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Real Madrid: "Diese Mannschaft ist eine Ruine"

Die Situation wird immer dramatischer: Alte Stars, Niederlagen und finanzielle Fehlkalkulationen lassen Real Madrid verzweifeln. Ein Ausweg ist nicht in Sicht.

Real Madrids Vereinspräsident Florentino Pérez rauft sich die Haare und wirft verzweifelte Blicke in den Nachthimmel. Mit der 1:2-Heimniederlage des spanischen Fußballrekordmeisters am Mittwochabend gegen den Außenseiter Racing Santander nimmt die Krise bei den "Königlichen" dramatische Züge an. Die Fans pfeifen die "Galaktischen" um David Beckham, Ronaldo & Co aus. Aber sie wissen selbst nicht mehr, ob sie den Spielern, dem Trainer oder dem Clubchef die Schuld für die Misere geben sollen.

"Wenn wir nicht einmal daheim gegen Santander gewinnen können, sollte man besser den Mund halten", meinte Spielmacher Zinedine Zidane. Dabei hatte bei Real nach zwei Jahren ohne Titel in dieser Saison alles anders werden sollen. Der Club gab 80 Millionen Euro für neue Spieler aus, aber er steht nun vor einem Trümmerhaufen. "Diese Mannschaft ist eine Ruine", stellte das Sportblatt "Marca" fest. "Sie befindet sich in einem Abwärtsstrudel, der in den Abfluss führt."

Auch die Trainer können es nicht richten

Real fiel mit der Heimschlappe in der Primera División auf den fünften Rang zurück. Der Abstand zum Spitzenreiter FC Barcelona beträgt elf Punkte. Gegen Santander war ein Sieg fest eingeplant, zumal der Abstiegskandidat fast alle Stammspieler ersetzen musste. Aber schon zur Halbzeit führte Racings B-Elf 2:0. Ronaldo gelang noch der Anschlusstreffer, aber zum Ausgleich reichte es nicht mehr.

Das Gefährliche an der Krise ist, dass niemand einen Ausweg weiß. Die Trainer wurden schon häufig entlassen, sie geben sich quasi die Klinke in die Hand. Juan Ramón López Caro ist der fünfte Coach in zweieinhalb Jahren. Er soll vorerst im Amt bleiben, auch wenn einzelne Vorstandsmitglieder die Verpflichtung des Serben Radomir Antic forderten.

"Der Club ist ohne jede sportliche Führung"

Schon vor Ende der Hinrunde müssen die "Königlichen" erkennen, dass ihr - mit viel Geld und großen Hoffnungen begonnener - Aufbau einer neuen Mannschaft gescheitert ist. Chefplaner Arrigo Sacchi erklärte seinen Rücktritt. Die Mängel liegen auf der Hand. Die Zeitung "El País" listet sie auf: "Real hat keine Außenstürmer im Kader. Für Ronaldo oder Roberto Carlos gibt es keinen Ersatz. Stars (wie Zidane) altern. Die Abwehr ist seit fünf Jahren praktisch dieselbe, obwohl sie nie besonders sattelfest war."

Die Fachpresse fordert von den Real-Oberen, schleunigst neue Spieler zu verpflichten. "Amen - und nun das Ganze wieder von vorne", gab "Marca" als Parole aus. Dabei liegt der letzte Neuaufbau gerade erst sechs Monate zurück. Real läuft zunehmend Gefahr, mit wachsender Nervosität eine Ex- und Hopp-Strategie einzuschlagen. "El Mundo" konstatierte: "Der Club ist ohne jede sportliche Führung."

DPA / DPA

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