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Panik beim Hamburger SV Angst vor den eigenen Fans: HSV erhöht Zäune im Volksparkstadion

HSV Volksparkstadion
Trauriges Bild: Bereitschaftspolizisten mit Hunden halten wütende HSV-Fans nach der Niederlage gegen Leverkusen davon ab, auf den Rasen zu stürmen
© Christian Charisius/DPA
Der HSV hat die Absperrungen zur Tribüne erhöht. Sie sollen verhindern, dass wütende Fans im Fall einer Niederlage gegen Mainz den Platz stürmen. Zusätzlich zur Abstiegspanik gibt es bei den Rothosen wieder wilde Personalspekulationen.

Nach den unschönen Szenen beim letzten Heimspiel wollen die Verantwortlichen des Hamburger SV dieses Mal gerüstet sein. Ein Sprecher des Clubs bestätigte, dass die Zäune, die das Spielfeld von der Fan-Tribüne trennen, von 1,10 auf 2,20 Meter erhöht werden. Damit soll bei einem - für den HSV - schlechten Ausgang der Heimpartie gegen den FSV Mainz 05, die schon zu Wochenbeginn zum Risikospiel erklärt worden war, ein eventueller Platzsturm verhindert werden.

Bei der Niederlage vor zwei Wochen gegen Bayer Leverkusen hatten HSV-Anhänger ein Banner mit der Aufschrift "Bevor die Uhr ausgeht, jagen wir euch durch die Stadt" aufgehängt und versucht, auf das Spielfeld zu gelangen. Im Nordderby gegen Werder Bremen wurde durch den Einsatz von Pyrotechnik im Block der HSV-Fans beinahe ein Spielabbruch im Weserstadion provoziert.

Gegen Mainz fällt Vorentscheidung im Abstiegskampf

Sportlich geht es im Spiel gegen Mainz schon um eine Vorentscheidung im Abstiegskampf. Für das Team von Trainer Bernd Hollerbach ist es wohl die letzte Chance, den erstmaligen Abstieg aus der Ersten Liga noch zu verhindern. "Ich glaube, dass es für uns eine Riesenchance ist. Wir sind noch lange nicht abgestiegen. Wir werden kämpfen bis zum Schluss", beteuerte Hollerbach. "Wir brauchen ein Erfolgserlebnis, dann kann sich alles ganz schnell wieder drehen." Ohne die angeschlagenen Albin Edkal und Lewis Holtby bezog der Club sein Mannschaftshotel, mit dabei ist überraschend das 17 Jahre alte Abwehrtalent Josha Vagnoman.

Neben der sportlichen Misere gibt es im Umfeld des Klubs viel Unruhe. Vor dem brisanten Duell zwischen dem Tabellen-17. und dem 16. geistern wieder einmal die Namen von Horst Heldt und Jörg Schmadtke durch die Hansestadt. Die aktuelle sportliche Leitung um Vorstandsboss Heribert Bruchhagen und Sportdirektor Jens Todt soll übereinstimmenden Medienberichten zufolge keine Zukunft mehr an der Elbe haben. Auch Coach Bernd Hollerbach steht in der Kritik.

Hoffmann befeuert Personalspekulationen

Die Spekulation um eine neue sportliche Führung hatte der neue Club-Boss Bernd Hoffmann schon bei seiner Wahlrede während der Mitgliederversammlung vor gut zwei Wochen befeuert, als er unter anderem "einen ganz starken Sport-Vorstand" forderte. In den Hamburger Medien werden unter anderem Heldt (bis 2020 bei Hannover 96 unter Vertrag) und Schmadtke (bis Oktober 2017 beim 1. FC Köln) als mögliche Kandidaten genannt.

Heldt wollte sich an den Spekulationen am Donnerstag nicht beteiligen. "Ich beschäftige mich nicht wirklich damit. Ich bin heute auch ein bisschen überrascht worden", sagte Heldt, der auch beim VfL Wolfsburg gehandelt wird. "Ich kann Ihnen dazu nichts sagen, weil mir dazu nichts bekannt ist. Und ich habe gerade auch andere Aufgaben, die wichtig sind."

96-Boss Martin Kind will Heldt aber auch nicht ziehen lassen. "Ich war überrascht, als ich davon hörte. Unsere Position ist aber ganz klar. Herr Heldt hat einen Vertrag und den wird er auch erfüllen", sagte der 72-Jährige bei Sport1. "Da bleibe ich genauso konsequent wie beim Interesse des 1. FC Köln vor einigen Monaten", sagte Kind.

Der Posten des Sport-Vorstands müsste vom Aufsichtsrat geschaffen werden. Derzeit besteht der Vorstand aus dem Vorsitzenden Heribert Bruchhagen und dessen Stellvertreter Frank Wettstein. Der aktuelle Sportchef Jens Todt ist dem Vorstand nur unterstellt.

tis DPA

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