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Videobeweis-Debatte: Anwalt will Finale annullieren

Sollte nachgewiesen werden, dass verbotenerweise Videobilder zur Roten Karte gegen Zinedine Zidane geführt haben, muss das Finale wiederholt werden. Das fordert ein französischer Anwalt und zieht vor Gericht.

Der französische Anwalt Méhana Mouhou will vor Gericht ziehen und das WM-Finale vom Sonntag annullieren lassen, falls die Entscheidung zur Roten Karte für Frankreichs Zinédine Zidane mit Hilfe eines "illegalen Mittels" gefallen ist. Das Pariser Zivilgericht solle prüfen, ob der vierte Schiedsrichter Luis Cantalejo aus Spanien auf Videoaufnahmen zurückgegriffen habe, um Zidanes Kopfstoß gegen den Italiener Marco Materazzi erkennen zu können, teilte er am Mittwoch in Paris mit.

Er wende sich an ein französisches Gericht, weil der Fußball- Weltverband (Fifa) mit Sitz in der Schweiz eine Vertretung in Frankreich habe. Die Fifa hatte erklärt, Videoaufnahmen seien bei der Entscheidung des Schiedsrichters nicht verwandt worden.

Auch Zinédine Zidane droht weiteres Ungemach: Fifa- Präsident Joseph Blatter deutete in einem Zeitungsinterview die Möglichkeit an, dem Superstar wegen seiner Tätlichkeit im Finale im Nachhinein die Auszeichnung zum besten WM-Spieler der Weltmeisterschaft wieder abzuerkennen. "Der Gewinner ist noch nicht von der Fifa bestimmt, sondern von einer Journalisten- Wahl. Die Fifa-Exekutive hat das Recht und die Pflicht einzugreifen, wenn gegen die ethischen Grundsätze des Sports verstoßen wird", sagte er der italienischen Zeitung "La Repubblica".

Zidane hatte im WM-Finale am Sonntag in Berlin nach einem Kopfstoß gegen den Italiener Marco Materazzi die Rote Karte gesehen. Einen Tag später wurde er zum Sieger der unter Journalisten ausgetragenen Wahl zum besten Spieler der WM 2006 erklärt. Allerdings waren die meisten Stimmen schon vor dem Endspiel abgegeben worden. Die Wahlurnen schlossen nur 80 Minuten nach dem Schlusspfiff in Berlin.

Reuters/DPA / DPA / Reuters

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