Francesca Lollobrigida holte das erste Olympia-Gold für Italien – doch alle schauten nur noch auf ihren Sohn. Auch ein anderer Knirps zieht die Aufmerksamkeit auf sich.
Zumindest vorübergehend schaute ganz Italien auf Francesca Lollobrigida. Die Eisschnellläuferin mit dem berühmten Namen – Großnichte der legendären Schauspielerin Gina Lollobrigida – bescherte den Gastgebern am ersten offiziellen Wettkampftag der Olympischen Winterspiele die erste Goldmedaille. Und das auch noch an ihrem 35. Geburtstag!
Die öffentliche Aufmerksamkeit musste sich die Sportlerin dann aber doch teilen. Kurz nach dem Zieleinlauf schloss sie ihren Sohn Tommaso in die Arme, der das Rennen auf der Tribüne mit seinem Vater Matteo Angeletti und anderen Familienmitgliedern verfolgt hatte. Und der zweieinhalb Jahre alte Junge riss kurzerhand die Show an sich.
Eingepackt in einen "Italia"-Pulli und mit einem Stofftier in der Hand feierte er mit seiner Mama auf dem Eis – auch, wenn der Kleine wahrscheinlich nicht ganz verstand, was da gerade vor sich ging. Spaß schien er trotzdem zu haben.
Zweijähriger stört Interview seiner Mutter
Beim Interview nach dem Rennen wurde es ihm schnell zu bunt, dass so viele fremde Menschen etwas von seiner Mutter wollten. Während Lollobrigida die Fragen der Reporter aus aller Welt zu beantworten versuchte, kämpfte Tommaso auf ihrem Arm um ihre Aufmerksamkeit, plapperte dazwischen, grabschte seiner Mutter ins Gesicht und versuchte sie mit einer Geste zum Schweigen zu bringen. Schließlich beschäftigte er sich mit dem Stirnband, das er Lollobrigida vom Kopf gezogen hatte.
An dieser Stelle hat unsere Redaktion Inhalte von Twitter / X integriert.
Aufgrund Ihrer Datenschutz-Einstellungen wurden diese Inhalte nicht geladen, um Ihre Privatsphäre zu schützen.
Ein süßer Moment, der schnell im Netz viral ging, dort aber auch zu verschiedenen Meinungen führte. Bald war nicht mehr Lollobrigidas Goldmedaille das Thema, sondern – leider nicht ungewöhnlich – ihre vermeintlichen Fehler als Mutter. "Dieses Kind braucht Grenzen", schrieb eine Person zu dem Video, auch andere behaupteten, die Szene sage viel über die Erziehung aus.
"Er ist zu groß, um sich so zu benehmen", erklärte jemand. Und andere fragten sich, wo der Vater des Jungen sei: "Der Vater hätte ihn nehmen und mit ihm ein ernstes Gespräch darüber führen sollen, wie man sich in der Öffentlichkeit benimmt." Jemand schlug hingegen scherzhaft vor, Lollobrigida solle für ihren geduldigen Umgang mit ihrem Sohn sogar eine weitere Goldmedaille bekommen.
Was vielen Kommentatoren offenbar nicht einfiel: Der Vater, die Großeltern, Onkel und Tanten waren vor Ort und kümmerten sich um den Jungen. Doch Francesca Lollobrigida wollte offensichtlich ganz bewusst diesen besonderen Moment gemeinsam mit ihrem Sohn erleben. Als Sinnbild für unfair verteilte Care-Arbeit und eine überforderte Mutter taugte die Situation also nicht.
Francesca Lollobrigida kämpft sich nach Geburt zu Olympia-Gold
"Ich widme diese Medaille meinem Sohn", sagte die Olympiasiegerin in einem dieser Interviews. "Es ist der schönste Tag in meinem Leben, einfach perfekt." Vor vier Jahren in Peking hatte sie schon Silber und Bronze auf der Eisbahn gewonnen, nach der Geburt ihres Sohnes kämpfte sie sich wieder an die Weltspitze. "Ich habe es auch für ihn getan, damit er eines Tages stolz auf mich sein kann – nicht nur, weil ich Olympiasiegerin bin, sondern für alles, was wir gemeinsam erreicht haben", erklärte die Italienerin.
Gleichzeitig machte sie keinen Hehl daraus, wie schwer es ist, Leistungssport und Mutterschaft zusammenzubringen: "Wir sind mehr als 250 Tage im Jahr von zu Hause weg, daher muss mein Sohn mit Flügen, Hotelaufenthalten und so weiter zurechtkommen. Das war nicht einfach. Es erfordert Organisation. Es gibt mehr Tiefpunkte als Höhepunkte, aber dann bedeutet diese Medaille für sie umso mehr."
Junge mit Besen begeistert Fans beim Curling
Einen weiteren heimlichen, noch etwas jüngeren Star dieser Winterspiele können die Zuschauer beim Curling sehen. River Schwaller ist erst 18 Monate alt und begleitet seine Eltern zu ihren Wettkämpfen. Das Schweizer Ehepaar Briar Schwaller-Hürlimann und Yannick Schwaller bildet auch auf dem Eis ein Team.
An dieser Stelle hat unsere Redaktion Inhalte von Instagram integriert.
Aufgrund Ihrer Datenschutz-Einstellungen wurden diese Inhalte nicht geladen, um Ihre Privatsphäre zu schützen.
Während der Spiele passen Rivers Großeltern auf den Jungen auf. Wenn die Eltern wieder Zeit haben, interessiert sich der Anderthalbjährige aber vor allem für deren Sportgerät: "Leider hat er nach dem Spiel keine Lust auf uns, sondern mehr auf den Besen, wenn wir ihn noch in der Hand haben", sagte Yannick Schwaller der "Welt". Bilder und Videos, wie der Kleine mit dem Besen durch die Halle wetzt, lassen im Netz die Herzen schmelzen. Vielleicht zeigt sich da bereits ein ganz besonderes Nachwuchstalent.