Uefa-Pokal Wolfsburg rettet deutsche Ehre


Nur ein deutscher Club war siegreich: Wolfsburg hat durch einen Treffer in der Nachspielzeit gegen Braga verdient gewonnen. Stuttgart zeigte beim Remis gegen Genua eine bessere Leistung als zuletzt. Der HSV verlor gegen Ajax Amsterdam und Schalke blamierte sich gegen Manchester City.

Gelungener Einstand für den neuen VfB-Teamchef Markus Babbel, Heimpleiten für den HSV und den FC Schalke und zum Abschluss ein Sieg des VfL Wolfsburg: Während die Stuttgarter am Donnerstag am dritten Spieltag der Uefa-Cup-Gruppenphase durch das 1:1 (1:1) bei Sampdoria Genua die Tür zum Weiterkommen weit aufgestoßen haben, kassierten die Hamburger durch das 0:1 (0:0) gegen Ajax Amsterdam die erste Niederlage in der Gruppe F und müssen um den Einzug in die Zwischenrunde bangen. Die Schalker erhielten beim 0:2 (0:1) gegen Manchester City sogar eine Lehrstunde. Am erfolgreichtsten war das Team von Trainer Felix Magath: Wolfsburg siegte gegen Braga mit 3:2.

Für die mut- und ideenlosen Schalker brechen stürmische Zeiten an. Andreas Müller war für die wütenden Fans der Sündenbock und Buhmann des Abends. Mit "Müller-raus"-Rufen forderten die Zuschauer sogar die Ablösung des Managers, der sich tapfer der Presse stellte. "Wir sind in einer kritischen Situation. Ich möchte nicht von Stillstand, sondern eher von einem Rückschritt reden", meinte Müller, "es waren sehr heftige, aber auch berechtigte Reaktionen des Publikums. Das gehört zum Geschäft. Der eine oder andere Spieler hat das schon aushalten müssen, also kann ich das auch aushalten."

HSV verpasst vorzeitige Qualifikation für Zwischenrunde

Der neue VfB-Verantwortliche Babbel erlebte wesentlich angenehmere 90 Minuten. Vier Tage nach dem Rauswurf von Meistertrainer Armin Veh zeigten die Schwaben im Stadion Luigi Ferraris lange vermisste Qualitäten und können am 18. Dezember im Heimspiel gegen Standard Lüttich den Einzug in die Zwischenrunde perfekt machen. Der Rumäne Ciprian Marica besorgte die Führung (8.), Paolo Sammarco (39.) gelang noch vor der Pause der Ausgleich. Bei einem Dreier gegen Standard Lüttich sechs Tage vor Weihnachten ist der VfB definitiv weiter.

Der HSV verpasste durch seine erste Heimniederlage auf internationaler Bühne seit dem 1. November 2006 die vorzeitige Qualifikation für die Runde der letzten 32. Der Brasilianer Leonardo (77.) markierte das Tor. Die Norddeutschen benötigen aus ihren letzten beiden Gruppenspielen am kommenden Donnerstag bei Slavia Prag und am 17.12. gegen Aston Villa noch mindestens drei Punkte, um im Uefa-Cup zu überwintern. Überschattet wurde das Duell in Hamburg von mehreren Ausschreitungen. Nach Angaben der Polizei verwüsteten 30 bis 40 Niederländer ein Lokal auf der Reeperbahn, zerstörten Fensterscheiben eines Hotels und lieferten sich Auseinandersetzungen mit den Polizisten. 40 Randalierer wurden in Gewahrsam genommen.

Wolfsburg ist praktisch durch

Der VfL Wolfsburg fuhr den einzigen Sieg für die deutschen Clubs ein. Im ersten Auswärtsspiel haben die "Wölfe" mit einem 3:2 (1:1)-Sieg beim SC Braga praktisch die Gruppenphase überstanden und die Runde der besten 32 erreicht. Zvjezdan Misimovic (83./Foulelfmeter, 90.+4) und Edin Dzeko (24.) erzielten vor 15 000 Zuschauern im Estàdio Municipal de Braga die Tore für das Team von Trainer Felix Magath, das die erste Gruppenpartie am 6. November gegen den SC Heerenveen mit 5:1 gewonnen hatte. Wolfsburgs Ricardo Costa (6./Eigentor) und Albert Meyong (49.) trafen für die Portugiesen.

Neben ManCity qualifizierten sich unterdessen auch ZSKA Moskau, Uefa-Cup-Sieger von 2005, und St. Etienne als erste Mannschaften für die Runde der letzten 32.

DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker