HOME

Wettbetrugs-Skandal: Karl auf freiem Fuß

Nach vier Tagen in Untersuchungshaft ist der frühere Bundesligaspieler Steffen Karl wieder frei. Schlechter steht es um Zweitliga-Schiedsrichter Dominik Marks.

Der frühere Bundesliga-Profi Steffen Karl ist nach vier Tagen Untersuchungshaft wieder frei. Der im Zusammenhang mit dem Wett- und Betrugsskandal im deutschen Fußball am vergangenen Freitag inhaftierte Spieler des Chemnitzer FC wurde am Montagabend aus der Untersuchungshaftanstalt Berlin-Moabit entlassen, so der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Michael Grunwald. Karl habe sich in der Vernehmung "umfassend und differenziert eingelassen", hieß es zu den Gründen für die Haftverschonung.

Noch immer besteht dringender Tatverdacht

Die Ermittlungsrichterin am Amtsgericht Tiergarten hat mit der Freilassung Karls einem Antrag der Staatsanwaltschaft entsprochen. Gericht und Staatsanwaltschaft gehen nach wie vor von einem dringenden Tatverdacht aus. Durch gewisse Auflagen wie etwa Kontaktverboten könne jedoch dem Haftgrund - die Verdunklungsgefahr - hinreichend begegnet werden.

Dem 35 Jahre alten Abwehrspieler, der für Borussia Dortmund und Hertha BSC 99 Bundesligaspiele bestritten hat, werden gewerbs- und bandenmäßiger Betrug, versuchte Verbrechensabrede und Nötigung vorgeworfen. Karl, der die Vorwürfe bestreitet, war von seinem Club, dem Nord-Regionalligisten Chemnitzer FC, bereits am Freitag beurlaubt worden. Er ist der erste Spieler, der im Zusammenhang mit dem von Robert Hoyzer ausgelösten Manipulationsskandal festgenommen worden war. Hoyzer befindet sich nach dreizehn Tagen in Untersuchungshaft schon seit dem 25. Februar wieder auf freiem Fuß.

20.000 Euro für den Torhüter

Den Namen Steffen Karl hatte Duisburgs Torhüter Georg Koch Anfang Februar ins Spiel gebracht. Koch berichtete, dass sich vor der Partie seines Ex-Vereins Cottbus gegen Jahn Regensburg ein Mann mit dem Namen "Steffen Karl" bei ihm gemeldet und ihm 20.000 Euro für den Fall angeboten habe, dass er im Spiel gegen Regensburg (3:0) ein, zwei Mal den Ball ins Tor lasse. Laut Kölner "Express" soll Karl dies bei seiner Vernehmung am Montag mit den Worten bestätigt haben: "Stimmt, den Anruf bei Koch hat es gegeben." Den Vorwurf der Nötigung habe er jedoch bestritten. Nach Kochs Darstellung hatte der Anrufer ihn später noch zum Schweigen aufgefordert, andernfalls werde ihm "etwas passieren".

Dominik Marks bleibt in Untersuchungshaft

In Untersuchungshaft bleibt Dominik Marks. Der Zweitliga-Schiedsrichter war am vergangenen Mittwoch festgenommen worden. Dem 29-jährigen Berliner wird zur Last gelegt, das Regionalliga-Spiel VfL Wolfsburg/Amateure gegen Hamburger SV/Amateure (0:0), die Zweitliga- Partie Karlsruher SC gegen MSV Duisburg (0:3) sowie das vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bereits neu angesetzte Regionalliga-Spiel Hertha BSC/Amateure gegen Arminia Bielfeld/Amateure (2:1) manipuliert zu haben.

DPA / DPA

Wissenscommunity