HOME

Schalke-Manager: "Kuranyi genoss kein Vertrauen"

Es geht um viel: Im Spitzenspiel zwischen Schalke und Bayern München brauchen beide Teams einen Sieg, um an der Spitze dran zu bleiben (ab 17.00 Uhr im Liveticker von stern.de). Im Interview spricht der Manager von Schalke 04, Andreas Müller, über die verschärfte Konkurrenz, die Fähigkeit zur Geduld und die Fehler des Bundestrainers im Fall Kuranyi.

Herr Müller, ihr Heimspiel gegen Bayern München ist von enormer Bedeutung. Sie brauchen einen Sieg, um den Abstand zur Spitze nicht zu groß werden zu lassen. Warum werden sie die Veltins Arena als Sieger verlassen?

Ich denke, dass es ein hochinteressantes Spiel ist. Beide Mannschaften sind gerade im Kommen. Die Bayern haben ihre anfänglichen Schwierigkeiten beiseite gelegt und die letzten Spiele überzeugend gespielt. Aber auch wir haben bewiesen, dass wir uns immer besser entwickeln. Für uns spricht: Wir haben Heimvorteil, wir haben ein eingespieltes Team und wir haben eine sehr starke Defensive. Es werden Kleinigkeiten sein, die dieses Spitzenspiel entscheiden. Es wird ein ganz knappes Ding werden, beide Mannschaften sind im Moment auf Augenhöhe. Aber entscheidend für den weiteren Saisonverlauf ist die Begegnung noch nicht. Bis zum 34. Spieltag kann und wird noch viel passieren.

Eine beliebte Methode ist es, Unruhe beim nächsten Gegner zu schüren, indem man Interesse an einem seiner Spieler äußert. Hätten sie Interesse an einem Stürmer, zum Beispiel an Lukas Podolski?

Wir sind mit den Spielern sehr zufrieden, die hier auf Schalke sind.

Sie haben die stabilste Abwehr der Liga. Aber müssen sie nicht im Angriff erfolgreicher werden. Das Schalke-Dilemma ist ja, das viele Tore aus Standardsituationen fallen. Brauchen sie nicht noch einen weiteren torgefährlichen Stürmer?

Wir haben in den letzten Spielen gezeigt, dass wir mit sehr guten Kombinationen auch Tore aus dem Spiel heraus erzielen können. Wir haben einen wieder erstarkten Kevin Kuranyi. Jefferson Farfan wird sich nach und nach in der Bundesliga akklimatisieren. Er wird dann ebenfalls für viele Tore gut sein. Die Ansätze dafür sind da. Außerdem kann auch Halil Altintop den Durchbruch schaffen. Wichtig ist, dass die Mannschaft gut funktioniert und wir unsere Spielphilosophie weiterentwickeln. Aber das Entscheidende für Erfolg bleibt eine stabile Defensive, und die haben wir. Wir werden uns weiter Schritt für Schritt entwickeln.

Planen sie in der Winterpause Neueinkäufe?

Es ist noch zu früh, darüber etwas zu sagen. Wir haben noch einige Spiele zu absolvieren. Wir werden uns wie immer in der Winterpause zusammensetzen und den Verlauf der Hinrunde diskutieren, natürlich auch über die einzelnen Spieler. Allerdings haben wir jetzt schon eine sehr gute Mischung in der Mannschaft aus jungen, sehr talentierten Spielern und erfahrenden Profis. Wichtig ist, dass die Mannschaft hungrig auf Titel ist. Dafür sind wir gut gerüstet. Wir haben die Qualität.

Ein Grund für Mirko Slomkas Entlassung in der vergangenen Saison war der Vorwurf, dass die Mannschaft sich nicht weiterentwickelt habe. Was macht Fred Rutten anders als Slomka? Wo sind die Unterschiede?

Ich bin keiner, der Vergleiche anstrebt. Wir haben sportlich eine sehr erfolgreiche Zeit mit Mirko Slomka erlebt. Mit Fred Rutten haben wir jetzt einen Trainer, der die Mannschaft taktisch und spieltechnisch weiterentwickelt. Ihn zeichnet seine hohe Fachkompetenz aus. Er ist eine Persönlichkeit, die großen Respekt in der Mannschaft genießt. Er legt sehr viel Wert auf Disziplin, und die Mannschaft akzeptiert seine Philosophie. Aber es ist auch klar, dass mit einem neuen Trainer nicht gleich von an Anfang an alles perfekt laufen kann. Bloßes Handauflegen funktioniert in der Regel nicht.

Wie sind sie bisher mit ihrem Neuzugängen Farfan und Engelaar zufrieden. Vor allem Engelaar schien bisher Probleme zu haben? Die Fans sind schon ungeduldig mit ihm…

Gerade zuletzt im Uefa-Cup in Santander hat Orlando gezeigt, was er kann – nicht nur wegen seines Tores. Hier auf Schalke erwartet man von Spielern, die einiges gekostet haben, dass sie sofort überragend spielen. Aber die beiden sind neu in der Bundesliga und waren am Anfang durch schwere Verletzungen gehandicapt. Sie brauchen ihre Zeit. Aber es ist deutlich zu spüren, dass sie sich in der Bundesliga immer besser akklimatisieren. Sie werden im Laufe der Saison zu richtigen Verstärkungen werden und konstanter spielen.

Jermaine Jones äußerte sich kürzlich kritisch über die eigenen Fans, die gegenüber der eigenen Mannschaft zum Teil unfair reagieren würden. Teilen Sie seine Kritik?

Ach, ich kenn' den Jermaine. Das ist ein Gefühl, das ein Spieler hat. Aber die Ansprüche der Fans und des Clubs sind sehr groß. Schalke ist nun einmal ein sehr emotionaler Verein. Die Fans lassen ihrem Unmut schnell freien Lauf. Wir machen uns deswegen nicht verrückt und gehen unseren Weg weiter. Die Fans werden erkennen, dass sich diese Mannschaft richtig entwickelt. Das Wichtigste ist, dass wir am Ende erfolgreich sind, das wir unsere Ziele erreichen.

Der ehemalige Schalker Manager Rudi Assauer hält Schalke nicht für einen Meisterschaftsfavoriten.

Wir haben mit dem neuen Trainer unsere Spielweise umgestellt und das geht nicht von heute auf morgen. Geduld ist ein Wort, das es bei vielen in diesem Geschäft nicht gibt. Aber ich bin überhaupt nicht unruhig und zu hundert Prozent überzeugt von der Mannschaft. Die letzten Spiele geben dazu auch Anlass. Wir wollen zum Ende der Hinrunde noch in Reichweite zu den Spitzenplätzen sein, um eine gute Ausgangsposition für die Rückrunde zu haben.

Sie investieren jedes Jahr viel Geld in Spieler. Welche Bedeutung hätte ein erneutes Verpassen der Champions League?

Minimalziel war das Erreichen der Gruppenphase im Uefa-Cup. Das haben wir geschafft. Jetzt wollen wir in die K.o.-Runde. Nur wir möchten uns natürlich auch sportlich weiter entwickeln, und da ist es von Vorteil, sich mit den besten Mannschaften zu messen. Unser Ziel lautet immer Champions League. Sportlich spekulieren wir mit der Champions League, wirtschaftlich natürlich nicht.

Sie haben in ihrem großen Kader den harten Konkurrenzkampf begrüßt. Wie gehen sie mit unzufriedenen Spielern um?

Eines ist doch klar: Ich mag Spieler, die auch mal ihre Enttäuschung kundtun. Einen Spieler, der sich mit seinem Dasein als Bankdrücker abfindet, können wir nicht gebrauchen. Wir haben viele Spiele in dieser Saison zu absolvieren und brauchen unbedingt den Konkurrenzkampf. Die Spieler müssen brennen. Das ist der Anspruch einer Spitzenmannschaft, das muss die Normalität sein. Der Trainer hat z. B. Albert Streit eingesetzt, womit niemand gerechnet hat. Und er hat seine Sache gut gemacht, auch wenn er sich vorher beklagt hatte. Wir brauchen diese "große Kabine", von der der Trainer immer spricht. Wir haben hohe Ziele und das Wichtigste ist, dass sich jeder Spieler diesem Ziel unterordnet.

Kevin Kuranyi war mit seiner Rolle in der Nationalmannschaft unzufrieden, er fühlte sich nicht ausreichend gewürdigt. Sie haben Verständnis für ihn gezeigt. Sind sie immer noch dieser Meinung?

Meine Aussage war ganz klar Es gab einmal die Aktion, die Kevin gebracht hat, und es gab eine Entscheidung, die er gefällt hat. Die Nationalmannschaft in der Halbzeitpause zu verlassen, das habe ich kritisiert. Das macht man nicht. Dafür hat sich Kevin auch entschuldigt. Seine Entscheidung, nicht mehr für die Nationalmannschaft spielen zu wollen, die habe ich allerdings unterstützt. Er hat nicht das Vertrauen von Joachim Löw bekommen, dass er sich gewünscht hat. Nach der Ausbootung vor der WM 2006 hat er jetzt vielleicht gedacht, für die WM 2010 droht mir Ähnliches. Andere Spieler genießen da sicherlich mehr Vertrauen. Das ist auch in Ordnung, der Bundestrainer muss seine Entscheidungen treffen – und er hat sich grundsätzlich halt für andere Stürmer entschieden. Vielleicht hätte man mit Kevin offener und ehrlicher umgehen müssen. Er hat gespürt, dass er durch Leistung nicht in die Mannschaft kommen kann. Deshalb habe ich höchsten Respekt vor Kevins Entscheidung.

Sie haben heftige Vorwürfe Richtung Löw und Nationalmannschaft geäußert, dass Spieler von Bayern, insbesondere Klose und Podolski, in der Nationalmannschaft einen besonderen Schutz genießen, während einer wie Kuranyi überhaupt keine Lobby hat.

Natürlich haben Nationalspieler von Bayern München in den letzten Jahren durch ihre Teilnahme an der Champions League bewiesen, dass sie immer ein gewisses Niveau spielen. Allerdings gab es bei anderen auch Phasen, in denen sie nicht so in Form waren und trotzdem gespielt haben. Klose, Podolski und Gomez sind gute Stürmer, die das Vertrauen zu Recht genießen. Aber Kevin hatte dieses Vertrauen eben nicht.

Um Manuel Neuer ist es ruhig geworden, dabei galt er noch vor Monaten als neuer Hoffnungsträger im Tor der Nationalmannschaft. Wie bewerten Sie seinen aktuellen Leistungsstand? Und wie sehen Sie ihn im Vergleich zu Enke, Wiese und Adler?

Mit Manuel haben wir einen sehr guten Torhüter mit einem Riesentalent, der sich in der vergangenen Saison schon aus einer schwierigen Situation geboxt hat. Das hat er hervorragend gemacht. Jetzt hat er nach seiner Verletzung wieder zu alter Stärke zurückgefunden. Er muss sich vor keinem anderen verstecken. Aber die Entscheidung, ob er für die Nationalmannschaft spielt, trifft der Bundestrainer.

Ralf Rangnick war auch auf Schalke Trainer. Sie kennen ihn gut. Hätten Sie Rangnick diesen Husarenritt mit Hoffenheim bis zum jetzigen Zeitpunkt der Saison zugetraut?

Das ist sicherlich überraschend. Ich kenne Ralf und weiß, wie er arbeitet. In Hoffenheim hat er ein perfektes Umfeld, wo er seine Ideen umsetzen kann. Mit der jungen Mannschaft und offensiv starken Spielern herrscht im Moment eine große Euphorie. Ihr großer Vorteil ist, dass sie international nicht spielen. Ralf kann ständig mit den Jungs arbeiten, die Belastungen sind abzusehen, außerdem ist die Mannschaft gewachsen. Sie haben ja so schon in der zweiten Liga zusammengespielt. Jetzt schon ein Fazit zu ziehen, wäre zu früh. Aber man muss mit ihnen rechnen.

Lässt es sich in Hoffenheim leichter arbeiten als auf Schalke?

Wenn man auf Schalke arbeitet, muss man wissen, dass hier alles immer nur schwarz oder weiß gemalt wird. Es ist hoch emotional. Wenn es mal nicht so gut läuft, liegt alles danieder und alles wird schlecht geredet. Damit muss man umgehen können und dann gegensteuern. Auf der anderen Seite loben sie dich in den Himmel, wenn man erfolgreich ist. Wir sind dafür da, das richtig zu bewerten. Mit unserer Mannschaft und ihrer abgeklärten Art haben wir den richtigen Ausgleich zu diesem Umfeld. Aber das ist manchmal sicherlich schwieriger als in Hoffenheim.

Interview: Tim Schulze

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(