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Thomas Schaaf über Fußballstars: "Im Ansehen auf dem Niveau von Boygroups"

Trainer Thomas Schaaf kritisiert in einem Interview den Hype um junge Fußballer, warnt vor zu großer Erwartungshaltung - und mahnt, das Schicksal von Spielern wie Robert Enke nicht zu vergessen.

Thomas Schaaf hat sich in einem Interview besorgt über den zunehmenden Hype um Fußballstars geäußert. "Wie wird denn heute ein Spieler zuerst wahrgenommen? Über Tattoos, Frisuren, welches Auto, welche Uhr...", kritisierte der #link;http://www.stern.de/sport/fussball/thomas-schaaf-90252254t.html;Trainer des Bundesligisten Eintracht Frankfurt# in der "Frankfurter Rundschau". "Die Spieler bewegen sich im Ansehen auf dem Niveau von Boygroups." Es komme vor, dass er als Trainer etwas zur Frisur eines Spielers sagen solle. "Da kann ich die besten Tipps geben, welche Mittelchen er benutzen soll und so. Ist doch verrückt alles."

Schaaf räumte ein, dass der Profi-Fußball diese Entwicklung mit vorantreibe. "Natürlich sind auch wir daran beteiligt und drehen mit am Rad", so der 53-Jährige. "Aber wir müssen aufpassen, dass wir nicht überdrehen." Mit Blick auf junge Spieler wie Mario Götze warnte er auch vor einer zu großen Erwartungshaltung an die Profis. "Was muten mir einem solchen Spieler zu? Wenn es um die Erwartung und den Stellenwert der Spieler geht, dann sollte Robert Enke in Erinnerung bleiben. Wir sollten alle wachsam sein."

Der Fußball sei ein tolles gesellschaftliches Ereignis und tue viel Gutes. "Aber es gibt manche Dinge, die nicht funktionieren. Das darf man nicht aus den Augen verlieren", sagte Schaaf. Früher habe man pro Saison nur ein, zwei Neuzugänge verpflichtet und diesen Spielern ein Jahr zur Eingewöhnung eingeräumt. "Heute hast du 14 Neue, und alle 14 müssen auf Knopfdruck funktionieren. Das ist unsere Gesellschaft. Das kann nicht gehen", so der Trainer.

car/DPA / DPA
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