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Fußball-Bundesliga: Mainz bleibt spitze - Bayern siegen knapp

Fünf Siege in Folge: Mainz hat verdient gegen Köln gewonnen und bleibt souveräner Tabellenführer. Verfolger Hoffenheim führte lange gegen die Bayern, die durch ein Tor in der Nachspielzeit doch noch gewannen. Bremen zeigte gegen Hannover eine desolate Leistung und rutschte weiter in die Krise.

Mainz 05 bleibt das Maß aller Dinge in der Bundesliga. Die Rheinhessen feierten durch das 2:0 gegen den 1. FC Köln nach Toren von Joker Lewis Holtby (72./90.+1) den fünften Sieg im fünften Spiel und bleiben mit optimaler Punkteausbeute Tabellenführer. Bayern München siegte durch ein Last-Minute-Tor von Daniel van Buyten mit 2:1 beim Tabellenzweiten 1899 Hoffenheim. Bremen befindet sich nach der 1:4-Niederlage im kleinen Nordderby gegen Hannover endgültig in der Krise. Es war das dritte verlorene Spiel der Bremer in der noch jungen Saison. Hannover klettert zwischenzeitlich sogar auf den dritten Tabellenplatz.

Mainz bleibt die Überraschungsmannschaft der Saison. Das Team von Trainer Thomas Tuchel fährt am Samstag als ungeschlagener Tabellenführer zum deutschen Rekordmeister Bayern München. Mainz weist als einziges Team der Liga noch eine "weiße Weste" auf. 15 Punkte aus 5 Spielen - mehr geht nicht. Zugleich stellten die Mainzer mit dem zehnten unbezwungenen Spiel in Serie einen neuen Vereinsrekord auf. Die Kölner mussten nach zuletzt vier Punkten aus zwei Spielen dagegen wieder einen Dämpfer hinnehmen. Holtby traf in der 72. Minute zunächst per Kopf, ehe der 20-Jährige in der Nachspielzeit alles klar machte (90.+1).

Tuchel überrascht wieder mit seiner Aufstellung


Taktik-Tüftler Tuchel hatte seine Mannschaft im Vergleich zum beeindruckenden 2:0 bei Werder Bremen auf gleich fünf Positionen verändert. So stand unter anderem Shootingstar André Schürrle erstmals in dieser Saison in der Startformation. "Das hat er ja nicht zum ersten Mal gemacht. Er will auch denjenigen, die hinten dran sind, zeigen, dass sie wichtig sind", kommentierte Manager Christian Heidel die überraschenden Rochaden des Mainzer Trainers.

Auf die Spielweise des FSV hatten die neuerlichen Umstellungen keinen negativen Einfluss. Von Beginn an drängten die Mainzer den 1. FC Köln zurück in deren Hälfte, vor allem über die Außenpositionen machten die Hausherren mächtig Dampf. Der letzte Pass kam beim Überraschungs-Tabellenführer anfangs aber noch nicht an.

Podolski vergibt Freistoß-Chance


Die erste gute Gelegenheit hatten daher die sehr defensiv eingestellten Gäste. Ein Freistoß von Kapitän Lukas Podolski verfehlte aber knapp das Mainzer Gehäuse (26. Minute). Nach einer halben Stunde wurde der Druck der 05er noch stärker. Nur die Chancenauswertung durch Adam Szalai und Marcel Risse blieb mangelhaft.

Auch nach dem Seitenwechsel agierten die Mainzer deutlich überlegen, gegen das Kölner Abwehrbollwerk fehlte es im Spiel der Gastgeber aber an den zündenden Ideen. Immer wieder liefen sich die 05er in der massiven FC-Defensive fest. Nach etwas mehr als einer Stunde reagierte Tuchel auf den mehr und mehr stockenden Spielfluss seiner Mannschaft und brachte mit Holtby für den wirkungslosen Schürrle einen frischen Offensivspieler.

Joker Holby sticht


Ein neuerlicher Glücksgriff des Trainer-Aufsteigers - wenig später war Holtby nach einem langgezogenen Freistoß von Christian Fuchs per Kopf zur Stelle und brachte die Mainzer aus kurzer Distanz in Führung. Wenige Minuten zuvor hatten der FSV noch großes Glück gehabt, als ein Freistoß von Mato Jajalo an die Latte knallte. Doch nach dem Führungstreffer gerieten die Gastgeber nicht mehr in Gefahr. In der Nachspielzeit gelang Joker Holtby der Treffer zum 2:0-Endstand.

Lesen auf der folgenden Seite, wie die Bayern in Hoffenheim siegten und Bremen sich in Hannover blamierte.

Bayern München sorgte im Spiel gegen 1899 Hoffenheim zunächst für einen neuen Rekord. Vor 30.150 Zuschauer in der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim waren die Kraichgauer durch ein Blitztor nach 36 Sekunden durch Vedad Ibisevic in Führung gegangen – so schnell lagen die Bayern noch nie zurück in der Liga.

Blitztor schockt Bayern


Geschockt durch den frühen Rückstand wurden die Münchner den Ansprüchen an ein Spitzenteam lange Zeit nicht gerecht. Vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw agierte der Rekordmeister gehemmt und ließ im Spiel nach vorne zunächst Tempo und Ideen vermissen. Nach gut fünfeinhalb Stunden beendeten die Münchner ihre Torflaute in der Liga, weil Müller am schnellsten reagierte, als 1899-Keeper Daniel Haas einen Schuss von Franck Ribéry nur zur Seite abklatschte. Ribéry war bei seinem Torschuss umgenickt und musste humpelnd von Betreuern vom Platz geführt werden.

Bei Hoffenheim hatte Coach Ralf Rangnick in Peniel Mlapa den dritten Stürmer geopfert und dafür im Mittelfeld Sebastian Rudy zu seinem Startelf-Debüt verholfen. Und der glänzend aufgelegte Ex- Stuttgarter hatte einen traumhaften Einstand, als er dem tändelnden Diego Contento den Ball nach wenigen Sekunden an der Seitenlinie abluchste und nach innen passte. Dort nutzte Ibisevic die Verwirrung der Bayern-Abwehr und traf mit dem schnellsten Saisontor an Jörg Butt vorbei zum 1:0. Den schnellen Ausgleich verpasste Kroos (12.), der frei vor 1899-Keeper Daniel Haas nicht selbst den Abschluss suchte, sondern auf Miroslav Klose querlegte - doch der stand im Abseits.

Bayern fehlte das Tempo


Insgesamt fehlte den Aktionen der Bayern aber das Tempo, um die Abwehr der wiedererstarkten Kraichgauer in Verlegenheit zu bringen. Beim Freistoß-Kracher von Sejad Salihovic aus gut 30 Metern (42.) bewahrte allein der Pfosten die Münchner vor einem höheren Rüpckstand. Die Gastgeber knüpften in der ersten Halbzeit an ihre Glanzvorstellungen aus dem Aufstiegsjahr an.

Mit Ivica Olic und Danijel Pranjic kam nach Wiederbeginn endlich mehr Schwung in das bis dahin leblose Offensivspiel der Münchner. Als Beck wenig später Ribéry nicht am Abschluss hindern konnte, bahnte sich der Ausgleich an. Müller nutzte seine einzige Gelegenheit im Spiel eiskalt aus. Danach dängten die Bayern weiter auf den Siegtreffer. In der Nachspielzeit brachten sie den Ball noch einmal in den Hoffenheimer Strafraum, wo Daniel van Buyten richtig stand und mit dem Oberschenkel einnetzte.

Bremen in der Krise


Werder Bremen rutscht nach einer desaströsen Leistung weiter in die Krise. Der Champions-League-Teilnehmer verlor bei Hannover 96 mit 1:4 und kassierte bereits die dritte Saisonniederlage. Die Tore zum Erfolg der 96er, bei denen Coach Mirko Slomka in seinem 100. Bundesliga-Spiel als Trainer seinen 50. Sieg feierte, erzielten vor 43.127 Zuschauern Clemens Fritz per Eigentor (11. Minute), Didier Ya Konan (53.), Christian Schulz (79.) und Mohammed Abdellaoue (90+1). Für den zwischenzeitlichen Ausgleich hatte Werder-Kapitän Torsten Frings per Elfmeter gesorgt (36.).

Die meisten Bremer Profis wirkten verunsichert. Vor allem in der Abwehr, die erneut ohne Per Mertesacker und Naldo auskommen musste, offenbarten die Gäste große Probleme. Auf der linken Verteidigerseite agierte der 33-jährige Mikael Silvestre schwach und sein Pendant auf der rechten Seite, Fritz, verhalf Hannover mit einem misslungenen Abwehrversuch gar zur Führung. Keeper Tim Weise verhinderte mit guten Paraden eine höhere Niederlage.

DPA/SID/tis / DPA

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