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Übertragungsrechte: "ran" geht auf Premiere los

Sat.1 geht im Streit um die Fernseh-Rechte der Fußball-Bundesliga auf Konfrontationskurs zum Pay-TV-Sender Premiere.

Sat.1 geht im Streit um die Fernseh-Rechte der Fußball-Bundesliga auf Konfrontationskurs zum Pay-TV-Sender Premiere. Urs Rohner, Vorstandsvorsitzender der ProSiebenSat.1 Media AG, will im Vergleich zu Premiere weniger zahlen. Man müsse sich "über die Verteilung der Rechtekosten zwischen Pay-TV und Free-TV Gedanken machen", sagte Rohner dem "Handelsblatt". Premiere-Chef Georg Kofler lehnt diesen Vorschlag kategorisch ab. "Es hilft nichts, jetzt eine künstliche Konfrontation hochzuziehen", sagte er der dpa.

Keinen Spielraum

Der Premiere-Geschäftsführer erklärte, es gebe bei seinem Sender keinen Spielraum: "Wir sind an der finanziellen Grenze und zahlen, was wir können." Eine Erhöhung oder Umverteilung sei illusorisch. Rohner hatte die zu hohen Kosten für Sat.1 beklagt: "Im Rest von Europa tragen die Free-TV-Sender nur zwischen 10 und 15 Prozent der Kosten, bei uns 40 Prozent."

Option auf die nächste Saison

Das frei empfangbare Sat.1 zahlt für die laufende Saison rund 80 Millionen Euro, ARD und ZDF für die Nachverwertung rund 19 Millionen. Die Pay-TV-Rechte kosten Premiere rund 148 Millionen. Die defizitären Sender Sat.1 und Premiere gehören zur zerfallenden Kirch-Gruppe und stehen vor dem Verkauf. Sat.1 hat eine in knapp vier Wochen auslaufende Option, die Bundesliga auch kommende Saison zu fast unveränderten Bedingungen zeigen zu können. Der Vertrag von Premiere läuft bis 2004 und enthält eine Option für zwei weitere Spielzeiten.

"Hoch defizitäres Geschäft"

Rohner bezeichnete die Bundesliga als "hoch defizitäres Geschäft" für Sat.1. Der gestiegene Rechteumfang von Premiere habe zu den sinkenden Quoten beigetragen. "In keinem anderen größeren europäischen Land werden im Pay-TV alle Spiele live gezeigt und gibt es auch noch eine Highlight-Show gleich nach Spielschluss. Das kostet uns Zuschauer bei "ran", das erst um 18 Uhr beginnen darf."

Rohner äußerte sich "dennoch optimistisch, dass wir die Bundesliga-Rechte behalten". Zugleich wehrte er sich gegen den Vorwurf einiger Manager, die Bundesliga schlecht geredet zu haben: "Das ist völlig absurd. Wir - und auch ich persönlich - haben uns dazu nie geäußert." Bezeichnend sei, dass sich bis vor kurzem kein Bundesliga-Manager an "ran" gestört habe.

dpa / DPA

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