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Transferpoker: 20 Millionen für van Buyten

HSV-Kapitän Daniel van Buyten hat seinen Verein vom Interesse der Bayern an seiner Person unterrichtet. Eine offizielle Anfrage gibt es aber noch nicht. HSV-Sportchef Beiersdorfer hat den Transferpreis für den Abwehrriesen schon mal festgelegt.

Fußball-Bundesligist Hamburger SV will seinen Kapitän Daniel van Buyten nicht unter 20 Millionen Euro ziehen lassen. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Bayern so viel Geld haben, van Buyten aus dem Vertrag zu kaufen", sagte HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer.

"Ich verspreche lieber nichts, weil ich nicht sicher bin, ob ich es halten kann", sagte van Buyten. Er fühle sich sehr wohl an der Alster, doch die Aussicht auf Titel reize ihn angesichts seiner 28 Jahre schon. "Ich möchte meinen Kindern sagen können, guck mal, den Titel oder den Pokal habe ich gewonnen", führte der Belgier aus, der im Sommer 2004 von Olympique Marseille für 3,8 Millionen Euro in die Hansestadt gekommen war. Beiersdorfer will den bis 2008 laufenden Vertrag mit van Buyten vorzeitig bis 2010 verlängern.

"Wir denken auch über van Buyten nach"

Der HSV-Kapitän hatte seinem Verein zuvor das Interesse des Rekordmeisters an seiner Verpflichtung mitgeteilt. "Daniel hat uns informiert", bestätigte Dietmar Beiersdorfer. Aus München gebe es aber keine Anfrage.

Der Fast-Meister 2006 hatte in den vergangenen Wochen immer mal wieder anklingen lassen, dass der belgische Abwehrchef genau seinem Anforderungsprofil an eine Neuverpflichtung entspricht. "Daniel van Buyten ist ein Spieler-Typ, der uns sehr interessiert. Er strahlt schon auf Grund seiner Erscheinung Autorität aus", sagte Trainer Felix Magath. So ähnlich hörte sich auch Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge an: "Wir denken auch über van Buyten nach - der steht da hinten beim HSV schon qua Körper wie eine Eins."

Vor Saisonende soll nichts passieren

Und Manager Uli Hoeneß bestätigte, dass es in der Abwehr Verbesserungsbedarf gibt: "Wir werden unseren Kader verbessern. Wir haben immer gesagt, dass wir mit zwei Innenverteidigern nicht stabil genug sind." Vor Saisonende will er sich zu konkreten Verhandlungen nicht äußern: "Wir sagen erst etwas, wenn wir Meister geworden sind. Das halten wir auch im Falle des Schalkers Lincoln so."

Der HSV muss nun erst einmal abwarten und hofft, dass die Bayern die Ablöse im hohen zweistelligen Bereich nicht zahlen wollen. Unterdessen will Beiersdorfer mit van Buyten sogar über eine vorzeitige Vertragsverlängerung über 2008 hinaus verhandeln. Um van Buyten und den Niederländer Rafael van der Vaart will der HSV in den nächsten Jahren ein international konkurrenzfähiges Top-Team bilden.

Dem HSV droht der Ausverkauf

Durch seinen sportlichen Aufstieg könnte der HSV sein Herzstück - die Abwehr - verlieren. Denn die Innenverteidigung mit van Buyten und Khalid Boulahrouz könnte auch durch den Weggang des Holländers zum FC Barcelona gesprengt werden. Einen lukrativen Abgang des Innenverteidigers nach einer guten Weltmeisterschaft hat man intern schon fast eingeplant. Zumal der Ausfall auch menschlich nicht so schwer zu verkraften wäre wie bei Führungsspieler van Buyten. Der 24 Jahre alte Boulahrouz neigt auf und neben dem Spielfeld schon mal zu Unbeherrschtheiten. So muss er wegen mehrerer Verkehrsdelikte seinen Führerschein für einen Monat abgeben und 35.000 Euro Strafe zahlen.

DPA / DPA

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