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Abgewatscht - der satirische Wochenrückblick Botschaft auf dem Fingernagel


Das muss die Hitze sein: Lindsay Lohan sendet ihrer Richterin Botschaften auf dem Fingernagel, Cristiano Ronaldo lackiert sich die Fußnägel, und Katrin Müller-Hohenstein "hört" die Fata Morgana.
Von Jens Maier

Angenommen, Sie hätten einen wichtigen Gerichtstermin. Und angenommen, bei den vorangegangenen Belehrungen Ihrer Anwältin, warum Sie die Bewährungsauflagen in Zukunft besser einhalten sollten, sei Ihnen so langweilig gewesen, dass Sie sich Ihre Fingernägel lackiert hätten. Was sollten Sie auf gar keinen Fall auf Ihren Fingernagel schreiben? Richtig, das böse F-Wort. Und nun raten Sie mal, was Lindsay Lohan sich auf den Fingernagel geschrieben hat? Richtig, das böse F-Wort. Für die Richterin gut leserlich prangte da diese Woche im Gerichtssaal in Beverly Hills auf ihrem Mittelfinger "Fuck you". Der Aufforderung folgte Richterin Marsha Revel dann prompt. Lindsay muss 90 Tage in den Knast, weil sie gegen Bewährungsauflagen verstoßen hat. Für die Maniküre wird sie zukünftig also noch mehr Zeit haben.

Unter Verwirrung bei seiner Nagelpflege scheint auch Cristiano Ronaldo zu leiden, allerdings bei der Pediküre. Während Kollege Franck Ribery sich um seine Fußnägel überhaupt nicht schert (wir erinnern uns: Zum Ärger von Bayern-Trainer Louis van Gaal mussten in der vergangenen Saison seine Zehennägel aufgebohrt werden), lackiert der portugiesische Stürmerstar seine schwarz. Nach dem vorzeitigen Aus bei der Fußball-Weltmeisterschaft hat Ronaldo sich nach New York verzogen, wo er sich auf der Dachterrasse des vornehmen Lifestyleclubs "Soho House" am Pool entspannt. Dort erspähten die Kameras der Paparazzi nicht nur seinen Astralkörper, sondern auch die seltsam anmutende Fußbemalung. Seine neue Freundin Irina Shayk scheint Ronaldos weibliche Seite jedenfalls nicht zu stören. Das russische Supermodel verbringt die Nächte mit ihm im Hotelzimmer - und gerüchteweise knabbert sie dort nicht nur an seinen Zehen.

Die Narumol des ZDF: Katrin Müller-Hohenstein

"Fik und fertig" ist jetzt auch das Fernsehtraumpaar Narumol und Josef. Im oberbayerischen Kaff Pittenhart gaben sich die beiden, die sich in der RTL-Sendung "Bauer sucht Frau" kennengelernt hatten, das Ja-Wort. Die aus Thailand stammende Braut hatte nicht nur die Zuschauer, sondern auch Bauer Josef mit ihren Wortverwechslungen zum Lachen gebracht. Von Milch muss Narumol "ausbrechen", nach einer Seilbahnfahrt war sie "fik und fertig" und auf die Frage, ob sie sich vorstellen könne, von ihm ein Kind zu bekommen, antwortete Narumol dem verdutzten Josef: "Wenn du das schaffst!" Genug Zeit zum Üben haben sie jetzt zumindest.

Mit unfreiwillig komischen Sätzen versorgt uns in der Zwischenzeit die Narumol des ZDF: Katrin Müller-Hohenstein. Die Sportmoderatorin, zusammen mit Olli Kahn für den Sender bei der Live-Berichterstattung zur Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika im Einsatz, sorgte mit ihrem Spruch vom "inneren Reichsparteitag" für viel Wirbel und ist im Gegensatz zu Narumol auch nicht gegen Milchprodukte allergisch, sondern macht sogar dafür Werbung. Besonders ans Herz gewachsen ist sie uns allerdings wegen ihrer putzigen Art: Die Berliner Flagge verwechselt Müller-Hohenstein nämlich gerne mal mit der österreichischen, sieht die Fata Morgana nicht nur, sondern "hört" diese auch und fände Olli Kahn mit Bart "geil". Und wer jetzt glaubt, das kann nicht getoppt werden, der hat Müller-Hohensteins Homepage noch nicht besucht. Dort werden die Besucher mit den Worten "Schön, dass Ihr mal vorbeischaut. Wobei - vielleicht schaut Ihr doch mal genauer hin, denn wenn Ihr vorbei schaut, dann seht Ihr ja nix!" empfangen.

Die Vuvuzela rettet Marashi-Zuhörer

Da loben wir uns Moderatoren wie die beim Nachrichtensender N24. Dort wurden am Freitag live aus dem Aquarium in Oberhausen die Weissagungen des Krakenorakels Paul übertragen. Nachdem der treffsichere Oktopus einen Sieg der deutschen Mannschaft im Spiel um Platz drei am Samstag vorhergeschmeckt hatte, fragte die Moderatorin, die offenbar glaubte, das Mikrofon sei bereits abgedreht: "Wollten wir nicht drauf bleiben, um die Vorhersage für das Endspiel zu machen?" Ihr Kollege, der wohl ebenfalls davon ausging, der Sender habe bereits Werbung eingeblendet, sagte daraufhin: "Ich moderiere den Quatsch jetzt doch nicht eine halbe Stunde."

War sonst noch was? Na klar! Mehrzad Marashi hat in Berlin seine Freundin Denise geheiratet. Für eine Hochzeitsreise hatte der Sieger von "Deutschland sucht den Superstar" allerdings keine Zeit. Inzwischen verdingt er sich nämlich unter anderem damit, für eine große Supermarktkette durch die Lande zu tingeln. Ein Schicksal, das prominente Schlagersänger sonst erst am Ende ihrer Karriere ereilt (Zur Erinnerung: Rex Gildo hatte seinen letzten Auftritt bei der Eröffnung eines Möbelhauses). "Prominente Chartstürmer präsentieren in dreißigminütigen Auftritten ihre Hits", kündigt die Handelskette Marashi an. Offenbar ohne zu wissen, dass er nur einen einzigen hatte. Eine halbe Stunde werden die Zuschauer also die Bohlen-Schnulze "Don't Believe" ertragen müssen. Wie gut, dass die meisten Ohren derzeit ohnehin Vuvuzela-geschädigt sind.


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