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VfB Stuttgart: Feilschen auf dem Wüstenbasar

In Dubai unter der heißen Sonne der arabischen Halbinsel bereiten sich der FC Bayern, der Hamburger SV und der VfB Stuttgart auf den Rückrundenstart vor - und führen Verhandlungen. Die Schwaben sind an einem Hamburger Stürmer interessiert.

Die Distanz zwischen Hamburg und Stuttgart ist für den fünfmaligen Fußball-Nationalspieler Benjamin Lauth über Nacht spürbar kleiner geworden. Seit Montag bereitet sich nämlich neben dem Hamburger SV auch der VfB in Dubai auf die Bundesliga-Rückrunde vor. Und dessen Manager Horst Heldt bestätigte das Interesse des Tabellenvierten an einer möglichen Verpflichtung des Angreifers, der beim Abstiegskandidaten HSV auf dem Abstellgleis steht.

Keine zusätzlichen Spieler im Sturm

Der 25-jährige Lauth könnte nach wenigen Fahrminuten vom Hotel "Al Murooj" ins noch edlere und schöner gelegene VfB-Quartier "Park Hyatt" überwechseln. "Wenn ein Stürmer geht, brauchen wir eine Alternative. Benny wäre ein Kandidat", sagte Heldt. Doch die Hürde, die Lauths Flucht aus Hamburg nach Stuttgart blockiert, heißt Jon Dahl Tomasson. Denn nur, wenn der Däne den VfB in der Winterpause doch noch verlassen sollte, könnte ein Lauth-Transfer tatsächlich über die Bühne gehen. Denn Heldt stellte kategorisch fest: "Zusätzlich werden wir im Sturm keinen Spieler verpflichten."

Für Top-Verdiener Tomasson, der in Stuttgart noch einen hoch dotierten Vertrag bis zum 30. Juni 2009 hat, interessieren sich angeblich einige Clubs in Spanien und Italien. "Aber bei uns hat sich kein Verein offiziell gemeldet", erklärte Heldt: "Wir gehen davon aus, dass Jon bei uns bleibt." Der Däne ist im Sturm nur noch zweite Wahl, was sich auf die Schnelle auch kaum ändern dürfte, wie Heldt glaubt: "Es ist keine leichte Aufgabe, an Cacau und Mario Gomez vorbeizukommen."

Lauth: Ein Mann mit Zukunft

Der VfB-Manager hat sich bereits mit seinem HSV-Kollegen Dietmar Beiersdorfer wegen Lauth getroffen, wie er bestätigte. "Aber Details wie Kaufen oder Ausleihen sind mit dem HSV noch nicht besprochen worden", betonte Heldt. Obwohl Lauth in dieser Saison beim HSV nur auf sechs Bundesliga-Einsätze kam und dabei ohne Tor blieb, hält Heldt den 25-Jährigen weiter für einen Mann mit Zukunft. "Lauth hat in der Vergangenheit gezeigt, wozu er in der Lage ist. Er ist schnell, trickreich und hat einen guten Zug zum Tor. Warum es mit ihm in Hamburg nicht geklappt hat, kann ich nicht beurteilen", so Heldt.

Grundsätzlich geht der VfB-Manager davon aus, dass der Tabellenvierte ohne weitere Ab- oder Zugänge in die Rückrunde geht. "Es gibt keine Notwendigkeit, noch Leute abzugeben oder zu holen." Auch der unzufriedene Schweizer Nationalspieler Ludovic Magnin, der auf der linken Abwehrseite Arthur Boka vor sich hat, werde "definitiv bleiben". Gut stehen die Perspektiven, Senkrechtstarter Sami Khedira langfristig zu binden. "Wir sind in guten, positiven Gesprächen. Wir wollen zeitnah eine Einigung erzielen. Wir haben den Trend von ihm, dass er bei uns bleiben möchte", berichtete Heldt. Ein möglicher Nachfolger von Torhüter Timo Hildebrand soll "zeitnah" gefunden werden. Raphael Schäfer vom 1. FC Nürnberg sei dabei einer der Kandidaten, "mit denen wir uns beschäftigen".

In Dubai will Coach Armin Veh, dessen Vertragsverlängerung um ein Jahr Heldt ebenfalls bis zur Rückkehr nach Deutschland am 17. Januar über die Bühne bringen möchte, die Grundlagen für eine erfolgreiche Rückrunde legen. Nur Mittelfeldspieler Daniel Bierofka fehlt im Scheichtum: Er muss nach einer Knieentzündung in Stuttgart ein Aufbautraining absolvieren. Hotel, Wetter und Trainingsbedingungen seien in Dubai optimal, begründete Heldt die erneute Vorbereitung in dem Emirat: "Es hat uns letztes Jahr gut gefallen. Wir sind hier in einer kleinen Oase."

Klaus Bergmann/DPA / DPA

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