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Vertragspoker um Ballack: Real Madrid lässt nicht locker

Nach Angaben des Sportblatts "Marca" haben die "Königlichen" die Verpflichtung Michael Ballacks noch für diese Saison zur höchsten Priorität erklärt. Ballack selbst scheint jedoch andere Pläne zu haben.

Real Madrid hätte bereits Kontakte zu Ballacks Manager und zum FC Bayern München aufgenommen, berichtete Spaniens auflagenstärkste Zeitung.

Der Umworbene selbst hatte jedoch vor wenigen Tagen angedeutet, seinen noch ein Jahr dauernden Vertrag beim FC Bayern erfüllen zu wollen. "Es ist mein absolutes Ziel, dass ich bis 2006 beim FC Bayern spiele. Es stehen große Aufgaben an, da will ich dabei sein", betonte Ballack nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub.

Konzentriertes Werben

Dessen ungeachtet will das spanische Blatt erfahren haben, dass der 28-Jährige den Madrilenen sein Einverständnis für einen Wechsel gegeben habe.

Allerdings nennt "Marca" dafür keine Quelle. Nachdem bei Real die Verpflichtung von Robinho - von Streitigkeiten mit dem brasilianischen Verband abgesehen - nahezu perfekt ist, scheinen die Madrilenen alle Kräfte auf das Werben um Ballack konzentrieren zu wollen. "Real-Präsident Florentino Pérez hat in diesem Ringen die Zeit auf seiner Seite", schreibt das Blatt. "Wenn Ballack nicht bald einer Verlängerung seines Vertrags zustimmt, wird den Bayern nichts anderes bleiben, als den Spieler zu verkaufen."

Sollte der FC Bayern mit allen Mitteln versuchen, Michael Ballack zu halten?

"Fakt ist: Ballack bleibt bis 2006"

Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge hatte zuletzt einen vorzeitigen Wechsel seines Führungsspielers kategorisch ausgeschlossen. "Fakt ist: Michael Ballack hat einen Vertrag bis zum 30. Juni 2006 - mindestens. Und wir werden ihn auf keinen Fall gehen lassen. Ich wiederhole: Auf gar keinen Fall", sagte Rummenigge der Deutschen Presse-Agentur. Die Spanier wären nach Angaben der Zeitung bereit, eine Ablösesumme von zehn Millionen Euro zu zahlen. "Marca" geht aber davon aus, dass der FC Bayern 22 Millionen Euro fordert. Diese Summe habe Präsident Franz Beckenbauer vor einiger Zeit genannt. "Reals Clubchef Pérez hält diesen Preis für einen Spieler, dessen Vertrag in einem Jahr ausläuft, jedoch für übertrieben", schreibt "Marca". Und: "Die kommenden Tage werden die Entscheidung bringen."

Zehn Millionen Euro sind das Höchste der Gefühle

Zehn Millionen Euro wären für die Madrilenen die Obergrenze. Und dieses Geld müssten die "Königlichen" auch erst durch den Verkauf eigener Spieler in die Kasse bekommen, nachdem die Verpflichtung von Robinho sie wenigstens 25 Millionen Euro kosten dürfte. Real suche noch nach Abnehmern für seine als "transferierbar" geltenden Spieler Luis Figo, Walter Samuel, Michael Owen und Guti. Figo, den Pérez vor fünf Jahren als ersten "Galaktischen" verpflichtet hatte, macht sich über seine Zukunft in Madrid keine Illusionen. "Ich bin hier nicht einmal mehr zweite Wahl", sagte der Portugiese verbittert.

Hubert Kahl und Michael Fox/DPA / DPA

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