HOME

Trainingsauftakt in München: Lucio rechnet mit Bayern ab

Im Moment stehen die Zeichen auf Abschied: Lucio hat in einem Interview seinen vorzeitigen Abschied vom FC Bayern angedeutet. Ein Wechsel wäre sinnvoll, wenn es ein tolles Angebot gäbe", sagte der frischgebackende Confed-Cup-Gewinner.

Lucio denkt an Abschied und Zé Roberto steht vor einem Wechsel zum Hamburger SV - beim Bayern München wird in der neuen Saison womöglich kein brasilianischer Samba-Fußball mehr gespielt. Der tief gekränkte Abwehrchef Lucio richtete am Mittwoch zum Trainingsauftakt des deutschen Rekordmeisters aus seiner Heimat schwere Vorwürfe an seinen Arbeitgeber und schließt einen vorzeitigen Abschied aus München nicht mehr aus. "Bayern und die Berichte über mich haben eine Situation kreiert, die alles andere als schön ist. Deshalb ist ein Wechsel sinnvoll, wenn es ein tolles Angebot gäbe", sagte Lucio in einem Interview mit der Münchner "tz".

Der Kapitän des fünffachen Weltmeisters ließ offen, ob er nach seinem Urlaub am 16. Juli das Training bei den Bayern aufnimmt: "Kann sein, dass das nicht mehr vorkommt. Nie würde ich nicht sagen. Ich müsste ja noch meinen Spind ausräumen." Lucio, der beim 3:2-Finalsieg über die USA die Brasilianer zum Gewinn des Confederation Cups geschossen hatte, fühlt sich vom FC Bayern im Stich gelassen, weil der Verein zu den Spekulationen über seine sportliche Zukunft in München keine Stellung bezogen hat.

Lucio ist enttäuscht

"Schließlich hat Bayern die Meldungen vernommen und keiner aus dem Verein hat darauf reagiert", sagte der 31-Jährige, der noch einen bis 30. Juni 2010 gültigen vertrag bei den Bayern hat. Meldungen, wonach der neue Trainer Louis van Gaal angeblich nicht mehr mit ihm plane, haben Lucio schwer getroffen: "Wenn solche Meldungen auftauchen, die besagen, Bayern wäre nicht weiter an meinen Diensten interessiert, macht das traurig."

Statt der Bayern hätten sich andere interessierte Vereine gemeldet, berichtete Lucio, "ich werde auf keinen Fall nach dem Urlaub arbeitslos sein. Jetzt würden sich viele über einen Lucio freuen, weil ich den Confed-Cup gewonnen und toll gespielt habe. Bayern hätte früher Partei für mich ergreifen sollen."

Zé Roberto zum HSV

Unterdessen steht Lucios Landsmann Zé Roberto offenbar vor einem Wechsel zum Bundesliga-Konkurrenten HSV. Wie das "Hamburger Abendblatt" und "bild.de" berichten, steht der 34 Jahre alte Routinier "kurz vor einer Zusage beim HSV". Derzeit ist der Brasilianer noch auf Heimat-Urlaub, soll aber in Kürze einen Zweijahresvertrag in Hamburg unterzeichnen. Zé Roberto wäre ablösefrei, er hatte zuletzt bei den Bayern auf einen neuen Zweijahresvertrag gehofft. Die Bayern-Führung bot ihm allerdings nur einen einjährigen Vertrag an. Mit einem Gehalt von rund vier Millionen Euro, das er bisher bezog, wäre er beim HSV Topverdiener.

DPA / DPA

Wissenscommunity