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Brasilen - Australien: Kühler Samba der Seleção

Nein, viel Glanz versprühte auch der 2:0-Sieg der Brasilianer gegen tapfere Australier nicht. Bis zu Freds Tor in der letzten Minute stand das Spiel auf Messers Schneide. Immerhin zeigt Ronaldos Formkurve nach oben. Ein wenig.

Der amtierende Fußballweltmeister Brasilien hat Australien mit 2:0 besiegt und steht damit als siebter WM-Teilnehmer im Achtelfinale. Beide Tore fielen am Sonntagabend in München erst in der zweiten Halbzeit durch Adriano und den eingewechselten Fred. Das australische Team leistete tapfere Gegenwehr und kam zu mehreren guten Torchancen, musste sich aber letztlich in die Niederlage fügen.

Nach der heftigen Medienkritik am uninspirierten Auftaktsieg gegen Kroatien (1:0) war Brasilien sichtlich um besseres Spiel bemüht. In der ersten Halbzeit sahen die 66.000 Zuschauer aber kaum etwas von der eleganten Leichtfüßigkeit, die dem brasilianischen Fußball Verehrer in aller Welt eingebracht hat.

Australier im Pech

Etwas überraschend fiel in der 49. Minute das 1:0 - aus dem Mittelfeld schlug Ronaldinho einen weiten Pass auf Ronaldo, dieser bediente nach einem kleinen Übersteiger-Trick den rechts von ihm postierten Adriano, und dieser überwand Torwart Mark Schwarzer mit einem flachen Linksschuss ins rechte Eck. Der Außenseiter Australien reagierte auf den Rückstand mit heftigen Angriffen und kam in der 56. Minute zu zwei guten Ausgleichschancen durch Marco Bresciano und Mile Sterjovski. Trainer Guus Hiddink verstärkte die Offensive weiter durch die Einwechslung von Harry Kewell, der in der 68. Minute aus 28 Metern abzog und knapp übers Tor schoss. In der 80. Minute rettete Dida den Sieg der Brasilianer, als er mit der rechten Hand einen Volley-Schuss von Bresciano gerade noch abwehren konnte. Besiegelt wurde die Niederlage in der 90. Minute durch den eingewechselten Fred, der nach einem Pfostenschuss von Robinho keine Mühe hatte, den Ball zum 2:0 einzuschieben. Drei Minuten später pfiff der deutsche Schiedsrichter Markus Merk die Begegnung ab.

Ronaldo verbessert

Das "magische Quartett", bestehend aus Ronaldo, Ronaldinho, Adriano und Kaka, ließ erneut viele Fragen offen. Unter besonderer Beachtung stand Ronaldo. Sein erster Ballkontakt war noch ein Fehlpass. Danach aber legte er den Ball in der dritten Minute mit einem schönen Trick auf Kaka auf, dessen Schuss knapp am linken Pfosten vorbei strich. Eng gedeckt von der australischen Abwehr konnte sich Ronaldo nur selten freispielen. Beste Szene war in der 42. Minute ein strammer Schuss, der knapp am Tor vorbei ging. Als Ronaldo in der 72. Minute für Robinho vom Platz ging, blieb der Eindruck einer Steigerung gegenüber dem Kroatien-Spiel. Etwas quirliger wirkten Ronaldinho und Adriano, die vor allem in der zweiten Halbzeit ein wenig Zauber verbreiteten. Einen guten Eindruck hinterließ wie schon im Spiel gegen Kroatien der AC-Milan-Spieler Kaka, der als einziger in der ersten Halbzeit mit schnellen Vorstößen auffiel. Zur Verstärkung der Offensive kamen auch der Bayern-Verteidiger Lucio und der schussstarke Roberto Carlos immer wieder mit nach vorne.

AP / AP

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