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TRANSFER-STREIT: Deutsche Fußball Liga will im »Fall Kehl« schlichten

In den Streit um den Vereinswechsel von Sebastian Kehl hat sich nun die Deutsche Fußball-Liga als Vermittler zwischen Borussia Dortmund und Bayern München eingeschaltet.

Im Wechselstreit um Nationalspieler Sebastian Kehl (SC Freiburg) wird die Deutsche Fußball Liga (DFL) wahrscheinlich als Schlichter zwischen den Vereinen Bayern München und Borussia Dortmund eingreifen. Dies bekundete am Freitag der Vorsitzende der Geschäftsführung der DFL, Wilfried Straub. Zudem gebe es »Hinweise darauf«, dass eine der betroffenen Parteien eine Schlichtung beantragt.

Schaden entstanden

Für den Vorsitzenden der DFL-Geschäftsführung hätte im »Fall Kehl« Schaden vermieden werden können. »Man hätte die Angelegenheit zunächst intern diskutieren sollen«, sagte Straub. Die DFL hat die beteiligten Vereine und Kehl um Stellungnahmen gebeten, die zum Teil schon vorliegen und zu Beginn des neuen Jahres ausgewertet werden sollen. »Es ist möglich, dass wir die Parteien zu einem klärenden Gespräch einladen, um weiteren Schaden zu verhindern«, meinte Straub.

Ehrencodex bei Vereinswechseln

Er wies auf die unterschiedliche Rechtsauslegung bei Vereinswechseln hin. Während der Internationale Fußball-Verband FIFA die Regelung, nach der erst sechs Monate vor Vertragsablauf ein neuer Kontrakt geschlossen werden darf, zum 1. September gestrichen hat, ist dieser Paragraf national noch bindend. Der Deutsche Fußball-Bund will die Anpassung an internationales Recht erst vollziehen und plant zudem eine Art Ehrencodex bei Vereinswechseln.

Kehl hatte kurz vor Weihnachten erklärt, »im kommenden Jahr« von Freiburg zu Borussia Dortmund wechseln zu wollen. Bayern München indes pocht auf vertragliche Abmachungen mit dem Freiburger und erwägt den Gang vor das Arbeitsgericht. Zusätzlich hatten die Münchner vorab 1,5 Millionen Mark an den Jungnationalspieler überwiesen, die dieser inklusive Zinsen mittlerweile an die Bayern zurückgezahlt hat.

Kein Vertrag mit den Bayern

Dortmund beruft sich darauf, dass es keinen rechtsgültigen Vertrag zwischen den Bayern und Kehl gebe. Der Club verweist auf eine Einigung mit dem Spieler, der wahrscheinlich noch im Januar für eine geschätzte Ablösesumme von 6 bis 7 Millionen Mark nach Dortmund wechseln wird.

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