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Ali Boumnijel: Der alte Mann und das Tor

Mit 40 Jahren ist er der älteste Spieler dieser WM: Tunesiens Torwart Ali Boumnijel. Sein Trainer ist von ihm überzeugt: "Es gibt keinen Besseren."

Der tunesische Torhüter Ali Boumnijel ist mit 40 Jahren der älteste Spieler dieser WM. Aber Boumnijel sagt vor seinem ersten WM-Spiel am Mittwoch gegen Saudi-Arabien, dass er sich auf dem Höhepunkt seiner Karriere fühle. Wenn Boumnijel in München auf den Rasen läuft, wird er der fünftälteste Spieler der WM-Geschichte sein. Nur Roger Milla aus Kamerun und drei weitere Torhüter - Pat Jennings, Peter Shilton und Dino Zoff - waren in einem noch höheren Alter im WM-Einsatz.

"Es gibt keinen besseren Torhüter in Tunesien", sagt der tunesische Torwarttrainer Mohqtar Naili, der beim ersten WM-Auftritt der Nordafrikaner 1978 zwischen den Pfosten stand. "Er ist eindeutig die Nummer eins." Boumnijel wurde wenige Monate vor dem Sieg Englands bei der WM 1966 geboren. Seine Karriere begann er 1988 bei Gueugnon und anderen französischen Klubs, bis er 2005 nach Tunesien zurückkehrte. Sein erstes Länderspiel absolvierte Boumnijel 1991 gegen die Elfenbeinküste, blieb aber mehr als zehn Jahre lang im Schatten von Chokri El Ouaer. Zu seinen bislang erst 48 Länderspieleinsätzen gehören drei Einsätze bei der WM 2002, bei der Tunesien mit zwei Niederlagen und einem Remis auch im dritten Anlauf den Einzug in die zweite Runde verpasste.

Im tunesischen WM-Quartier in Schweinfurt macht Boumnijel einen ausgesprochen entspannten Eindruck. Er sieht jünger aus als 40 Jahre und sagt, dass er sich auch jünger fühle. Sein Rezept dafür: eine disziplinierte Lebensführung, eine bewusste Ernährung und regelmäßiges Training. "Mein Gewicht hat sich in zehn Jahren nicht verändert", sagt Boumnijel. "Wenn wir die Laufgeschwindigkeit trainieren, gehöre ich immer noch zu den Schnellsten." Vor dem 1,88 Meter großen Boumnijel stehen die Abwehrspieler Hatem Trabelsi von Ajax Amsterdam, Rahdi Jaidi von den Bolton Wanderers und David Jemmali von Bordeaux - alles Spieler zwischen 29 und 31 Jahren. "Ich habe viel Erfahrung, und das hilft den Jüngeren", sagt Boumnijel. "Es geht darum, die richtigen Worte zu finden, um sie zu beruhigen und die richtige Atmosphäre zu schaffen."

In zehn Spielen der WM-Qualifikation musste Tunesien nur neun Tore hinnehmen. Nach der WM in Deutschland will Boumnijel die Trainerlaufbahn einschlagen. "Nach der letzten WM hätte ich nicht gedacht, dass ich in einem weiteren Weltturnier mitspielen werde." Aber er habe nicht vor, 2010 in Südafrika den Rekord des 42-jährigen WM-Teilnehmers Milla zu übertreffen.

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