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Unentschieden gegen Wolfsburg: Warum Schiedsrichter Brych das Freiburger Tor vollkomen zu Recht abgepfiffen hat

Aufregung in Freiburg: Schiedsrichter Felix Brych hat den Gastgebern ein Tor gegen Wolfsburg in der Schlussphase abgepfiffen - es wäre der Siegtreffer gewesen. Die Entscheidung war aber korrekt - eine kleine Regelkunde.

Schiedsrichter Felix Brych diskutiert mit Freiburger Spielern

Schiedsrichter Felix Brych diskutiert mit Freiburger Spielern

DPA

Der Videobeweis hat beim intensiven und turbulentem 3:3 (1:1) des VfL Wolfsburg beim SC Freiburg in der Nachspielzeit einen zusätzlichen Aufreger geliefert. Nach dreimaliger Führung des Europa-League-Aspiranten aus Niedersachsen jubelten die Freiburger über Philipp Lienharts vermeintlichen Siegtreffer. Doch Schiedsrichter Felix Brych erkannte das Kopfballtor nicht an, nachdem er sich die Szene genau angeschaut hatte. 

"Das Tor muss natürlich absolut zählen", behauptete Freiburgs Verteidiger Dominique Heintz. Der Wolfsburger Torhüter Koen Casteels monierte hingegen, Heintz habe ihn am Arm gezogen, Schiedsrichter Brych begründete seine Entscheidung im TV-Sender Sky mit einer Abseitsstellung. Freiburgs Trainer Christian Streich fühlte sich am Samstag nicht um den ersten Sieg in der Rückrunde der Fußball-Bundesliga betrogen. "Es ist extrem schwierig für die Schiedsrichter", sagte der SC-Coach und sprach von einer "Balance", weil Wolfsburg womöglich noch einen weiteren Elfmeter hätte zugesprochen bekommen können.  

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Felix Brychs Entscheidung ist vollkommen korrekt

Mit der Balance war es unter Freiburger Anhängern und vielen neutralen Fußball-Guckern in den sozialen wegen der umstrittenen Szene nicht weit her. Die Wut richtete sich gegen Brych und den VAR, die angeblich wieder alles falsch gemacht haben. Dabei war genau das Gegenteil der Fall. Brych hat mit Hilfe des VAR vollkommen richtig entschieden. Es war ein aktives Abseits. Viele Anhänger schimpften nur, weil sie die Abseitsregel nicht richtig kennen und die Behinderung durch den Freiburger Spieler nicht sahen. Die Regel besagt, dass ein angreifender Spieler im Abseits steht, wenn sich zwischen ihm und der Torauslinie nicht mindestes zwei Gegenspieler befinden, unabhängig davon welche. Dazu zählt auch der Torwart. Die Standardsituation beim Abseits sieht aber so aus, dass der Torwart in der Regel auf der Linie steht, wenn gepfiffen wird. Deshalb glauben viele Fans, dass der Torwart in diesem Fall nicht als eigentlicher Spieler gerechnet wird.

In der Situation, die Brych abpfiff, befand sich zwischen dem Freiburger Verteidiger Heintz und der Torlauslinie nur ein Wolfsburger Spieler. Wolfsburg-Keeper Casteels stand davor. Das war schon mal passives Abseits. Und da Heintz Casteels in der Folge behindert (er steht sehr nah) oder sogar aktiv mit dem Arm angreift, wird aus dem passiven Abseits ein aktives - eine vollkommen korrekte Entscheidung.

In dem Video-Screenshot ist deutlich zu sehen, wie Heintz dem Keeper an den Arm greift. Genau das hat Casteels moniert.

Streich wollte sich denn auch gar nicht aufregen, sondern betonte ebenso wie sein Trainer-Kollege Bruno Labbadia die Attraktivität dieses Fußball-Nachmittags vor 23.600 Zuschauern im Schwarzwald-Stadion. "Man muss sagen, dass es Werbung für den Fußball war. Das ist der Grund, warum ich Fußball so liebe, wenn man solche Spiele abliefert", meinte Labbadia, der am Freitag seinen 53. Geburtstag gefeiert hatte. Ihm fiel es jedoch schwer, ein Fazit zu ziehen: "Es fühlt sich heute echt komisch an. Wir sitzen heute mit einem weinenden Auge in der Kabine."

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Casteels: Zwei Punkte zu wenig

Abwehrspieler Jerome Roussillon (11. Minute), Stürmer Wout Weghorst (63./Foulelfmeter) und Offensivakteur Renato Steffen (74.) trafen zwar für die spielerisch überlegenen Wolfsburger. Dennoch verspielten die Gäste den Sieg und verpassten den erhofften Erfolg als Reaktion auf das Aus im DFB-Pokal-Achtelfinale. Dank ihrer Moral kamen die Breisgauer zurück und glichen durch Winter-Zugang Vincenzo Grifo (37.), Torjäger Nils Petersen (70.) und Joker Luca Waldschmidt (88.) jeweils aus. "Das sind zwei Punkte zu wenig für uns", bilanzierte Wolfsburgs Casteels. Die in der Hinrunde überzeugenden Niedersachsen bleiben nach der Winterpause bei einem Bundesliga-Sieg.

tis / DPA

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