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Bundesliga-Finale Lewandowski will Gerd Müllers Torrekord – Bremen, Bielefeld, Köln: Wer steigt ab?

Werder, Köln und Bielefeld kämpfen um Klassenerhalt – das sagen die Trainer
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Wie so oft ist das einzig spannende am letzten Spieltag einer Bundesligasaison der Abstiegskrimi im Tabellenkeller. Die Protagonisten in diesem Jahr: Arminia Bielefeld mit 32 Punkten, Werder Bremen mit 31 und der 1. FC Köln mit 30 Zählern auf dem Konto. Die schlechtesten Karten hat der FC. Denn nur ein Sieg kann ihnen noch helfen, vorausgesetzt einer der anderen gewinnt nicht. Trainer Friedhelm Funkel vor dem Heimspiel gegen Schalke: "Da mache ich mir überhaupt keine Gedanken drüber. Überhaupt keine. Wir müssen unsere Hausaufgaben lösen und wenn wir unsere Hausaufgaben lösen, dann bin ich davon überzeugt, dass diese beiden Mannschaften, die du gerade angesprochen hast, die gehen mit hundertprozentiger Motivation in dieses Spiel oder in diese beiden Spiele, diese beiden Mannschaften." In Bielefeld geht man die Sache entspannter an. Mit einem Sieg ist man klar durch, eine Niederlage oder ein Unentschieden können nur gefährlich werden, wenn die beiden anderen siegen. Trainer Frank Kramer vor dem Auswärtsspiel in Stuttgart: "Und so ist der Charakter des letzten Spieltags ja, das heißt auch da. Am besten ist es, man hat die Nase vorne drin, dann braucht man nicht so oft, dann braucht nicht so oft woanders hinhören oder so, aber, aber wenn dem so wäre. Dann kommt natürlich ein Signal, sodass man dann entsprechend reagieren kann." Für Werder Bremen mit seinem neuen und alten Trainer Thomas Schaaf wird es brenzlig, wenn Köln gewinnt. Dann muss Werder auch gewinnen. Schaaf vor seiner Rückkehr in die Bundesliga: "Ja, natürlich, wir denken dann immer so, das wichtigste Spiel, wir haben nur wichtige Spiele! Ich verstehe natürlich, dass das auch wichtig ist, klar, irgendwo eine Information immer mal zu bekommen, wenn es eben wichtig ist, aber für mich ist der Punkt erstmal, wir müssen unsere Aufgaben erfüllen." Die Bremer spielen zu Hause gegen Borussia Mönchengladbach, für die es noch um die Teilnahme an der Europa-Conference-League geht. Das Gleiche gilt für Bielefelds Gegner Stuttgart. Nur Köln hat mit Schalke einen vergleichsweise unambitionierten Gegner vor sich. Von daher ist Spannung garantiert - im Abstiegskrimi am letzten Spieltag dieser Saison.
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Bricht Robert Lewandowski Gerd Müllers "ewigen Torrekord", geht dieser Spieltag in die Bundesliga-Geschichte ein, obwohl die meisten Entscheidungen schon gefallen sind. Im Tabellenkeller zittern drei Traditionsclubs.

Die Entscheidung über den zweiten Absteiger, den Teilnehmer an der neuen Conference League, die Rekordjagd von Robert Lewandowski - den Fans wird an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky und stern-Ticker) zum Abschluss der Saison in der Fußball-Bundesliga noch einiges geboten, obwohl der Meister und die Champions-League-Plätze schon vergeben sind. Ungewöhnlich für diese Saison: Ein paar Zuschauer dürfen sogar live dabei sein.

Darüber spricht die Liga am letzten Spieltag:

Zuschauer in München, Berlin, Bremen

An eine Stadion-Atmosphäre mit Zuschauern können sich die Bundesligaprofis kaum noch erinnern. Nach knapp sieben Monaten ist es am Samstag nun wieder so weit - wenn auch nur in abgespeckter Form und lediglich drei Städten. Union Berlin spielt gegen RB Leipzig vor 2000 Fans, die Meisterehrung von Bayern München beim Heimspiel gegen den FC Augsburg dürfen 250 Personen auf der Tribüne verfolgen und Werder Bremen kann in der Partie gegen Borussia Mönchengladbach von 100 Vereinsmitarbeitern unterstützt werden. Nicht viel, aber zumindest ein Anfang und ein Hoffnungsschimmer für die Zukunft. Letztmals wurde in der Bundesliga am 25. Oktober 2020 vor Publikum gekickt. 4519 Zuschauer waren damals beim Spiel VfL Wolfsburg gegen Arminia Bielefeld dabei.

Historischer Torrekord?

Entreißt er dem "Bomber der Nation" tatsächlich den Rekord oder nicht? Nachdem Robert Lewandowski bereits am vorletzten Spieltag sein 40. Saisontor erzielt und den Bestwert von Gerd Müller aus der Saison 1971/72 egalisiert hatte, bleiben dem Weltfußballer noch 90 Minuten für weitere Tore. Trifft der Star des FC Bayern gegen Augsburg, dann ist er alleiniger Rekordhalter. Für manchen Fan und Zeitgenossen wäre es schade, wenn Müller in der Statistik nicht mehr die Nummer eins ist. Lewandowski sagte zuletzt aber, dass er so viele Tore wie möglich schießen und nicht aus Nostalgie oder Prinzip zurückziehen werde. Das sei nämlich sicher auch im Sinn von Müller.

Robert Lewandowski schießt artistisch
Gleichgezogen ist er schon: Mit einem weiteren Tor würde er den "ewigen" Torrekord von Gerd Müller aus der Saison 1971/72 knacken.
© Andreas Schaad / AP / DPA

Abstiegskampf mit Traditionsclubs

Arminia Bielefeld, Werder Bremen, 1. FC Köln - alle drei Clubs können am letzten Spieltag noch direkt absteigen, sich retten oder ihre Saison um zwei Relegationsspiele verlängern. Die Kölner haben als Tabellen-17. die schlechteste Ausgangsposition, aber den vermeintlich leichtesten Gegner (Schalke 04). Beim Tabellen-15. Bielefeld ist es vor dem schweren Spiel beim VfB Stuttgart genau umgekehrt. Die große Unbekannte ist: Was bewirkt das Comeback von Trainerlegende Thomas Schaaf bei Werder Bremen? Der Tabellen-16. hat acht der vergangenen neun Ligaspiele verloren. Schaaf soll diesen Absturz beim Spiel gegen Borussia Mönchengladbach stoppen.

"Eiserne" erstmals nach Europa?

Sechs Teams haben sich ihren internationalen Startplatz für die kommende Saison bereits gesichert. Um den siebten für die neue Conference League kämpfen noch vier Teams, von denen Union Berlin die beste Ausgangsposition hat. "Das wäre sensationell, die Krönung", sagte Präsident Dirk Zingler. Für den einen Punkt hinter den Köpenickern platzierten Champions-League-Achtelfinalisten Borussia Mönchengladbach wäre der neue Wettbewerb eher ein Trostpflaster. Sportdirektor Eberl aber sagte: "Jeder Wettbewerb in Europa ist für Mönchengladbach ein großartiger Erfolg." Auch Stuttgart und Freiburg liegen noch in Lauerstellung.

Gräfe geht in Schiri-Rente

Im Sommer wird es Manuel Gräfe bestimmt nicht langweilig. Den ZDF-Zuschauern wird er bei der Fußball-EM Regelfragen erläutern und zu Entscheidungen seiner Schiedsrichterkollegen Stellung beziehen. Doch bevor Gräfe sich auf zum Fernsehen macht, hat er am Wochenende ein letztes Profispiel zu pfeifen. Danach ist er - zumindest offiziell - zu alt. In den vergangenen Wochen hatten sich Spieler, Trainer und Manager dafür ausgesprochen, dass für den 47 Jahre alten Berliner eine Ausnahme gemacht wird. Doch danach sieht es nicht aus.

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Trainer: Beispielloses Stühle-Rücken

Viel los zum Schluss auf den Trainerbänken: Bei fast allen Spitzenmannschaften verabschieden sich die Übungsleiter und wenden sich neuen Aufgaben zu. Hansi Flick bekommt bei den Bayern noch einmal die Meisterschale und macht dann Platz für Julian Nagelsmann, der vom Vizemeister RB Leipzig aufrückt. Flick ist als Bundestrainer im Gespräch, Nagelsmann wird durch einen weiteren Klassetrainer aus dem RB-Universum beerbt: Jesse Marsch kommt von RB Salzburg. Dort war auch Marco Rose, bevor er zu Borussia Mönchengladbach wechselte. Seine schon im Februar verkündete Entscheidung, zum BVB zu gehen, zog den Fohlen den Zahn. Nun hat Rose in Dortmund mit Edin Terzic aber einen Coach im Rücken, der die Schwarz-Gelben zum Pokalsieg führte. Gladbach wiederum lockte Adi Hütter aus Frankfurt, der mit seinem Abschied der Eintracht womöglich die Champions-League-Qualifikation verdarb. Wer die Frankfurter nächste Saison trainieren wird, das ist noch offen. Bayer Leverkusen dagegen hat seinen neuen Coach im Schweizer Gerardo Seoane bereits gefunden. Der Meistertrainer aus Bern löst Leihtrainer Hannes Wolf ab, der wohl zum DFB zurückkehrt. Und Wolfsburg? Ob Oliver Glasner bleibt, ist trotz des sicheren Einzugs in die Champions League bisher nicht klar.

dho DPA

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