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Wayne Rooney droht EM-Aus: Ein Tritt mit schweren Folgen

Englands Stürmerstar Wayne Rooney ist nach seinem Platzverweis in der EM-Qualifikation für drei Spiele gesperrt worden. Damit verpasst er alle drei Vorrundenpartien der "Three Lions" bei der Euro im kommenden Jahr in Polen und der Ukraine - wenn er denn überhaupt nominiert wird.

Wayne Rooney droht die EM 2012 zu verpassen. Der englische Nationalstürmer wurde zu einer Sperre von drei Spielen verurteilt und wäre damit erst im möglichen Viertelfinale des Turniers einsatzbereit.

Im abschließenden Qualifikationsspiel gegen Montenegro hatte Rooney in der 75. Minute den Ball an Miodrag Dzudovic verloren, dem er erst leicht in die Achillesferse trat, um ihn dann mit einem Tritt von hinten rustikal zu Boden zu befördern. Schiedsrichter Wolfgang Stark zeigte dem Stürmer der Three Lions den Roten Karton und beendete damit eventuell dessen Karriere im Nationalteam – zumindest für die nächste Zeit.

Rooney hatte nach dem Spiel einen Brief an die Disziplinarkommission der Uefa geschrieben, in dem darum gebeten wurde, die Strafe auf nur zwei Spiele festzulegen, wie sie auch Andrey Arshavin im Vorfeld der EM 2008 erhalten hatte, als er im Spiel gegen Andorra in der 84. Minute des Feldes verwiesen worden war. Zudem hatte auch Stark in seinem Bericht erklärt, der Spieler Rooney habe sich nach dem Platzverweis vorbildlich verhalten und nicht gemeckert.

Capello ohne Angst vor großen Namen

Nun ist das Urteil allerdings gefällt, wobei der englische Verband innerhalb der nächsten drei Tage noch Einspruch erheben kann. Sollte dies nicht wahrgenommen werden, würde Rooney erst im Viertelfinale der EM einsetzbar sein. Nationaltrainer Fabio Capello muss sich schon jetzt eine geeignete Strategie überlegen, sollte ein Einspruch negativ ausfallen. Und der Italiener gilt nicht unbedingt als zimperlich, was seine Entscheidungen anbelangt.

"Ich muss für die Spiele planen, in denen Rooney gesperrt sein wird", hatte Capello schon vor dem Uefa-Urteil angekündigt und ergänzt: "Wenn wir diese Lösung gefunden haben, muss Wayne an sich arbeiten, um in die Startelf zurückzukommen." Ein erstes Signal wurde bereits gesetzt, denn Capello hat bereits angekündigt, den Stürmerstar in den Testspielen vor der Europameisterschaft nicht von Beginn an zu berücksichtigen – darunter auch das Duell mit Spanien am 12. November.

Natürlich ist es verfrüht, bereits vom Ende seiner Karriere im Dress der Engländer zu sprechen, doch Capello machte auch deutlich, dass er keine Freifahrtscheine für große Namen ausstellt: "In meiner Karriere habe ich schon viele große Namen auf die Bank gesetzt“, so Capello gegenüber nytimes.com. Weiter erklärte er: "Ich will neue Spieler testen, etwas anderes ausprobieren und einen neuen Stil spielen lassen.“ Bleibt die Frage, ob er Rooney überhaupt für seinen Kader nominieren wird.

In einer Reihe mit Best und Gascoigne 

Die englische Presse hat da so ihre Zweifel und Rooney wird schon mit Spielern wie George Best und Paul Gascoigne verglichen, die ebenfalls über viel Talent verfügten, ihren Trainer aber in regelmäßigen Abständen eine Vielzahl an grauen Haaren bescherten.

Der bullige Angreifer gilt in England zudem als Wiederholungstäter. Im WM-Viertelfinale 2006 hatte er gegen Portugal (1:3 nach Elfmeterschießen) die Rote Karte gesehen, bei der WM 2010 in Südafrika nach der Nullnummer gegen Algerien vor laufender Kamera die englischen Fans beschimpft.

"Ich kann auch nicht in seinen Kopf sehen, während er auf dem Feld steht“, so Capello auf nytimes.com. Weiter sagte er: "Ich kann vorher mit ihm reden, ihn auswechseln und diverse Lösungen finden, aber ….“, um den Satz danach mit Hilflosigkeit in den Augen im Raum stehen zu lassen.

sportal.de / sportal

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