurig" auf die Ermittlungen und Festnahmen reagiert. Man warte "jetzt auf detaillierte Informationen", teilte der Kontinentalverband mit. Ein informelles Treffen des Uefa-Exekutivkomitees soll am Nachmittag vor dem Europa-League-Finale in Warschau stattfinden. "Weitere Stellungnahmen hierzu werden zu gegebener Zeit verlautbart", heißt es.

Stimmen zum Fifa-Skandal

"Das ist außergewöhnlich! Die Fifa zerbricht. Das Beste, das diesem schönen Spiel möglicherweise passieren kann." (Gary Lineker, früherer englischer Nationalspieler)

"Ich bin froh, dass endlich etwas passiert. Das ist ein großer Sumpf". Das Problem sei allerdings nicht damit erledigt, die Wiederwahl von Joseph Blatter am Freitag zu verhindern. "Der Fehler liegt im System der Fifa. Es können sich zu viele bedienen." (Theo Zwanziger, früherer DFB-Präsident und Fifa-Funktionär)

"Es ist ein trauriger Tag für den Fußball." (Ali bin al-Hussein, Gegenkandidat von Sepp Blatter bei der Wahl des Fifa-Präsidenten)

"Es ist schockierend und schädlich für den gesamten Fußball, was sich in Zürich abspielt. Es wäre erschütternd, wenn sich die im Raum stehenden, schweren Vorwürfe gegen Mitglieder der Fifa als richtig herausstellen. In der Uefa werden wir angesichts dieser Vorkommnisse beraten, wie wir uns auf dem bevorstehenden Fifa-Kongress verhalten." (DFB-Präsident Wolfgang Niersbach)

"Ich schließe nicht völlig aus, dass es Blatter sogar stärkt. Viele Delegierte könnten sich nach einem sehnen, der weiß, wie er die Fifa zu führen hat." (Ex-Leichtathletin Sylvia Schenk, Transparency International)

dho/mit Agenturen
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