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Uefa-Cup: Bayern bestehen im schottischen Morast

Mit viel Kampf hat der FC Bayern im Uefa-Pokal-Spiel beim FC Aberdeen ein 2:2-Remis erreicht und sich eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel verschafft. Dabei musste der Rekordmeister zweimal einen Rückstand ausgleichen. Der HSV war mit einem ungefährdeten 3:1-Sieg gegen den FC Zürich erfolgreicher.

Miroslav Klose in der 29. Minute und Hamit Altintop (54.) mit einem im Nachschuss verwandelten Handelfmeter bewahrten den Titelfavoriten FC Bayern am Donnerstag vor einer drohenden Bauchlandung in Schottland. Vor 20.047 Zuschauern im Pittodrie-Stadion hatten die beiden 18-jährigen Josh Walker (24.) und Sone Aluko (41.) Aberdeen auf dem schwer bespielbaren Rasen zweimal in Führung gebracht. 25 Jahre nach dem Europokal-K.o. in Schottland hat der Rekordmeister dank einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit gute Aussichten beim Rückspiel in einer Woche in der heimischen Allianz Arena.

"Es ist ganz normal, wenn man international spielt, dass auch Aberdeen über sich hinaus wachsen kann. Früher war ein 2:2 auswärts im Europapokal wie ein Sieg", sagte Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld und attestierte dem zweimal geschlagenen Rensing: "Bei den Gegentoren kann er nichts machen." Nicht ganz zufrieden war Miroslav Klose. "Sicher waren die zwei Gegentore ärgerlich, weil wir unkonzentriert agiert haben. Gut, dass wir zwei Auswärtstore geschossen haben", meinte er.

Bayern ohne fünf Stammspieler

Ohne fünf Stammspieler begann der FC Bayern die Partie auf dem matschig-braunen Rasen. Für den grippekranken Kahn stand nach überstandenem Hexenschuss Michael Rensing im Tor und kam zu seinem fünften Europacup-Einsatz. Marcell Jansen feierte nach drei Monaten Pause wegen einer Sprunggelenksverletzung sein Comeback und spielte anstelle des zunächst auf der Bank sitzenden Philipp Lahm. Bastian Schweinsteiger erhielt eine weitere Chance auf der Ribéry-Position. "Er war einer der besten heute", lobte ihn Hitzfeld.

Rasch übernahmen die Bayern das Kommando und suchten auf dem tiefen Rasen mit spielerischen Mitteln den Erfolg. Bis zur Mitte der ersten Halbzeit war von schottischen Angriffen wenig zu sehen, umso überraschender fiel dann der Führungstreffer. Nach einem der vielen langen Bälle in den Strafraum agierte die Bayern-Abwehr zu unentschlossen, was Walker zu nutzen wusste. Sein angeschnittener Schuss aus gut 20 m schlug im rechten unteren Eck ein (24.).Postwendend und mit dem schottischen Erfolgsrezept folgte die Münchner Antwort: Kapitän Lucio schlug einen langen Ball bis vor den Strafraum, Luca Toni verlängerte per Kopf und Klose erzielte seinen vierten Europapokaltreffer der Saison (29.). Die technisch überlegen Bayern waren in der Defensive gegen die direkt vorgetragenen Aberdeen-Angriffe zu sorglos und nahmen zudem die Zweikämpfe nicht genügend an.

Die letzte Entschlossenheit fehlte

Die Quittung dafür erhielt der deutsche Rekordmeister in der 41. Minute. Der sehr bewegliche Lee Miller ließ Martin Demichelis schlecht aussehen, dessen Pass verwertete Aluko zum glücklichen 2:1 für Aberdeen. Mit dem für Lell zur Pause eingewechselten Lahm startete die Aufholjagd. Doch nur mit Glück kamen die Bayern zum Ausgleich, als Alan Maybury nach einer Hereingabe von Ze Roberto der Ball unglücklich an den Arm sprang. Altintop scheiterte mit seinem schwach geschossenen Strafstoß zunächst an Torhüter Langfield, staubte dann aber selbst zum 2:2 ab. Zwar spielten dann nur noch die Bayern, ließen aber die letzte Entschlossenheit im Strafraum vermissen.

Für den Hamburger SV steht das Tor zum Achtelfinale des Uefa-Pokals etwas weiter offen. Die Mannschaft von Trainer Huub Stevens siegte beim Schweizer Meister FC Zürich mit 3:1 (0:0). David Jarolim in der 49. Minute, Ivica Olic (67.) und Piotr Trochwoski (77.) erzielten vor 18 000 Zuschauern im Letzigrund die Treffer für den HSV. Alain Rochat traf kurz vor Schluss zum 1:3 aus Zürcher Sicht, weil HSV-Keeper Frank Rost patzte. Damit können die Hanseaten beruhigt ins Rückspiel in einer Woche gehen. Überschattet wurde der Sieg von einer Verletzung des Niederländers Rafael van der Vaart.

Klaus Bergmann/DPA / DPA

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