Sonntagsspiele Schalke stolpert, Frankfurt marschiert


Für Schalke reicht es noch nicht zum Bayern-Jäger: Der Vizemeister kam gegen zehn Wolfsburger nur zu einem Unentschieden. Halil Altintop erzielte erst kurz vor Schluss den Ausgleich. Hansa Rostock muss weiter auf den ersten Punkt warten. In Frankfurt setzte es die dritte Saison-Niederlage.

Auch der FC Schalke 04 kann sich nicht zum Bayern-Jäger aufschwingen. Der deutsche Vizemeister kam am Sonntagabend beim VfL Wolfsburg nicht über ein 1:1 (0:1) hinaus und hat nach drei Spieltagen in der Fußball-Bundesliga bereits vier Punkte Rückstand auf den Tabellenführer aus München. Der eingewechselte Halil Altintop rettete allerdings erst kurz vor Schluss mit seinem Treffer das Remis (86. Minute). Der polnische Nationalspieler Jacek Krzynowek hatte mit einem direkt verwandelten Freistoß (36.) die "Wölfe" in Führung gebracht. In einem äußerst unterhaltsamen Spiel vor 29 798 Zuschauern in der Volkswagen Arena sah Wolfsburgs brasilianischer Neuzugang Josué bei seinem Bundesliga- Debüt wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte (52.).

"Mit einem Unentschieden gegen Schalke muss man zufrieden sein", sagte Torschütze Krzynowek. Der 31-Jährige, der von VfL-Trainer Felix Magath überraschend in der Anfangself aufgeboten wurde, hatte bereits unter der Woche beim 2:2 im Länderspiel in Russland getroffen. "Wenn man so spät den Ausgleich schafft, müsste man eigentlich zufrieden sein. Ich bin das aber in keinster Weise", sagte Schalkes Chefcoach Mirko Slomka. "Wir waren spielerisch überlegen, aber im Angriff hat mir die Zielstrebigkeit gefehlt. Damit war ich nicht einverstanden. Wir hatten genügend Chancen, das Spiel für uns zu entscheiden."

Gegentor mitten in der Drangphase

Tatsächlich fiel der Wolfsburger Treffer mitten in die Drangphase der Schalker. Die Gäste setzten zunächst die Akzente. Allein in den ersten 20 Minuten vergaben Christian Pander (1.), Zlatan Bajramovic (4.), Gerald Asamoah (12.) und Ivan Rakitic (18.) gute Torchancen. "Wir waren die spielbestimmende Mannschaft, haben es aber versäumt, in Führung zu gehen", kritisierte Schalke-Manager Andreas Müller in der Halbzeit im Interview mit dem Pay-TV-Sender Premiere.

Dies gelang den Gastgebern, bei denen insgesamt sechs Neue in der Anfangsformation standen. Mit seinem ersten direkt verwandelten Freistoß seit Februar 2005 brachte Krzynowek die "Wölfe" in Führung. Kapitän Marcelinho hatte seinem Mitspieler kurz vor dem Strafraum generös den Vortritt gelassen. "Ich habe zu ihm gesagt: Diesmal versuche ich es selbst", verriet der Schütze - und ließ mit einem feinen Schuss an der Mauer vorbei Schalkes Torwart Manuel Neuer schlecht aussehen. Besser machte es der 21-Jährige vier Minuten später, als er einen gefährlichen Distanzschuss des Rumänen Sergiu Radu gerade noch über die Latte lenkte.

Zuschauer wurden bestens unterhalten

Auch nach dem Wechsel wurden die Zuschauer bestens unterhalten. Wieder waren es die Schalker, die für den ersten Aufreger sorgten: Nationalstürmer Kevin Kuranyi (50.) scheiterte mit einem Kopfball an dem hervorragenden VfL-Schlussmann Simon Jentzsch. Nach dem Platzverweis gegen Josué kamen die Gastgeber nur noch ein Mal gefährlich vor das Schalker Tor. Doch Marcelinho brachte nach einer Hereingabe von Ashkan Dejagah den Ball einen Meter vor der Linie nicht im leeren Tor unter. Mit großem Kampfgeist und einem starken Torhüter Jentzsch im Rücken überstanden die Gastgeber in Unterzahl lange den Sturmlauf der Schalker, bei denen Rakitic (71.) und Kuranyi (76.) beste Chancen vergaben. Doch kurz vor Schluss wurden die Angriffsbemühungen der Gäste dank Altintop doch noch belohnt.

Im zweiten Sonntagsspiel gelang dem Frankfurter Alexander Meier das schnellste Saisontor bisher. Damit hat er seiner Eintracht den besten Bundesliga-Start seit acht Jahren beschert und Aufsteiger Hansa Rostock schon frühzeitig in Abstiegssorgen gestürzt. Die weiter ungeschlagenen Hessen kamen am Sonntag durch ein Tor von Meier in der dritten Minute zu einem 1:0 (1:0)-Erfolg und setzten sich mit sieben Punkten als Vierter in der Spitzengruppe fest. Rostock hingegen blieb vor 44 400 Zuschauern im Frankfurter Fußball-Stadion den Beweis seine Bundesligatauglichkeit erneut schuldig und steht nach drei Spieltagen als einziges Team ohne Punktgewinn am Ende der Rangliste - und somit gehörig unter Druck.

"Die Mannschaft wollte unbedingt gewinnen, das hat sie auch gezeigt. Sie ist reifer geworden, das war der zweite 1:0-Heimsieg, dafür gebührt ihr ein Riesenlob", sagte Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel. Der Coach zeigte sich besonders mit Siegtorschütze Meier zufrieden: "Er ist aus dieser Mannschaft praktisch nicht mehr wegzudenken."

Gert Glaner/DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker