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Fußball-Bundesliga Bayern nehmen St. Pauli auseinander


Acht Gegentore und abgestiegen: Der FC St. Pauli ist gegen Bayern München untergegangen und hat sich aus der Liga verabschiedet. Die Bayern sicherten sich einen Champions-League-Platz. Hannover darf nur in der Europa League starten. Mönchengladbach eroberte den Relegationsplatz. Frankfurt und Wolfsburg kassierten bittere Niederlagen.

Der FC St. Pauli muss nach nur einem Jahr wieder in die 2. Liga. Die Hamburger stehen durch das bittere 1:8 gegen Bayern München als erster Absteiger aus der Bundesliga fest. Rekordmeister München hat zumindest Rang drei vor Hannover 96 sicher, das 1:2 beim VfB Stuttgart verlor. Bayern dürfte damit in der Qualifikation für die Champions League antreten. Der Tabellen-Zweite Bayer Leverkusen verpasste mit dem 1:1 gegen den Hamburger SV vorerst den direkten Einzug in die Königsklasse, liegt aber noch drei Punkte vor den Bayern.

Um den rettenden Platz 15 sowie Relegationsrang 16 kämpfen beim Saisonfinale noch der VfL Wolfsburg (15.), Borussia Mönchengladbach (16.) und Eintracht Frankfurt (17.). Die Gladbacher verließen mit dem 2:0 über den SC Freiburg den Abstiegsplatz. Gesichert sind der 1. FC Kaiserslautern dank des 2:1 in Wolfsburg, der VfB Stuttgart, Werder Bremen mit dem 2:0 über Meister Borussia Dortmund und der 1. FC Köln durch das 2:0 in Frankfurt. In der Europa League spielt in der kommenden Saison neben Hannover auch der FSV Mainz 05 nach dem 3:1 (0:0) bei Schalke 04. Der 1. FC Nürnberg büßte seine Mini-Chance mit dem 1:2 gegen 1899 Hoffenheim ein.

St. Pauli gibt Bankrotterklärung ab


Die Sonne schien über dem Millerntorstadion des FC St. Pauli. Das vorletzte Spiel gegen den FC Bayern stand an. Rein rechnerisch wäre noch etwas für die Hamburger drin gewesen, aber daran glaubte sowieso niemand mehr. Nicht nach den desolaten Leistungen in den vergangenen Spielen, als der Club vom Hamburger Kiez seine gute Ausgangsposition im Abstiegskampf auf dilettantische Art verspielte. Und jetzt kamen die Bayern, die sich die Champions-League-Qualifikation sichern wollten. Trotzdem herrschte vor dem Spiel so etwas wie gute Stimmung. Trainer Holger Stanislawski wollte sich mit einer gebührenden Leistung seiner Mannschaft von den heimischen Fans verabschieden. Was folgte, war eine Bankrotterklärung, die einen sprachlosen Trainer zurückließ.

Mit 8:1 gewannen die Bayern, allein Torjäger Mario Gomez erzielte drei Treffer und verbesserte seine Saison-Ausbeute auf 27 Tore. Jetzt können die Bayern sogar auf den zweiten Tabellenplatz hoffen, weil Leverkusen gegen den HSV nur ein Remis erreichte. Neben Gomez trafen Daniel van Buyten (32.), Arjen Robben (55./84.) und Franck Ribéry (75./88.).

Bayern sind zu stark


Vor dem Anpfiff zum letzten Saison-Heimspiel verabschiedete St. Pauli seinen scheidenden Coach Holger Stanislawski und dessen "Co" André Trulsen. Sogar Bayern Kapitän Philipp Lahm überreichte einen hübschen Wimpel und kassierte von Stanislawski gleich eine freundliche Umarmung. Freundlich waren die Paulianer auch in den folgenden 90 Minuten zum Gegner. Die Partie begann für die Münchner optimal. Nach anfänglichem Abtasten spielte Thomas Müller beim ersten gefährlichen Angriff den Ball per Rückzieher vor das Tor. Innenverteidiger Markus Thorandt wollte den Ball mit der Brust zum wieder für Benedikt Pliquett im Tor stehenden Stammkeeper Thomas Kessler zurückspielen, doch Gomez war zur Stelle und staubte zur erhofft frühen Führung ab. Die Bayern drängten weiter und hätten durch Bastian Schweinsteiger (12.) schon kurz darauf fast nachgelegt.

Auch in der Folge kontrollierten die Gäste, bei denen Luiz Gustavo anstelle von Holger Badstuber in der Innenverteidigung begann, die Partie. In der Defensive verhinderte der nach langer Verletzungspause ins Team zurückgekehrte Pauli-Kapitän Fabio Morena zunächst Schlimmeres, als er Gomez in letzter Sekunde den Ball vom Fuß nahm (24.). Acht Minuten später aber machte es der weit aufgerückte van Buyten besser, als er Robbens Eckball zur 2:0-Pausenführung einköpfte. Von diesem Zeitpunkt an war die Partie gelaufen. In der zweiten Halbzeit ergab sich St. Pauli willen- und wehrlos seinem Schicksal.

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Für Köln besorgte Adil Chihi (24.) per Kopf die Führung gegen die unsortierte Eintracht-Abwehr, in die Trainer Christoph Daum den erst 18-jährigen Debütanten Julia Dudda berufen hatte. Der vermeintliche Ausgleich durch Theofanis Gekas unmittelbar vor der Pause zählte wegen Abseits nicht. Lukas Podolski gelang per Foulelfmeter in der Nachspielzeit die Entscheidung.

Wolfsburg muss weiter zittern


Wolfsburg erwischte durch den Volleyschuss von Mario Mandzukic (6.) einen Start nach Maß gegen Kaiserslautern, doch der künftige Wolfsburger Srdjan Lakic (26.) mit seinem 15. Saisontor und Kapitän Martin Amedick (44.) lassen den VfL bis zum letzten Spieltag zittern. Die Stuttgarter jubelten über einen Doppelschlag von Tamas Hajnal (58.) und Shinji Okazaki (61.), der vierte Sieg nacheinander geriet trotz Hannovers schnellem Anschlusstreffer von Lars Stindl (66.) nicht mehr in Gefahr.

Gladbach rannte lange gegen Freiburg an - erst recht nach der Gelb-Roten Karte gegen den Freiburger Ömer Toprak (66.). Mike Hanke (80.) und Marco Reus (82.) erlösten die Fans. Werder lag gegen den müden Meister Dortmund durch das erste Bundesliga-Tor von Mikael Silvestre (6.) schnell vorn, Claudio Pizarro (64.) machte alles klar.

HSV ärgert Leverkusen


Der aufgerückte HSV-Kapitän Heiko Westermann schockte Leverkusen schon in der 2. Minute. Der Ausgleich gelang Stefan Kießling (54.), auch weil der Angreifer den Ball nicht richtig traf. Leverkusen reicht für Rang zwei zum Abschluss ein Punkt in Freiburg, wo dann Robin Dutt zum letzten Mal vor seinem Wechsel zu Bayer als Trainer amtiert, während Jupp Heynckes von Leverkusen zu den Bayern geht.

Der gerade eingewechselte Klaas Jan Huntelaar (47.) beendete auf Schalke zwar seine Torflaute, doch die Mainzer André Schürrle (52.) aus Abseitsposition, Lewis Holtby (83.) und Nikolce Noveski (85.) bescherten den "Königsblauen" noch die fünfte Pflichtspielpleite in Serie. Nürnbergs Führung durch Philipp Wollscheid (16.) drehten Hoffenheims Roberto Firmino (40.) und Gylfi Thor Sigurdsson (87.).

tis/DPA DPA

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