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VfB Stuttgart: "Wir können so erfolgreich werden wie Bayern"

Felix Magath will mit dem VfB an die Spitze Europas und fordert von der Vereinsführung millionenschwere Investitionen in die Mannschaft. Sollten sich die Verantwortlichen verweigern, droht der Erfolgscoach offen mit Abschied aus dem Ländle.

Der Stuttgarter Teamchef Felix Magath lässt seine Muskeln spielen und verlangt vom VfB großzügige Investitionen in die Mannschaft. Nur so seien seine hochgesteckten Ziele zu erreichen. "Ich will bei einem Verein arbeiten, der Meister werden und den Europapokal holen will", sagte er im dpa-Gespräch. "Das sind meine Ziele, da will ich hin. Und der Verein muss mir dazu die Möglichkeiten geben." Wenn dies nicht mit dem VfB Stuttgart möglich sein sollte, dann eben mit einem anderen nationalen oder europäischen Spitzenclub. "Italien oder Spanien wäre eine große Herausforderung. Da wäre ich heiß drauf". Eine deutliche Warnung an die Stuttgarter Vereinsführung, die ihrerseits den Erfolgscoach unbedingt halten will.

VfB will verlängern

Präsident Erwin Staudt und Aufsichtsratschef Dieter Hundt haben dem ehrgeizigen Trainer bereits grünes Licht für Neuverpflichtungen während der Winterpause gegeben. Magath ist für sie der Mann, der die Stuttgarter an die Spitze führen soll. Staudt und Hundt haben dem potenziellen Meistermacher schon mehrfach eine Verlängerung seines 2005 auslaufenden Vertrags angeboten. Bisher ziert sich Magath allerdings.

Die Tendenz muss stimmen

Derartig begehrt, legt Magath die Messlatte für sein Bleiben sehr hoch. In der Bundesliga sind die Münchner Bayern sein Maßstab. "Wir können so erfolgreich werden wie Bayern", traut der Teammanager seiner tollen Truppe vergleichbare Triumphe zu. Aber auch Namen wie Arsenal London, Manchester United, FC Chelsea, FC Barcelona, Juventus Turin, Inter und AC Mailand fallen. "Der VfB kann nächstes Jahr nicht das Niveau von Arsenal haben, aber die Tendenz muss erkennbar sein", forderte er. Deshalb geht es laut Magath darum, jetzt die Weichen für die Zeit nach 2005 zu stellen. "Die Vertragsverlängerungen mit Andreas Hinkel und Kevin Kuranyi waren wichtige Schritte, Signale für die Stadt, Sponsoren und Fans." Aber die nächsten Schritte müssten folgen.

Vorstand muss mitziehen

Das Erfolgsmärchen 2003 des VfB mit Vizemeisterschaft, Champions- League-Achtelfinale und momentan viertem Platz basiert zwar nicht auf Millionen, lässt sich ohne größere Investitionen wohl nicht fortsetzen. "Geld hat ausnahmsweise nicht die Hauptrolle gespielt, aber jetzt sind wir an dem Punkt, wo es wichtig ist", meint Magath. Er könne allerdings nicht bestimmen, wohin der Verein gehe. "Vorstand und Aufsichtsrat bestimmen die Politik. Ich kann nur versuchen, etwas in die richtige Richtung zu bewegen", sagte er. "as ist nicht einfach."

Dem VfB "einiges zu verdanken"

Zieht der VfB da nicht in dem Maß mit, wie Magath das vorschwebt, könnte sein Gastspiel im Ländle vorbei sein. Magath will aber nicht als maßlos gelten. "Ich fühle mich nicht zu gut für den VfB“, wies er darauf hin, dass er dem Club "auch einiges zu verdanken" habe. Schließlich haben nicht nur die Schwaben mit ihrem begeisternden Spaßfußball Marke Magath ihr biederes Image aufpolieren können, auch Magath ist in Stuttgart endlich sein Image als „Quälix“ losgeworden.

Elmar Dreher

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