"Was machen Strunz?" - Teil 6 Wir können Argentinien schlagen

Die Partie zwischen Argentinien und den Niederlanden konnte die Erwartungen nicht erfüllen. Einen Stürmer, der eventuell schon bald bei Bayern München spielt, hat sich stern.de-Experte Thomas Strunz aber ganz genau angeschaut.

Niederlande gegen Argentinien, zwei ganz Große des Weltfußballs treffen bereits in der Vorrunde aufeinander. Für unser Team war die Partie in sofern interessant, da der Sieger dieses Duells unser Gegner im Viertelfinale sein könnte. Leider war das Spiel nur auf mittelmäßigen Niveau. Die Holländer ließen Spielwitz und Siegeswillen vermissen, die fünf "neuen" Spieler in der Anfangsformation taten ihr Übriges. Ich hatte das Gefühl, dass das Team von Marco van Basten lieber Zweiter werden wollte, um im Viertelfinale nicht gegen Deutschland ran zu müssen.

"Was machen Strunz?"

Thomas Strunz ist ehemaliger Fußballspieler und Manager. Er spielte als Mittelfeldspieler in Duisburg, Stuttgart und München. Strunz wurde u.a. fünfmal Meister und gewann einmal die Champions League. 1996 der größte Erfolg: Mit Kumpel Jürgen Klinsmann wurde er Europameister. Für stern.de kommentiert der Experte regelmäßig das WM-Geschehen.

Die Argentinier, die ihre Mannschaft ebenfalls auf vier Positionen verändert hatten, spielten insbesondere in der ersten Halbzeit erneut wie aus einem Guss und unterstrichen ihre Anwartschaft auf den Titel. Sie sind sehr gut organisiert, in der Defensive kompakt und haben im Sturm mit Crespo, Saviola, Tevez und dem Jungstar vom FC Barcelona Messi vier Top-Angreifer, die von einem ganz starken Riquelme immer wieder in Szene gesetzt wuden. Unser möglicher Viertelfinalgegner, ein Sieg gegen Schweden im Achtelfinale vorausgesetzt, wird demnach entweder das eher enttäuschende Mexiko oder eben diese starken Argentinier sein. Das wäre der erste richtige Kracher für unser Team. Spätestens dann wird die Mannschaft zeigen müssen, was in ihr steckt. Dennoch glaube ich, dass wir auch solch einen Gegner schlagen können.

Van der Vaart war keine Verstärkung

Besonders gespannt war ich beim gestrigen Spiel besonders auf die Bundesliga-Legionäre des Hamburger SV. Boulahrouz in der Innenverteidigung spielte solide und knüpfte an die Leistungen der vergangenen Bundesliga-Saison an, Rafael van der Vaart bliebt dagegen weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Die lange Verletzungspause und die mangelnde Spielpraxis waren ihm deutlich anzumerken. In dieser Verfassung ist er für das Oranje-Team noch keine Verstärkung.

Und natürlich gibt es noch ein weiteres Thema, das die Fußball-Welt in Deutschland seit den Aussagen von Franz Beckenbauer und Karl-Heinz Rummenigge interessiert. Was ist mit Ruud van Nistelrooy? Der Niederländer, der in den vergangenen Jahren für Manchester United auf Torejagd ging, aber nach Differenzen mit seinem Trainer Alex Ferguson wohl auf dem Transfermarkt zu finden sein wird, verdiente mein besonderes Augenmerk.

Ich habe mir die Spiele der Holländer gegen Serbien/Montenegro und auch gegen die Elfenbeinküste angesehen. Van Nistelrooy ist in diesen drei Spielen nicht der Spieler gewesen, den ich aus den letzten Jahre kannte. Er wirkt nicht mehr so explosiv und schnell wie früher. Besondere auffällig: Er geht nur noch ganz selten dahin, wo es wirklich weh tut, tief in die Spitze, um sich dort durchzusetzen und seine Tore zu machen. Dies war mir auch schon bei einigen Spielen, die ich im Fernsehen aus England gesehen hatte, aufgefallen.

Mehr Fragezeichen als Phantasie

Ruud van Nistelrooy ist mittlerweile 29 Jahre alt und war in der englischen Premier-League über Jahre ein herausragender Spieler. Momentan habe ich aber den Eindruck, dass seine beste Zeit vorbei sein könnte. Der Superstar van Nistelrooy wäre für die Bundesliga natürlich ein großer Name, allerdings bezweifele ich, dass er den FC Bayern dem Champions-League-Titel näher bringen würde. Ich habe bei van Nistelrooy jedenfalls mehr Fragezeichen als Phantasie, zumal der Kaufpreis und das Gehalt auch für den Bayern ein großes Investment darstellt. Ich bin jedenfalls sehr gespannt. Fast so wie auf unsere Mannschaft und das Spiel am Samstag gegen Schweden.

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