Steuer-Prozess gegen Uli Hoeneß Richter will bei Urteil von neuen Zahlen ausgehen


Der dritte Verhandlungstag dauerte keine zwei Stunden. Den Nachmittag wollen die Schöffen nutzen, um Dokumente zu lesen. Die Entwicklung des Vormittags im Nachrichtenticker.

+++ 12.15 Uhr: Zwei Drittel der Deutschen fordern Hoeneß-Rücktritt +++

Knapp zwei Drittel der Deutschen fordern den sofortigen Rücktritt von Steuersünder Uli Hoeneß als Präsident des deutschen Fußball-Rekordmeisters FC Bayern München. Das ergab eine repräsentative Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov von Montag bis Mittwoch dieser Woche. Demnach sind nur 22 Prozent der Befragten der Ansicht, Hoeneß solle weiter im Amt bleiben, 65 Prozent sprechen sich für den Rückzug aus. Im Bundesland Bayern sind es mit 56 Prozent immerhin noch mehr als die Hälfte.

+++ 11.45 Uhr: Knackpunkt Selbstanzeige +++

Die Verteidigung geht weiter davon aus, dass die Selbstanzeige von Uli Hoeneß wirksam ist. Demnach hätten alle relevanten Daten vorgelegen - übrigens inklusive der 27,2 Millionen Euro, die von einer Zeugin am Dienstag genannt wurden. Gefehlt habe nur eine Beurteilung von Hoeneß‘ Steuerberater, ob zwischen 2006 und 2009 Gewinne angefallen seien. Die Staatsanwaltschaft betont weiter das Gegenteil. "Die Selbstanzeige ist nicht wirksamer geworden", sagt ein Sprecher. Die Zahlen seien für die Finanzbehörden nicht nachrechenbar gewesen.

+++ 11.30 Uhr: Hoeneß wollte wohl von Steuerabkommen mit der Schweiz profitieren +++

Uli Hoeneß wollte nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" von dem zwischenzeitlich geplanten Steuerabkommen mit der Schweiz profitieren. Wie das Blatt am Mittwoch unter Berufung auf nicht näher genannte "Ermittlungsergebnisse" berichtet, errechnete seine Schweizer Bank für ihn in diesem Zusammenhang eine einmalig zu zahlende Summe von 6,3 Millionen Euro. Damit wären ihm wahrscheinlich Abgaben in Höhe von mehr als 20 Millionen Euro erspart geblieben.

+++ 11.15 Uhr: Richter will bei Urteil von neuen Zahlen ausgehen +++

Richter Rupert Heindl betont, dass das Gericht bei einem Urteil von den neuen Zahlen ausgehen wird - und nicht von den 3,5 Millionen Euro, die Hoeneß in der Anklage vorgeworfen wurden.

+++ 11.10 Uhr: Prozesstag bereits beendet +++

Der dritte Tag im spektakulären Prozess um Steuersünder Uli Hoeneß ist nach nicht einmal eineinhalb Stunden Verhandlungszeit zu Ende gegangen. Den Nachmittag will das Gericht nutzen, um weitere Dokumente zu lesen. Zuvor hatte die Verteidigung die am Vortag von einer Finanzbeamtin bezifferten Steuerschulden anerkannt. Wenn es keine weiteren Beweisanträge gibt, können am Donnerstag die Plädoyers folgen und dann "wird höchstwahrscheinlich auch das Urteil verkündet", sagt Gerichtssprecherin Andrea Titz.

+++ 11 Uhr: EDV-Experte entlastet Hoeneß +++

Der EDV-Experte schildert in seiner Vernehmung, dass nicht alle Dateien schon am 18.1.2013 erstellt wurden. Er spricht von nur mindestens einem Dokument auf dem USB-Stick. Der Zeuge sagt aber auch, dass die am 28. Februar 2014 eingereichten Dateien erst am 20. Februar 2014 erstellt wurden. Das widerspricht also nicht Hoeneß' Aussage, dass er erst kurz vor Prozessbeginn von dem genauen Umfang der Steuerhinterziehung erfahren habe.

+++ Blick in die sozialen Medien +++

Das Online-Fußballmagazin FUMS hat ein altes Zitat von Uli Hoeneß ausgegraben.

+++ 10.40 Uhr: Hoeneß' Steuer-Uhr +++

Uli Hoeneß hat jetzt seine eigene Steuer-Uhr. www.wie-viel-hat-uli-hinterzogen.de

+++ 10.40 Uhr Verteidigung erkennt Steuerschuld an +++

Die Verteidigung von Uli Hoeneß akzeptiert die von einer Finanzbeamtin auf 27,2 Millionen Euro bezifferten Steuerschulden. "Die Zahlen hält die Verteidigung für sachgerecht, da zweifeln wir nicht dran", teilt Hoeneß' Anwalt Hanns W. Feigen mit. Die Verteidigung ist von den am Mittwoch bekanntgewordenen Zahlen keineswegs überrascht gewesen. "Wir sind ja nicht dämlich!", sagt Feigen und betont zudem: "In der Selbstanzeige, die Herr Hoeneß am 17. Januar 2013 eingereicht hat, sind sämtliche Zahlen bereits enthalten."

+++ 9.45 Uhr: Dritter Prozesstag beginnt +++

Die Beteiligten sind mit etwas Verspätung eingetroffen. Der dritte Prozesstag startet. Der Präsident des FC Bayern erscheint wieder mit seiner Frau Susanne im Saal 134 des Justizpalastes. Wie am Montag trägt der 62-Jährige einen schwarzen Anzug und eine rote Krawatte. Er ringt sich am Morgen nach seinem Stadionbesuch beim Achtelfinal-Rückspiel der Münchner gegen den FC Arsenal ein Lächeln ab. Mit Spannung wird erwartet, ob das Gericht wie geplant am Donnerstag ein Urteil verkündet - oder ob der Prozess verlängert werden muss.

+++ 9.20 Uhr: Wieder mehr Schaulustige +++

Die Zuschauer-Schlange vor dem Münchner Justizpalast ist nach den spektakulären Entwicklungen wieder deutlich länger als noch am Vortag.

+++ 9 Uhr Vorschau dritter Prozesstag +++

Nach den spektakulären Enthüllungen über weitere Steuerschulden in Millionenhöhe werden am Mittwoch im Prozess gegen Uli Hoeneß zwei zusätzliche Zeugen angehört. Ein Betriebsprüfer, der Einkommensmillionär Hoeneß regelmäßig überprüft hat, sowie ein EDV-Mann des Finanzamtes Rosenheim sind ins Landgericht München II geladen. Nach den Anhörungen will das Gericht entscheiden, ob - wie ursprünglich geplant - bereits am Donnerstag ein Urteil fällt.

+++ 8.55 Uhr: Hoeneß jubelte ausgelassen auf der Tribüne +++

Gegen Arsenal London reichte Bayern München ein 1:1 um ins Viertelfinale der Champions League einzuziehen. Uli Hoeneß saß auf der Tribüne der Allianz Arena und jubelte ausgelassen über das Führungstor von Bastian Schweinsteiger. Der Viertelfinaleinzug war gewissermaßen ein kleines Geschenk für den Patron des FC Bayern.

+++ 8.50 Uhr: Fazit zweiter Prozesstag +++

Der zweite Prozesstag hielt erneut Überraschungen parat. Am Montag gestand Hoeneß noch, 18,5 Millionen Euro zusätzlich hinterzogen zu haben. Am Dienstag schätzte die Zeugin von der Rosenheimer Steurfahndung die Summe dann auf 27,2 Millionen Euro (inklusive der in der Anklageschrift genannten 3,5 Millionen Euro).

Es stellt sich die Frage: Woher nahm Hoeneß die dreistelligen Millionenbeträge, mit denen er spekulierte?

In den Sozialen Medien war der Spott über die ständig steigenden Summen groß.

feh/DPA/AFP DPA

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