VG-Wort Pixel

Antarktis Forscher: "Weltuntergangs-Gletscher" Thwaites hält sich nur noch "an den Fingernägeln" fest

Thwaites Gletscher
Teilaufnahme des Thwaites-Gletschers aus dem Jahr 2019
© Nasa / Imago Images
Der Thwaites-Gletscher in der Antarktis, einer der größten der Welt, könnte einer Studie zufolge schneller abschmelzen als bislang angenommen. Seine Auflösung dürfte enorme Folgen für den Meeresspiegel haben. 

Der Thwaites-Gletscher in der Antarktis ist auch unter dem wenig rühmlichen Spitznamen "Weltuntergangsgletscher" bekannt. Der Hintergrund: Schmilzt der Gletscher, der in der Fläche etwa doppelt so groß ist wie Österreich, könnte dies einen signifikanten Anstieg des Meerwasserspiegels bewirken und eine Bedrohung für diverse Küstenregionen darstellen.

Wie ein Forscher-Team in einer am Montag im Fachjournal "Nature Geoscience" veröffentlichten Studie darstellt, könnte der Gletscher in den kommenden Jahren stark abnehmen und in Schüben schneller schwinden als bislang angenommen. Er schmilzt demnach durch die Erderwärmung an seiner Unterwasserkante. Sollte sich der Gletscher vom Meeresboden lösen, könnte das seine Abnahme beschleunigen. Dies sei an seiner Basis in den vergangenen zwei Jahrhunderten zu irgendeinem Zeitpunkt bereits geschehen: "Der Thwaites-Gletscher hält sich nur noch an den Fingernägeln fest", wird einer der Autoren von CNN zitiert. 

Thwaites-Gletscher auf Satellitenbildern

Die oberirdischen Veränderungen beim Thwaites-Gletscher sind auf Satelliten-Aufnahmen zu erkennen. Untenstehend sehen Sie zwei Aufnahmen des Thwaites-Gletschers, die vom Nasa Erdbeobachtungsprogramm veröffentlicht wurden. Das Bild links des roten Schiebereglers stammt aus dem Dezember 2001, das rechts davon aus dem Dezember 2019.

Bewegen Sie den Regler, um die Unterschiede zu sehen.

Der Thwaites-Gletscher in der westlichen Antarktis ist einer der größten der Welt und beschäftigt die Wissenschaft bereits seit Jahrzehnten. Bereits in den 1970ern untersuchten Forscher das Risiko eines Kollaps. Fast ein Jahrzehnt später fanden Sie heraus, dass – weil der Gletscher auf dem Meeresboden und nicht auf dem Festland lokalisiert ist – warme Meeresströmungen die Schmelze von unten begünstigen. Wegen der Gefahren, die ein Schmelzen des Polareises für die Küstenregionen birgt, steht die Region unter starker Beobachtung. 

Die Eisschmelze in den arktischen und antarktischen Gebieten sieht auch der Schweizer Glaziologe Daniel Farinotti als sehr großes Problem: "Wenn hier riesige Eisflächen schmelzen, hat das Auswirkungen auf den Meeresspiegel und das wiederum betrifft den Lebensraum von Millionen Menschen weltweit. Das ist durchaus ein Problem, das Sorgen macht", sagte er dem stern. Den Gletschern gehe es weltweit nicht gut, so Farinotti. Das habe mit dem veränderten Klima zu tun. Das gesamte Interview lesen Sie hier.

Quellen:CNN, Nasa, "Nature Geoscience"

In der Galerie: die Bilder des Tages erzählen von großen und kleinen Geschichten aus der ganzen Welt

rös

Mehr zum Thema

Newsticker