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UEFA-Cup: Endstation in Sofia

Aus im Uefa-Cup: Bayer 04 Leverkusen ist nach einer armseligen Vorstellung sang- und klanglos aus dem Uefa-Cup ausgeschieden. Mehr Glück hatte der VfB Stuttgart: Trotz einer Niederlage in Slowenien erreichte er die Gruppenphase.

Zwei Wochen nach der 0:1-Heimniederlage gegen ZSKA Sofia verlor der Bundesliga-Achte Bayer 04 Leverkusen am Donnerstag auch in der bulgarischen Hauptstadt mit 0:1 (0:0) und verpasste damit als erster der fünf deutschen Vertreter die Gruppenphase. Für Interimscoach Rudi Völler war der ideenlose Auftritt nach der 1:2-Punktspielpleite bei Werder Bremen die zweite Niederlage in Folge und im insgesamt elften Spiel die größte Enttäuschung auf der Bayer-Trainerbank. "Es ist bitter, das hatten wir uns anders vorgestellt. Die Mannschaft hat alles gegeben, aber wer in 180 Minuten kein Tor erzielt, kann nicht weiterkommen", sagte er. Der Club muss mit der Niederlage, die der Marokkaner Mourad Hdiouad (67.) besiegelte, weniger einen wirtschaftlichen Schaden als einen weiteren Imageverlust verkraften.

Trainersuche durch Niederlage nicht leichter

Auch bei der augenscheinlich schwierigen Suche nach einem Nachfolger für Klaus Augenthaler, der nach dem Hinspiel seinen Hut nehmen musste, ist das internationale Aus nicht dienlich. "Es tut schon weh, wenn man gegen Sofia zweimal 0:1 verliert. Es ist enttäuschend, wenn man gegen Sofia kein Tor schießt", urteilte Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser, der sich zudem Sorgen um die Psyche vor dem bereits am Samstag anstehenden Bundesliga-Duell gegen Arminia Bielefeld machte: "Wir werden ein, zwei Tage brauchen, um das zu verkraften." Auch Völler meinte: "Die Mannschaft ist sehr niedergeschlagen. Ich muss versuchen, sie aufzurichten."

22.000 Zuschauer verwandelten das ausverkaufte "Stadion der bulgarischen Armee" in einen kleinen Hexenkessel, brannten mehrfach Leuchtfeuer und Raketen ab, bejubelten frenetisch jede gelungene Aktion ihres stürmisch beginnenden Clubs. Zwar befreiten sich die Leverkusener nach rund einer Viertelstunde vom Druck der Bulgaren. Bei den eigenen Angriffsbemühungen agierte die Völler-Elf aber zu verhalten und ideenlos.

Chancen nicht verwandelt

Trotzdem hatten die Gäste zwei hochkarätige Chancen. Athirson, der sich vergeblich um Wiedergutmachung für das von ihm verschuldete Hinspiel-Tor bemühte, setzte in der 25. Minute einen einen 20-Meter-Freistoß an die Latte. Und der bei ZSKA zum Profi gewordene Bulgare Dimitar Berbatow legte sich in der 38. Minute frei vor Torhüter Dejan Maksic den Ball zu weit vor, so dass der Keeper noch klären konnte. Insgesamt aber tat Bayer in der ersten Halbzeit trotz der optischen Überlegenheit zu wenig, um den Rückstand aus dem Hinspiel wettzumachen. Zur Pause brachte Völler deshalb mit nach seiner Knieoperation wiedergenesenen Jacek Krzynowek für den farblosen Gonzalo Castro eine zusätzliche offensive Kraft.

Doch der Schuss ging nach hinten los. Leverkusen berannte blind das Tor von Sofia, die Bulgaren hatten bei ihren wenigen Kontern die besseren Möglichkeiten. Nachdem bei einem Schuss von Welizar Dimitrow (62.) noch die Latte rettete, schlug es fünf Minuten später doch hinter Torhüter Jörg Butt ein. Nach einer Freistoßflanke von Hristo Janew köpfte Hdiouad, für den sich offenbar niemand zuständig fühlte, zum 1:0 ein. Danach riss beim Bundesligisten völlig der Faden, Sofia hätte höher gewinnen können.

Stuttgart erreicht Cup-Gruppenphase

Der VfB Stuttgart hat die Gruppenphase im Uefa-Cup erreicht. Der schwäbische Fußball-Bundesligist kassierte am Donnerstag im Erstrunden-Rückspiel beim slowenischen Vertreter NK Domzale zwar eine 0:1 (0:1)-Niederlage, setzte sich dank des 2:0- Erfolges im ersten Spiel aber dennoch durch. Auf dem nach Dauerregen eigentlich unbespielbaren Platz erzielte Stevanovic (16. Minute) den Treffer für die Slowenen, bei denen Elsner (66.) wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte sah.

Dietmar Fuchs/DPA / DPA

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