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Sonntagsspiele: HSV hängt Leverkusen ab

Klarer Punktsieg für den HSV: Die Hamburger schlugen Eintracht Frankfurt deutlich mit 4:1, während der direkte Konkurrent Bayer Leverkusen gegen Bochum mit 0:2 verlor. Damit überholten die Hanseaten das Team von Michael Skibbe in der Tabelle und kletterten wieder auf einen Champions-League-Platz.

Vier Tage vor dem deutschen Duell im Uefa-Cup in Leverkusen besiegte der Hamburger SV eine ersatzgeschwächte Eintracht aus Frankfurt mit 4:1 (1:0). Der HSV präsentierte sich dabei frisch und kampfstark. Paulo Guerrero sorgte vor 53 787 Zuschauern in der Hamburger Arena in der 5. Minute für die Führung, die Nigel de Jong (57.) ausbaute, ehe Sotirios Kyrgiakos gegen die einige Male schlampig verteidigenden Gastgeber der Anschlusstreffer (70.) gelang. Doch Guerrero (79.) mit seinem vierten Saisontor und der eingewechselte Mohamed Zidan (83.) machten alles klar. Bei heftigem Wind und Dauerregen hielt der HSV mit 41 Punkten Anschluss an Rekordmeister Bayern (47) und Bremen (43). Frankfurt (32) hat als Siebter nun vier Zähler Rückstand auf einen Platz im internationalen Wettbewerb.

HSV-Trainer Huub Stevens verzichtete auf den bei der Pokal-Pleite in Wolfsburg von Krämpfen geplagten Collin Benjamin, für den Jerome Boateng auflief. Nicht im Team waren weiterhin Thimothee Atouba (Blasen-Operation) und Romeo Castelen (Knieprellung). Für Vincent Kompany spielte Piotr Trochowski, der sich nach fünf Minuten feiern lassen durfte. Seine genaue Flanke köpfte Guerrero zur Führung ins Frankfurter Tor - auch, weil Keeper Oka Nikolov ausrutschte.

Frankfurt mit vielen Verletzten

In die lange Liste der Frankfurter Ausfälle gesellte sich in Hamburg zunächst auch der am kleinen Finger der linke Hand operierte Ioannis Amanatidis, der vor einer Woche den Siegtreffer zum 1:0 gegen Werder Bremen erzielt hatte. "Er fühlt sich mit der Manschette ängstlich", erklärte Friedhelm Funkel, der den Griechen kurz vor dem dritten Gegentreffer überraschend doch einwechselte. In der Abwehr musste der Eintracht-Coach Patrick Ochs (Gelbsperre) und Chris (Fußsohlenverletzung) ersetzen.

Die neuformierte Frankfurter Verteidigung hatte mit den schwungvollen Norddeutschen ihre liebe Not. Guerrero hätte nach strammer Hereingabe des überragenden Rafael van der Vaart fast das zweite Tor erzielt; und nach einer Viertelstunde parierte Nikolov einen mächtigen Kopfball des aufgerückten Bastian Reinhardt. Doch die HSV-Defensive agierte schon da teilweise zu sorglos, was bei Keeper Frank Rost nach einer vergebenen Chance von Michael Fink (45.) zu einem Wutanfall führte. Zuvor hatte er in der 30. Minute glänzend gegen Christoph Spycher und Martin Fenin geklärt.

HSV bewies Killerinstinkt

"Unserer Mannschaft fehlt etwas mehr Killerinstinkt. Das Problem hatten wir auch in Wolfsburg schon", sagte Fußball-Legende Uwe Seeler. Doch das änderte sich, als de Jong eine steile Freistoß-Vorlage van der Vaarts eiskalt per Kopf nutzte. Trochowski hatte gerade seinen Platz Kompany überlassen, was die Frankfurter Abwehr offenbar durcheinandergebracht hatte. Der glatte Erfolg geriet nur einen Moment in Gefahr, als Kyrgiakos nach Weissenberger-Flanke traf.

Im zweiten Sonntagsspiel riss die Erfolgsserie von Bayer Leverkusen. Nach zuletzt vier Bundesliga-Spielen ohne Niederlage verlor die Mannschaft von Trainer Michael Skibbe am Sonntag im West-Derby beim VfL Bochum mit 0:2 (0:0). Dank der Treffer von Kapitän Thomas Zdebel (66. Minute) und Christoph Dabrowski (88.) demonstrierte der VfL erneut seine beeindruckende Heimstärke und schob sich am Ruhrgebiets-Rivalen Borussia Dortmund vorbei auf den 12. Tabellenplatz. Für Bayer dagegen ging in einer insgesamt schwachen Partie nicht nur die Generalprobe für das Achtelfinal-Hinspiel im Uefa-Cup gegen den Ligakonkurrenten Hamburger SV am Donnerstag gründlich daneben. Bayer verlor den dritten Platz an die Norddeutschen. Zudem sah Sergej Barbarez die 5. Gelbe Karte und muss am Sonntag gegen Hannover 96 zuschauen.

DPA/tis / DPA

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