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stern vor Ort: Mit Olli unterm Himmelszelt

Es gibt etwas, um dass sie uns beneiden hier, das konnte man von zwei jungen Portugiesinnen lernen: Es ist blond, breitschultrig und sehr, sehr böse.

Von stern-Redakteur Bernd Volland.

Was hat man nicht alles geschrieben, dass sie so traurig wären, die Portugiesen. Und jetzt wird da erstmal nichts draus. Dafür haben aber die Engländer im Elfmeterschießen verloren. Das machen die ja auch gerne. Und wir schimpfen über unsere Schwächlinge. Das machen wir auch gerne.

Aber etwas gibt es, um dass sie uns beneiden hier, das konnte man von zwei jungen Portugiesinnen lernen: Es ist blond, breitschultrig und sehr, sehr böse. Die beiden Mädels haben einen zur Bushaltestelle geführt, und, kein Spruch, eine Viertelstunde dort mit einem gewartet, nett sind sie hier. Und dann, echt kein Spruch, sagt eine glatt, dass Olli Kahn so ein netter Kerl sei. Habe sie am Flughafen getroffen, als sie mal in München war, gleich, "Olli Kaaaahn", gerufen, Latinoblut und so. Und der Olli hat sich gefreut und hat mit ihr geredet. So ein Netter!

Lassen wir sie in dem Glauben. Zumal sie ja dann auch ein bisschen traurig sein kann, weil der nette Kerl jetzt wieder weg ist. Ist man selbst ja auch. Da hilft übrigens schlafen unter freiem Himmel, sieht man Sterne und, wenns gut geht, findet man den Mond, und denkt sich: Sterne und Mond gibts ja auch zu Hause. Und dort ist Olli Kahn und was sonst noch wichtig ist und guckt sicher auch in die Sterne. Und dann ist man traurig, aber hat auch das Gefühl, der Olli wär noch hier. Und alles ist gut. Finale und so. Am Morgen scheint dann allerdings die wieder die Sonne, das ist zu Hause nicht so. Tja.

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